ſelffzte e
dulein Rei ſeine Sen⸗
ſich na⸗ en, in der e deſtung. düc über ihr ſiceres
t auch der
vierte
helle, lichte Flammen zucken um ſie herum. Es iſt
ein Entſetzen erregendes Schauſpiel,— der Scherz
iſt dem Ernſte auf einmal gewichen. Jeder begreift, was geſchehen iſt: das dünne
Gazekleid hat ſich wahrſcheinlich bei einer raſchen und
unvorſichtigen Bewegung an einer der Couliſſenlam⸗ pen entzündet. Es iſt die höchſte Gefahr im klein⸗ ſten Verzuge,— aber warum rührt ſich denn Niemand, dem unglücklichen Mädchen zu Hülfe zu ſpringen? Ja, es iſt ein eigenes Ding um die Geiſtesgegenwart.
Da fliegt die Muſchel des Souffleurkaſtens hoch
in die Höhe, eine kleine, behende Geſtalt mit langem
eſten Zwi⸗ iſt unſere
S auch gut ie Haupt⸗
eer junger
remtier in „aber lei⸗
s erſcheint s Barons getreuen
frühern ette, von⸗
auf dieſee den klei⸗ iten und nen ſollte. chtig nach er bereit
geberwurfe e.
e Fuau M
un uu-⸗
mark⸗ Secunde Kehlen 9; Viele ſpringen Geiſted Stelle. 9 men lma Rer
d dafalit 4 4
iua
blondem Schnurrbarte und in ziemlich beſtaubtem Uniformsleibrock ſteckend, ſpringt wie ein Teufelchen aus dem Boden, wirft ſich auf die Hülfsbedürftige,— Beide werden von Flammen umzuckt,— Jedem ſteht
. das Herz ſtill.
Das Alles iſt mit Gedankenſchnelle geſchehen, man könnte zu träumen glauben. Die Flammen ſind erſtickt, und Selma Reichenau liegt ohnmächtig in den Armen des Premierlieutenants von Roſenkranz, der neben ihr kniet. Man kann ſich kein beſſeres leben⸗
des Bild denken.
„Aber Langen, ſind Sie denn von Holz? Warum helfen Sie mir denn nicht?“ ruft der Premier dem feſt an den Boden gewurzelten Baron Jakob zu.
Nun löſt ſich der Bann der Erſtarrung, der Alle gefeſſelt hält; man ſtürzt von allen Seiten auf die Bühne, aber zu ſpät, denn Fräulein Selma iſt ſchon gerettet.
Sie iſt ohnmächtig und ihre Toilette arg zuge⸗ richtet, aber glücklicherweiſe hat ſie auch nicht eine einzige Brandwunde davon getragen; der arme Pre⸗ mier hat mehr gelitten, ſeine Hände, mit denen er, aufopfernd wie immer, gelöſcht hat, ſind arg verbrannt.
Der Vorhang fällt: der„Ball zu Ellerbrunn“ kann an dieſem Abend nicht weiter gegeben werden; das Stück hat dieſes Mal ein tragiſcheres Ende ge⸗ nommen, als ſein Autor beabſichtigte.
Das allgemeine Bedauern, die Angſt der Eltern, die Ohnmacht des Fräuleins, das in ein beſonderes Zimmer gebracht worden, kann man ſich denken und ſelbſt ausmalen. Fräulein Selma wird nach Hauſe gefahren, wohin ihre Eltern ſelbſtverſtändlich ſie be⸗ gleiten, und der edelmüthige Retter, um den man ſich in der Eile nicht viel bekümmert hat, nimmt ſchweigend ſeinen Federhut und wandert, ſich die ver⸗ brannten Finger an beide Ohrläppchen haltend, eben⸗ falls nach ſeiner Kaſematte.
„Ich habe ganz genug für heute,“ murmelt er für ſich, als er durch den hohen, auf dem Alarmplatze liegenden Schnee ſteigt.„Ich dachte mir ja gleich,
Folge. 231
daß dieſes verd— Liebhabertheater irgend ein ſchlech⸗ tes Ende nehmen würde. Arme Selma! armes lieb⸗ liches Kind!— ſie iſt immer die Beſte von Allen geweſen. Morgen will ich bei Reichenau's Viſite machen und mich erkundigen, ob der Schreck keine üblen Folgen für ſie gehabt hat. Eigentlich bin ich ihr Lebensretter; wenn ſie mur wüßte, wie ich mir die Finger verbrannt habe!“
„Der Premier iſt zu Hauſe angekommen, wo er ſeinen Burſchen, auf dem Sopha ſitzend und einen ſchändlichen Tabak rauchend, findet.
Käſemeyer iſt ſtarr vor Schreck und ſteckt den glühenden Pfeifenkopf ſchnell in ſeine Hoſentaſche. Aber der Lieutenant ſagt kein Wort über den Rauch im Zimmer.
„Erde!“ ſchreit er Käſemeyern zu,„Erde! das kühlt!“
Der arme Kerl iſt ganz verdonnert; der Pfeifen⸗ kopf brennt ihm gegen das Bein, aber er wagt nicht zu zucken. Was ſeinen Lieutenant anbetrifft, ſo denkt er, derſelbe wolle ſich zu Grabe legen.
„Erde ſollſt Du mir holen!“ viederholt der Premier bitterböſe.„Siehſt Du denn nicht, Kerl, daß ich mir die ganzen Hände verbrannt habe? Da kommen ſchon die Blaſen.“
Bald darauf ſteckt Herr von Roſenkranz ſeine Hände in eine Schüſſel voll Erde, die Käſemeyer dadurch gewonnen hat, daß er ſich eine Schaufel holte und erſt den Schnee bei Seite brachte.
Nach einer halben Stunde meint der Premier: „das kühlt!“ und befiehlt ſeinem Burſchen, ſich ſchla⸗ fen zu legen.
„Das kühlt alſo?“ meint Käſemeyer, als er nach ſeiner Kaſematte geht und den Pfeifenkopf, der in⸗ zwiſchen kalt geworden iſt, aus ſeiner Hoſentaſche zieht.„Wo er ſich nur wieder verbrannt hat?— Gewiß bei dem alten Theaterſpielen.“
An demſelben Abend tanzte man noch luſtig in der ſtädtiſchen Reſſource und dachte weder viel mehr an Fräulein Selma Reichenau, noch an den Premier⸗ lieutenant von Roſenkranz.
Aber man ſollte in P. bald wieder an ſie denken.
„Kind, Mädchen, alte Freundin!“ rief drei Tage ſpäter Bertha Schmidt, athemlos in das Zimmer ihrer Freundin Louiſe Dreßler ſtürzend,„weißt Du ſchon das Allerneueſte?— Die Selma Reichenau hat ſich trotz ihrer ſiebenundzwanzig Jahre mit dem Lieutenant von Roſenkranz verlobt.“
„Tinchen,“ ſagte gerade zu derſelben Zeit die Frau Majorin zu ihrer Tochter,„da haſt Du es nun. Hätteſt Du die Hauptrolle in dem dummen Theater⸗ ſtück geſpielt, ſo könnteſt Du jetzt auch Braut ſein.“
,„
——
7*


