Exiſtenz zu gründen, da er als reicher Mann in dieſer Be⸗
ziehung vielleicht viel weniger geleiſtet haben würde. Man darf aber nicht glauben, daß die Literatur und die Literaten in Thackeray's Augen erſt dann Werth erlangt hätten, als ſein Vermögen verloren war. Schon als junger und reicher Mann ſuchte er die Bekanntſchaft der Literaten in London zu machen, und es iſt eine Thatſache, daß er dem alten Schrift⸗ ſteller Maginn, der ſich wegen Schulden ſeiner Freiheit be⸗ raubt und in dem Schuldgefängniß in Fleetſtreet einge⸗ ſperrt ſah, 500 Pf. St. lieh, natürlich auf Nimmerwieder⸗ bezahlen, um ihm wieder zu ſeiner Freiheit zu verhelfen. Mit der Generation der Schriftſteller, zu welcher Lamb und Coleridge gehörten, ſtand er in keiner perſönlichen Bekannt⸗ ſchaft. Sydney Smith's Bekanntſchaft machte er erſt ſpäter und er erinnerte ſich mit Vergnügen daran, daß ein von ihm über Hood verfaßter Artikel dem feinen Humoriſten und Dichter in deſſen letzten Tagen viel Freude gemacht hatte. Seine erſten literariſchen Freunde waren aber die Mit⸗ arbeiter an Fraſer's Magazine, in dem er ſelbſt ſeine erſten ſchriftſtelleriſchen Verſuche niederlegte und ſeine Schwingen verſuchte. Von ihnen haben nur zwei ihn überlebt, Vater Prout, der ſtets ſein intimer Freund war, und Carlyle, der zu allen Zeiten beſonders hoch in ſeiner Achtung ſtand. In ſeinem„Pendennis“ giebt er ſeinen Leſern die Bilder einiger excentriſchen Literaten unter den Mitarbeitern an Fraſer's Magazine nach ſeinen Erinnerungen, wie man überhaupt die Bemerkung gemacht hat, daß wenig Schriftſteller in ihren Schriften ſoviel ſelbſt Erlebtes mitgetheilt haben, wie gerade Thackeray. Zu jener Zeit waren überhaupt die Magazines weit glänzender und ſie waren viel freier als jetzt geſchrieben, was ſich recht deutlich aus Thackeray's eignen frühern Fra⸗ ſer's Artikeln erſehen läßt. In einem von ihm im Jahr 1849 geſchriebenen Briefe ſagt er ſelbſt:„Ich vermuthe, daß wir Alle anfangen, ein wenig zu wild zu ſein; ich kenne Einen, der das that.“ Er ſpielte damit auf ſeine„Vellow- blush Papers“ an, worin er mit lebenden Menſchen ein wenig allzufrei umgeſprungen war. Dieſer ihm eigne, wilde, ſatiriſche Geiſt wurde auch die Veranlaſſung, daß er in der Veröffentlichung ſeines Werks„Vanity Fair“ nach den er⸗ ſten Capiteln eine Pauſe eintreten ließ, weil er der Verſu⸗ chung nicht widerſtehen konnte, eine Parodie einiger dama— ligen Novelliſten zu veröffentlichen. In den letzten funfzehn Jahren verſtand er ſich in dieſer Beziehung beſſer im Zaume zu halten und er bewies, daß er ſich der größern Verantwort⸗ lichkeit bewußt war, die auf ihm als einem der leitenden Lite⸗ raten ſeines Landes ruhte. Seine Satire war übrigens zu keiner Zeit bösartig, und die Freiheiten, die er ſich in ſeinen früheſten Schriften nahm, entwickelten ſeinen Genius, wie die Scenen in der Arena den Athleten zum Kämpfer ausbil⸗ den. Er ſchrieb bereits ſeit zwölf bis dreizehn Jahren als Literat vom Fach zuerſt, wie bereits erwähnt, für Fraſer's Magazine, dann für den„Punch“, dem er mit dem Text zugleich die Caricaturen einſandte, in deren Entwerfung er ſich bereits in Cambridge oft und mit Glück geübt hatte, ehe er durch ſein Werk Vanity Fair(in der deutſchen Ueber⸗ ſetzung„Jahrmarkt des Lebens“), das er ſeit 1846 bis 1848 in monatlichen Lieferungen erſcheinen ließ, deren Leſer ſich mit jeder neuen Lieferung um Tauſende vermehrten, ſich ei⸗ nen Rang unter den erſten Novelliſten Europas eroberte und ein eben ſo berühmter, wie geſuchter und in allen Kreiſen populärer Schriftſteller wurde. Am meiſten empfahl er ſich dadurch beſonders denjenigen reichen und vornehmen Claſſen des Publicums, deren Denkart und Sitten die Zielſcheibe
Novellen⸗Zeitung.
ſeiner Satire ſind. Von da folgten ſich ſeine Werke in ra⸗ comes“ und„Philip“ ſind den Zuſtänden der modernen Sa⸗ cietät entnommen, dagegen malen„Esmond“ und„The Virginians“ ältere Geſellſchafts⸗ und Sittenzuſtände. Das Athenäum betrachtet Pendennis als das Meiſterwerk Thacke⸗ ray's.„Esmond“ entſpricht nach ſeiner Anlage und Durch⸗ führung von allen ſeinen Werken am meiſten den ſtrengen Kunſtforderungen, wurde aber doch nur kalt aufgenommen, weil ſich darin ein Mangel an ſchöpferiſcher Phantaſie und ein Ueberfluß an Längen bemerkbar machte, dagegen wurde ſein im Jahr 1855 erſchienener Roman„The Newcomes“ um ſo beifälliger aufgenommen, der den deutlichen Beweis dafür lieferte, daß in Thackeray's Innerm, trotz ſeiner ſatiri⸗ ſchen Feder, ein tiefes Gefühl und Empfänglichkeit für das, was in dem Menſchen ſchön, edel und wohlthuend iſt, wohne. Nach dem Erſcheinen von Vanity Fair ſtand Thackeray dem bereits früher bekannten Humoriſten Dickens als Li⸗ terat gleich, und ſo war es keine auffallende Erſcheinung, daß er auch in anderer Beziehung ihm nicht nachſtehen, ſondern mit ihm wetteifern wollte. Dickens hatte ſich aber nicht blos durch ſeine humoriſtiſchen Novellen, ſondern auch durch ſeine Vorleſungen Ruhm erworben, und dieſer Umſtand beſtimmte Thackeray, im Sommer 1851 in London Vorleſungen über die engliſchen Humoriſten anzukündigen. Als er in Willis'⸗
Räumen die ganze vornehme und literariſche Welt Londo verſammelt. Von den Literaten waren Carlyle, Macaulay, Hallam ꝛc. ſeine Zuhörer. Seine Vorleſungen, denen er ſpä⸗ ter ſolche über die vier George, die über England regiert haben, folgen ließ, fanden viel Beifall, wenn er auch als Vorleſer ſich durchaus nicht mit Dickens meſſen konnte. Die Humorists und The four Georges finden ſich übrigens unter den von ihm veröffentlichten Werken. Wir erhalten uns hier der Aufzählung ſeiner weitern Schriften, bemerken aber, daß das Athenäum darüber das Urtheil fällt, daß alle ſeine Bücher von demſelben Geiſte durchweht ſeien und daß ſie das Welt- und Lebensräthſel mit derſelben Miſchung von Genialität und Skepſis, Gefühlſamkeit und Sarkasmus be⸗ handeln. Ueberall ſei die Sprache klar, gewählt, abwechſelnd, bewundernswerth und frei von jeder Ziererei. Thackeray gilt als der beſte engliſche Proſaiker des Jahrhunderts, welcher namentlich dem ſtyliſtiſchen Schnörkelweſen Carlyle's und deſſen Schule gegenüber das claſſiſch reine und idioma⸗ tiſche Engliſch feſtgehalten und meiſterhaft gehandhabt habe, was ſicher ein ſehr großes Lob für den Verſtorbnen iſt.
Der„Spectator“ fällt das Urtheil über ihn, Thackeray ſei der Gründer einer ſatiriſchen Schule, deren einziger Mei⸗ ſter er wahrſcheinlich bleiben werde, obgleich er ſchon viele Nachahmer habe. Es ſei gar kein Wunder, daß ſein Ver⸗ ſuch, ein Maler zu werden, mißlungen ſei, denn die Male— rei, welche immer einen Effect des Augenblickes feſtzuhalten habe, ſei für die eigenthümliche Beweglichkeit ſeines Geiſtes ein zu enges Feld geweſen. Es ſei ſeine Luſt geweſen, den auf dem Antlitz ſeiner Charaktere ſichtbaren Ausdruck in's Unendliche zu variiren.
Von Thackeray's Laufbahn als Literat haben wir nur noch zu erwähnen, daß er vor drei Jahren als Redacteur des von ihm gegründeten Cornhill Magazine auftrat, das ſich einer ſehr günſtigen Aufnahme erfreute und für das er viel, aber meiſtens Mittelmäßiges ſchrieb, doch nur eine kurze Zeit, weil er ſehr bald gewahr wurde, daß ſeine reizbare Na⸗ tur ſich nicht für einen ſolchen Poſten eigne.
ſcher Folge; drei ſeiner Novellen,„Pendennis“;„The New-
Rooms ſeine Vorleſung mit Swift begann, fand ſich in dieſen
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