Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
223
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fimgegangen, das Loos alles Sterblichen hatte auch ihn milt. Abermals blühte der holde Mai. Da öffnete ſich der zchooß der vorgeſetzten höchſten Behörde, und heraus kam ein großer Actenhaufeden kleinen Wilhelm betreffend. Die leten gingen an die vorgeſetzte Mittelbehörde, woſelbſt an⸗ gtommen, ſie wieder ruheten.

Der holde Maimonat lächelte aufs neue der vergnügten Erde, als ein großer Actenſtoß bei dem Gerichtsamtmanne unkam, mit der Verordnung, daß darüber noch ſorgfältige brörterung anzuſtellen ſei, ob der kleine Wilhelm bei dem fraglichen Acte vollkommen zurechnungsfähig geweſen ſei und ab er nicht etwa doch eine beſondere Vorliebe für die vothen

Stachelbeeren an den Tag gelegt habe. Der Gerichtsamtmann war unterdeß auch älter gewor⸗ en. Das ehrbare Silber glänzte auf ſeinem verdienten haupte; das Sprüchworteile mit Weile war ſein Grund⸗ ſetz geworden, und er mußte ſich erſt einen Hülfsarbeiter gusbitten, ehe er zur Erledigung dieſer langwierigen Unter⸗ ſuchung ſchreiten konnte.

Der ehrſame Wirth vom Pachthofe, der Vater des un⸗ mündigen Delinquenten, wußte nur zu gut, daß Acten nicht umſonſt geſchrieben werden, und wollte, der ewigen Unterſu⸗ hung müde, nach dem Auslande wandern. Wenn er eine Stunde oſtwärts wanderte, ſo fand er ein Ausland, eine Stunde weſtwärts ein anderes Ausland. Ehe er jedoch die zu dieſem Schritte nöthigen Papiere, welche wegen der immer noch fraglichen Stachelbeeren beanſtandet wurden, erlangen ionnte, ſegnete auch er das Zeitliche und konnte nicht einmal den Troſt mit in das Jenſeits hinübernehmen, daß ſein ein⸗ iges Kind ſchuldlos ſei.

Ein Jahr war abermals im Strome der Zeit dahin⸗ geſchwunden, der Erntemonat reifte die Hoffnung des fröhli⸗ chen Landmannes, da machte ſich der würdige Amtmann mit dem neuen Hülfsarbeiter auf und beſchied den kleinen Wil⸗ helm vor ſich, um ſeine Zurechnungsfähigkeit von damals zu conſtatiren.

Doch der kleine Wilhelm war unterdeß ſechs Fuß hoch geworden und genoß als angehender Studioſus die Hunds⸗ agsferien.

Er hoffte in einigen Jahren ſeine juriſtiſchen Studien zu beendigen und noch ſelbſt in dem Verfahren gegen den lleinen Wilhelm, welcher die unreifen Stachelbeeren, mit⸗ arbeiten zu können.

3 Der Mann mit der eiſernen Maske. Dem Memorial diplomatique entnehmen wir folgende Mittheilung: In Baltimore iſt einRecueil de lettres in- ites de Benjamin Franklin erſchienen. Einer dieſer Briefe, welcher von dem amerikaniſchen Diplomaten während ſeiner Miſſion am Hofe zu Verſailles aus Paris an John Jay ge⸗ tihtet iſt, verbreitet Licht über ein politiſches Geheimniß, das ſeit zwei Jahrhunderten zu ſo vielen mehr oder weniger wahr⸗ ſcheinlichen Hypotheſen die Veranlaſſung gegeben hat. In dem Briefe ſagt Franklin: Ich habe geſtern mit dem Herzog von Richelieu ge⸗ ſprochen, der für unſre Sache gut geſtimmt iſt. Ich ſchmei⸗ celte ihm ſehr, indem ich mit ihm von dem Miniſterium ſei⸗ nes glorreichen Verwandten, des Cardinals Richelieu, ſprach. Bei dieſer Gelegenheit fragte ich ihn, ob er nicht wiſſe, was die eiſerne Maske geweſen, welche unzweifelhaft zur Zeit des

Folge.

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zag nahm anfangs eine geheimnißvolle Miene an; dann ent⸗ hüllte er mir, indem er mir erklärte, daß es ſich dabei um ein Staatsgeheimniß handle, das Folgende, das Ihnen anzu⸗ vertrauen ich kein Bedenken trage. Die eiſerne Maske war ein natürliches Kind der Köni⸗ gin Anna von Oeſterreich, und der Herzog von Buckingham war wahrſcheinlich der Vater desſelben. Die Königin, welche nicht wußte, wem ſie ſich anvertrauen ſollte, warf ſich in die Arme ihres Feindes, des Cardinals, welcher Alles anordnete, um die Sache dem Könige zu verheimlichen. Das anfangs der Frau de Motteville anvertraute ille⸗ gitime Kind wurde ihr nach dem Tode Richelieu's von Ma⸗ zarin entriſſen, der es bis zu dem Alter von ſechzehn Jahren im Gefängniß hielt. Die Aehnlichkeit des Baſtards mit Ludwig XIV. war überraſchend; deshalb bedeckte man das Geſicht des Gefangenen mit einer Maske. Man wollte dadurch nicht nur möglichen Unruhen vorbeugen, ſondern auch die Schwachheit der Königin verbergen. Das iſt ein geſchichtlicher Punkt, mein tbeurer John, welcher zu unſrer Revolution in gar keiner Beziehung ſteht. Ich erzähle Ihnen denſelben blos, um mich von den Geſchäf⸗ ten, die mich überhäufen, etwas zu erholen. Die Galante⸗ rieen einer koketten Königin können Männern, die ein freies Volk gründen wollen, zur Erheiterung dienen, und den An⸗ ſichten des Horaz gemäß iſt es erlaubt, desipere in loco. Ich bezweifle nicht, daß man in Frankreich über die eiſerne Maske noch eine Menge Erklärungen und Romane machen wird. Die Einwohner dieſes Landes ſind eben ſo frivol wie tapfer, und die kleinen Hof⸗Intriguen haben für ſie einen ſehr großen Reiz. Man hätte wohl kaum vermuthet, die Wahrheit über die eiſerne Maske in einem in Amerika veröffentlichten Do⸗ cumente zu finden. Im Ganzen ſtimmt die Angabe mit der am allgemeinſten verbreiteten Meinung überein. C.

Misrellen.

Ein gewiſſer Herr, der weiter gar kein Verdienſt beſaß, als daß er ſtudirt und Geld hatte, hielt um den Kriegsraths⸗ titel an. Friedrich der Große ertheilte ihm ſelbigen; aber in die Reſolution auf des Herrn Bittſchrift mußte auf ausdrück⸗ lichen Befehl des Monarchen Folgendes eingerückt werden:

Der Kriegsrathstitel ſei ihm zwar erſtattet, jedoch mit der Bedingung, daß er ſich's nie einfallen ließe, Sr. Maje⸗ ſtät im Kriege einen Rath geben zu wollen.

Kleine Kritiken.

Ein Roman in Norderney. Von Emmi von Rothenfels. Leipzig, Verlag von Chr. E. Koll⸗ mann. 1864.

Schon früher hat ſich die Verfaſſerin im Roman ver⸗ ſucht, und wir erhalten hier eine ganz im modernſten Leben während der Badeſaiſon von Norderney ſich entwickelnde Er⸗ zählung und Herzensgeſchichte.

Wer den öden weißen Dünenſtrand dieſer Inſel kennt und das bunte Leben mitgemacht hat, welches während der Sommermonate als ein fremdes Element dort ſein heiteres Weſen treibt, wird in den Schilderungen dieſer Darſtellung manche frappante Natürlichkeit und eine kecke und leicht hin⸗ geworfene Portraitmalerei entdecken. Auch die Naturſchilde⸗

Miniſteriums des Cardinals geboren worden ſei. Der Her⸗

rungen jenes Kanincheneilandes mit ſeinen ernſten, aber be⸗