Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
243
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itet, nur Thiere folgend ſah ich es in den Eingang des Ge⸗ wölbes verſchwinden, da es mir aber unbeſcheiden ſchien, noch weiter zu gehen, blieb ich hier ſtehen,

1

Vierle

konnte ſie dieſelbe nicht deutlich erkennen; einen Frem⸗ den vermuthend, blieb ſie einen Augenblick zögernd ſtehen.

Der Stehende, wahrſcheinlich das Rauſchen ihres Kleides über die ſchon hin und wieder gefallenen Blätter vernehmend, wandte das Geſicht, und als er die ſich ihm Nähernde erkannte, verließ er ſeinen Platz, ſchritt auf dieſelbe zu, und indem er ſie be⸗ grüßte, ſagte er in einem faſt vorwurfsvollen Tone:

Fräulein Hedwig! in dieſer Dunkelheit, in die⸗ ſem unfreundlichen Wetter, treffe ich Sie hier? und mit einer noch erregteren Stimme fügte er hinzu: Bat ich Sie dieſen Morgen nicht ſo dringend, dieſen Ort heute nicht mehr zu beſuchen? wenn ich gleich

auch keine zuſtimmende Antwort von Ihnen erhielt,

nahm ich doch Ihr Schweigen als eine ſolche.

Da das Mädchen immer noch ſchwieg, ſetzte er leiſer und ruhiger hinzu:Eine unbeſtimmte Ahnung trieb mich hierher auf dieſen Weg, und da ich Ihr Hündchen in der Allee antraf, ſo war ich ſicher, daß die Herrin auch nicht weit weilen konnte; dem

um zu erwarten, ob mich meine Ahnung nicht ge⸗ täuſcht. Sehr erfreut bin ich nun, daß ich im rechten Augenblick erſchienen, um Sie nach Ihrer Behauſung zurück zu geleiten.

Bei dieſen letzten Worten reichte er dem jungen Mädchen den Arm. Obgleich ſeine Aeußerung

mil und freundlich klang, ſo lag doch in ſeinem n

zen Weſen etwas ſo Beſtimmtes, daß ſie auch ohne Einwand den ihr dargebotenen Arm annahm; ſchwei⸗ gend gingen ſie einige Minuten, beide ſchienen in trüben Gedanken verloren. Der junge Mann brach zuerſt dies Schweigen, indem er ſich mehr zu der von ihm geführten Geſtalt hinneigte, ſagte er gepreßt: Vor einer Stunde habe ich recht beunruhigende Briefe von meinem Vater empfangen; meine Mutter iſt ſchwer erkrankt, er ſchreibt, daß ich ſofort zurückkehren möchte, meine Mutter ſehnt ſich danach, mir noch ihren Segen zu geben, ich darf daher nicht zögern, ich reiſe morgen in der Frühe.

Ein vermehrtes Zittern des jungen Mädchens zeigte ihm, welchen tiefen Eindruck ſeine Nachricht gemacht haben mußte, er bog ſich noch näher zu ihr und fragte noch leiſer:Nicht wahr, Sie vergeſſen meiner nicht? auch kehre ich, ſobald ich kann, zurück, und iſt die Frage nicht zu unbeſcheiden, ſo möchte ich Sie bitten, mir zu ſagen, welche Abſichten Sie für die nächſte en.

Daran och nicht gedacht, erwi⸗

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derte Hedwig, und da ſie ſchwieg, fragte ihr Beglei⸗ ter:Hier bleiben Sie wohl wenigſtens in der erſten Zeit?

Immer, immer, rief das junge Mädchen, ver⸗ ſank darauf aber gleich wieder in ihr Sinnen. Auch der junge Mann war ſtill, ſchweigend erreichten ſie den Eingang des Gartens, an dieſem blieb er ſtehen, ergriff ihre Hand und ſagte ſehr bewegt:Leben Sie wohl, Gott tröſte und ſchütze Sie! 1

Gott geleite Sie glücklich! war ihre einzige Ant⸗ wort, ſanft ihre Hand aus der ſeinigemziehend, verbeugte ſie ſich und trat in den Garten. Hier kam ihr ſchon die alte Dienerin mit dem Ausrufe entgegen:

Gott ſei Lob und Preis, daß Sie wieder da ſind; eben wollte Johann Ihnen nachgehen, aber, beſtes Fräulein, wie kalt Sie ſind! nun kommen Sie ſchnell in die wärmende Stube.

Während die beiden Frauen ſich dem Hauſe zu⸗ wandten, ſtand der junge Mann noch unbeweglich an dem eiſernen Gitterthor, welches den Garten von der Chauſſee ſchied. Er blickte den beiden Geſtalten nach, und der eben hinter Wolken hervortretende Mond ließ wahrnehmen, daß des jungen Mannes Geſichts⸗ züge zwar ſchön und regelmäßig, doch jetzt ſehr aufgeregt waren; um den edel geformten Mund zuckte es, und hätte es der melancholiſche Ausdruck in den großen, dunkelblauen Augen nicht gemildert, ſo wäre das Geſicht in dieſem Augenblick faſt finſter erſchienen. Sein Haar war voll und dunkel, den Bart von glei⸗

cher Farbe trug er nach engliſcher Sitte, dunkle

Brauen und Wimpern beſchatteten das Auge und begrenzten eine Stirn, die ſtolz und hoch ſich wölbte, eine faſt griechiſche Naſe verſchönte das Geſicht, eine hohe, ſchlanke Figur trug dieſen edlen Kopf; ſein Anzug war elegant, aber einfach.

Einen Augenblick ſtand er noch ſinnend, ging dann denſelben Weg, den er gekommen, zuürück, an dem Kirchhofe vorüber, bog hier in einen Seitenweg, der unmittelbar nach dem Garten des Pfarrers des Dor⸗ fes führte. Dieſer war nur von einer lebenden Hecke von Roth⸗ und Weißdorn umgeben; die kleine Pforte durchſchreitend, befand ſich der junge Mann nun in einem wohlgepflegten, parkähnlich angelegten Garten. Zwei ſchöne große Linden umrahmten den Eingang des Pfarrhauſes, ihre Zweige hatten ſich zum Laubdach vereinigt, unter welchem Bänke zur Ruhe einluden.

Als der junge Mann den Eingang erreicht, be⸗ merkte er, daß die Hausthür geöffnet und der Vor⸗ platz durch eine Lampe erleuchtet war; er ſah nun auch, daß die Bewohner des Hauſes dort ver⸗ ſammelt, und ſchon Alles bereit war, das Abendbrod einzunehmen. Dieſe Wahrnehmung ſchien ihm nicht