Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
233
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unten zu beiden Seiten ſaßen die Schüler des großen und kleinen Pädagogiums, und im Hinter⸗ grund erblickte man durch geöffnete Flügelthüren in einem Seitenzimmer das trefflich eingeübte Chor der Seminariſten, welche den feierlichen Act mit Vocal⸗ und Inſtrumental⸗Muſik einleiteten. Auf einen Wink des Rectors erhob ſich dann der Redner, und trat frei in die Mitte des Saales, den Directoren gegenüber. Als der erſte von den beiden heutigen Rednern hielt ich die Rede zuletzt, weil ich zugleich Dank und Abſchied in einer Schlußrede den Direc⸗ toren und Lehrern ausdrücken und feierliche Worte des Abſchiedes zu den Mitſchülern ſprechen mußte, welches natürlich mit großer Rührung geſchah.

Hierauf antwortete der Rector mit einer kurzen llateiniſchen Rede, und gab noch einige Ermahnungen, und der präſidirende Miniſter ſprach zum Schluß auch einige wohlwollende Worte, dann nahte man ſich dem Tiſch der Directoren und den Sitzen der Lehrer, empfing noch einige glückwünſchende Worte, und durfte Jedem die Hand zum Abſchied reichen. Das Ganze hatte viel Rührendes und Erhebendes, und machte auf mich einen tiefen und unverlöſchlichen Eindruck.

Ich drückte, wie wir den Saal verließen, meinen lieben Freund und Mitredner jubelnd an mein Herz und verlebte einen glücklichen Abend im Kreiſe meiner Familie, die es auch an herzlichen Glückwünſchen nicht fehlen ließ.

Die Reiſe nach Marburg machte ich in Geſell⸗ ſchaft der Brüder Grimm und des Otto von der Malsburg, des kleinen zierlichen, aber ſchwächlichen Freundes, den wir das Kind nannten, und der auch früh ſtarb. Er war auch ein Freund der Lectüre und Poeſie, und hat ſpäter ſeine Gedichte und ver⸗ ſchiedene gelungene metriſche Ueberſetzungen heraus⸗ gegeben. Wir unterhielten uns während der Fahrt von literariſchen Dingen, und Jakob, der ein Talent im raſchen, deutlichen und ungekünſtelten Vorleſen hatte, las uns Erzählungen in epiſcher Form aus einem mitgenommenen Taſchenbuche vor. Das lang⸗ ſame Fahren begünſtigte das Vorleſen, denn wir hat⸗ ten einen Lohnkutſcher, und ein ſolcher brauchte da⸗ mals zwei volle Tage, um von Caſſel nach Marburg zu fahren, während der Poſtwagen zu dieſer Tour von 9 Meilen wohl dreißig-Stunden conſumirte. Unſer Kutſcher fuhr daher zu Jeßberg, welches ohnge⸗ fähr die Mitte des Weges war, ruhig vor das Wirths⸗ haus, ſpannte aus, und überließ uns für den langen Abend unſern Betrachtungen.

Die Ruinen der alten Burg Jeßberg mit den hohen Thürmen erregten natürlich unſere Aufmerk⸗

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ſamkeit und Neugierde, und während die ſchwächlichen Cameraden beim Thee ſitzen blieben, ſtieg ich mit Jakob die Burg hinan; ein enges langes Loch ſchien in das Innere des Thurmes zu führen, und der rüſtige Jako b beſchloß gleich den Verſuch, durchzu⸗ kriechen. Ich folgte ihm, und wir kamen glücklich in den Thurm, fanden aber nichts Denkwürdiges und mußten, auf dem Bauche liegend, mit einiger Gefahr wieder zurückkehren. Am folgenden Abend kamen wir glücklich in Marburg an, und wurden von lieben Freunden und Schulcameraden freundlichſt empfangen, aus denen ein Kreis für den nähern Umgang ſich bildete.

Wir neue Ankömmlinge richteten ſogleich mit ge⸗ wohntem Fleiß für die neue Thätigkeit des akademi⸗ ſchen Lebens uns ein. Wir hörten die nöthigen Vor⸗ leſungen, ſchrieben dicke Hefte und theilten unſere Zeit weiſe ein. Viel Anziehendes hatte die dama⸗ lige Methode des akademiſchen Unterrichts nicht. Die Vorleſungen waren trocken und meiſt ſtereotyp. Sie waren auf Anſtrengung des Gedächtniſſes berechnet. Von Anleitung zu eignem Studium und viſſenſchaft⸗ licher Ausbildung war keine Rede. Wilhelm und ich, ſowie die andern Freunde, folgten dem Herkom⸗ men, und ſuchten die Maſſe juriſtiſcher Kenntniſſe dem Gedächtniß einzuprägen. Mit Wilhelm hielt ich die Repetitionen, und die wechſelſeitigen Exami⸗ natorien förderten unſer Studium des römiſchen Rechts, als wir die Pandekten hörten, durch wechſelſeitige Beſprechung und eignes Nachdenken, das dadurch ge⸗ weckt wurde. Am meiſten aber wurde doch das Ge⸗ dächtniß geſchärft, und mit Rückſicht auf die Exa⸗ mina die lateiniſche Sprache geübt, ſo daß ich in deutſcher Sprache kein Examen hätte machen können.

Anders war es mit Jakob, der bei unſern Ge⸗ dächtnißübungen oft lächelte. Er war auf eine andere Bahn geführt worden, auf der wir ihm bald folgen ſollten. Er hatte die Collegia eines jungen, geiſt⸗ reichen Docenten gehört, und war davon tief ergrif⸗ fen und begeiſtert worden. Die freien wiſſenſchaft⸗ lichen, gründlich aus der Quelle geſchöpften Vor⸗ träge hatten ihm die alte handwerksmäßige Methode des Heftdictirens bald verleidet. Er hatte die vom Docenten geſtellten Aufgaben glücklich gelöſt, hatte dadurch die Gunſt des Lehrers erlangt, und war zu ihm in ein näheres Verhältniß getreten, das ſehr bald ein befreundetes wurde. Der junge geiſtreiche Docent war Savigny, der Schüler Hugo's und Freund Eichhorn's, der als Gelehrter ſo hohen Ruhm erwarb. Den Eindruck, den dieſer anregende Lehrer auf Jakob machte, ſchildert er ſelbſt in ſeiner Bio⸗

graphie(bei Juſti):Was kann ich von Savig