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Vierte Folge.
zuſchließen und ſeine Suppe zu eſſen. Im Park von Meudon, den ihm der Regent ſchenkte, war ſein Lieb⸗ lingsſpielzeug eine Zwergkuh, die er melkte. Auch mit einer Hacke und kleinen Dachshunden vertrieb er ſich die Zeit. Dieſe Hunde waren gleich Schweinen ausgezeichnete Trüffeljäger.
Bei ſo gewöhnlichen Neigungen war er in den Händen von zwei ſehr prunkſüchtigen Perſonen, die ihn gern auf die Bühne gebracht und eine Rolle hätten ſpielen laſſen. Sein Gouverneur, der alte Graf Villeroy, ein ganz frivoler und leichtſinniger Menſch, die alte Geliebte Villeroy's, Frau von Ventadour und ihre Schweſter, die Pathin des Königs, Madame de la Ferté, eine Verrückte, arbeiteten ganz gegen den Strich ſeiner Natur. Er blieb trocken, hart und ſtumm. Es war nicht möglich, ein Wort aus ihm herauszuziehen.
Sollte man es für möglich halten, daß ſie in ſeinem ſechsten Jahre die barbariſche Idee hatten, ihn mit einem Blutbade zu tractiren? In einem großen, mit etwa tauſend Sperlingen gefüllten Saale ließ man Falken los, und das Kind ſchwelgte in dem Ge⸗ ſchrei, dem Schrecken, der Verwirrung der herumflie⸗ genden Federn, des fließenden Blutes. Eine andere Unwürdigkeit war die: um ihm ſchon früh die Ver⸗ achtung gegen das Menſchengeſchlecht beizubringen, er⸗ ſann die Ferté ein Ballet von Kindern, die als Hunde verkleidet waren.
Hätte er ſich dieſe Erziehung angenommen, ſo wäre er ein Ungeheuer geworden. Aber weder Gutes noch Schlechtes wirkten auf ihn. So dürr war ſeine Natur, daß man glauben konnte, daß nicht einmal das Laſter Zugang zu ihm finden würde. Und doch, welche Mühe gab man ſich zu dieſem Zweck! Der Grundzug ſeines Seins war Gefühlloſigkeit, Langweile, das Nichts. Oeffentliches Hervortreten verdarb ihm die Stimmung. Er haßte die Bälle, floh das Schauſpiel, gähnte in der Oper. Die einzige Perſon, mit wel⸗ cher er zurecht kam, war die, welche ſelten ſprach, nichts that und nichts wollte, nicht einmal ihm die Zeit vertreiben: ſein Lehrer Fleury. Dieſer war ein alter gefälliger Prieſter, ein ſehr unwiſſender Menſch, welcher ſich nicht bemühte, ihn zu unterrichten, welcher aber gleich einer Amme die ſtillen Kindereien duldete, womit er ſeine Zeit verbrachte. Er ſoufflirte ihm die Religion ganz fertig wie eine auswendig zu lernende kleine Aufgabe. Alles war bei ihm Praxis, von einer moraliſchen Idee keine Rede. Selbſt die Mühe der Beichte erſparte er ihm. Er dictirte ſie ihm, und wenn er ſie nachgeſchrieben hatte, corrigirte er ſie. Das Kind ſagte ſie dann dem Beichtvater auf, der ſich mit einigen leeren Worten begnügte und es entließ, ohne die geringſte Frage zu ſtellen.
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Ludwig XV. war eine ungewöhnlich dürre Frucht, rein arabiſche Wüſte. Im zehnten Jahre ſchien ſich eine Leidenſchaft entwickeln zu wollen: er lernte ver⸗ ſchiedene Kartenſpiele und ſpielte eifrig. Man glaubte, er würde Spieler werden; durchaus nicht. Er fiel in ſeine unwandelbare Trägheit zurück. Wunderbarer Weiſe iſt dieſer Stumme der Sohn der lebhaften, geſprächigen, ſprühenden Herzogin von Burgund. Dieſer gefühlloſe Menſch iſt der Sohn des leiden⸗ ſchaftlichen Zöglings Fénélon's.
Das Königthum zehrt auf. Ganz beſonders in dieſer Zeit ſcheinen die königlichen Häuſer zu verſie⸗ chen, ſo Spanien, Lothringen, Farneſe, Medici, Oeſter⸗ reich, Rußland, oder wenn ſie ſich fortſetzen, ſo ge⸗ ſchieht es durch abſonderliche Geſtalten, die einen ſchneidenden komiſchen Gegenſatz bilden.
Ludwig war kaum eilf Jahre alt, als ſeine Natur Gelegenheit erhielt, ſich zu zeigen. Am 31. Juli 1721 wurde er von einer ernſthaften Krankheit befallen. Paris und Frankreich gaben kund, wie ſehr die ge⸗ meinſame Hoffnung ſich an dieſes ſchwächliche Haupt gefeſſelt hatte, wie ſehr man im Verhältniß zum Ekel, zum Haſſe gegen die Regentſchaft ſeinen Ver⸗ luſt fürchtete. Die Feinde des Regenten, welche die Umgebung des Kindes bildeten, ermangelten nicht, die größten Scheußlichkeiten zu glauben und auszu⸗ ſprechen. Die Herzogin de la Ferté rief: Er iſt ver⸗ giftet! Dieſe unter dem Volke verbreiteten Gerüchte konnten ſchreckliche Wirkungen zur Folge haben. Die Regierung fühlte ſich ſo ſchwach, daß der Regent das Geld aus den Staatscaſſen ſchaffen ließ, da er im Falle eines Unglücks Plünderung fürchtete. Die be⸗ ſtürzten Aerzte wagten nichts zu thun. Ein einziger, der junge Helartius, wagte ihn ohne alle Umſtände zu behandeln, als ob er nur ein gewöhnlicher Sterb⸗ licher geweſen wäre. Er rettete ihn raſch.
Unſagbar rührend und lächerlich war die Freude des Volkes. Dieſe armen Leute glaubten, ſie ſeien ebenfalls gerettet. Mehrere Tage wurden freiwillige Feſtlichkeiten gefeiert, und es regnete zärtliche Aeuße⸗ rungen gegen den König. Am St. Louistage begab ſich eine ungeheure Menſchenmaſſe nach den Tuilerien, um den Koͤnig zu ſehn. Man fand aber eine ſchlechte Aufnahme, denn Ludwig fühlte ſich durchaus nur be⸗ läſtigt. Nur ungern ließ er ſich auf den Balkon zie— hen. Sobald man ſeiner anſichtig wurde, ertönte wahnſinniges Geſchrei. Er verſteckte ſich und hielt ſich bei Seite. Der alte Villeroy rief ihm zu:„Sehen Sie, mein Prinz, ſehen Sie dieſes Volk! Alles das iſt Ihr, gehört Ihnen!“ Er konnte indeß nichts Angeneh⸗ mes aus ihm herausbringen, keine Höflichkeit, keine herzliche Aeußerung. Selbſt die Hofleute verwunder⸗


