Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
241
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Vierte Folge.

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Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leinaig. am 15. April 1864.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Schichſalswege.

Novelle von

Agnes Leſſad.

In der Dämmerung, feſt mit der bleichen Stirn an die Fenſterſcheibe gelehnt, ſtand eine noch junge ſchlanke Geſtalt in der gewölbten Niſche, die das Fenſter bildete; tiefe Trauerkleider umſchloſſen ihre zarten Formen, ihr Auge war dem Himmel zuge⸗ wandt, ſchien dem Zuge der Wolken, die dunkel und ſchwer vorüberzogen, zu folgen. Obgleich es erſt im Monat September war, ſo gehöͤrte der dunkel um zogene Horizout, das Rauſchen der hohen Pappeln, die eine Seite des Gartens begrenzten, doch mehr dem traurigen, düſtern November an. Der Ausdruck des fein geſchnittenen Geſichts des jungen Mädchens entſprach dem düſtern Blick der Außenpelt, tiefe Trauer lag auf demſelben, das große Auge zeigte nun zu deutlich, daß das junge Weſen den herbſten

Schmerz kennen gelernt hatte, große Thränen rollten von Zeit zu Zeit langſam die Wangen herab, ihr Blick hing ſehnſüchtig an den Wolkengebilden, ihre Gedanken ſchienen nicht dieſer, ſondern der anderen Welt anzugehören. Wie lange ſie ſchon in dieſer Stellung verweilt haben mochte, war ſchwer zu ſagen, denn für ſie ſchien weder Raum noch Zeit vorhanden; ſie hörte nicht, wie ſich leiſe die Thür öffnete, eine alte, ebenfalls in Trauer gekleidete Frau herein trat und, nachdem ſie einen ſchmerzlichen Blick auf das junge Mädchen geworfen, den Theetiſch zu ord⸗ nen begann. Sie ſchien beſtrebt dem Zimmer in ſeiner edlen Eleganz das Gemüthliche hinzufügen zu wollen. Geſchäftig ging ſie hin und her, rollte zwei große, antike Lehnſtühle zu beiden Seiten des Kamins, ſchürte die vor kurzer Zeit von einem alten Diener hereingebrachten Kohlen zu neuer Gluth, und über⸗ blickte dann den Tiſch mit einem prüfenden Blick, um ſich zu verſichern, daß nichts überſehen, nichts ver⸗ geſſen ſei. Nachdem ſie noch aus dem Bücherſchrank ein Buch, dem Einbande nach geiſtlichen Inhalts,