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mationshelden, wie Melanchthon, Luther, Hutten leſen, und man wird ſehen, daß ſie, wie es auch gar nicht anders ſein konnte, in vielen Beziehungen daſſelbe Bret vor Augen hatten, welches ſtets den Lebenden den Blick in die kommenden Zeiten verwehrt.
Will man daher hiſtoriſch wahr und treu ſchil⸗ dern, ſo muß die Purificirung der philoſophiſchen Ideale und Tendenzen ein wenig vermindert werden, und man darf nicht zu ſehr die Einſicht unſerer Ge— genwart mit der der Vergangenheit verwechſeln.
Ferner finde ich, daß auf die Beſchreibung der realen Erſcheinungswelt, alſo des eigentlich Maleri⸗ ſchen, d. h. deſſen, was dem Hiſtorienmaler zunächſt als Außenwerk Stoff für ſeinen Pinſel darbietet, mehr Rückſicht genommen werden ſollte. Es kommt, da man auch in der Denk⸗ und Redeweiſe ſchon ſo ſehr von dem früberen Zeitgeiſt abweicht und größ tentheils, um verſtanden zu werden, abweichen muß, — es kommt viel darauf an, daß ſich wenigſtens der Leſer von der mittelalterlichen Architectur, Häuslich⸗ keit, Lebensweiſe und Tracht einen annähernd richti⸗ gen Begriff mache, denn nur ein charakteriſtiſches Bild hiervon kann ſeiner Phantaſie aushelfen und dieſelbe in ein richtiges Gleis führen. Eine paſſend gelenkte Einbildungskraft unterſtützt aber auch das Gedankenleben beim Leſer. Sehr leicht geſchieht es dagegen, daß man bei den höchſt modernen Geſprä⸗ chen von vornehmen Perſonen aus dem fünfzehnten Jahrhundert verſucht wird, zu glauben, ſie ſäßen eben um den Kaffeetiſch und ließen ſich die Cigarre von Havanna trefflich munden.
Es ſoll damit gar nicht geſagt ſein, als ob in dieſen Geſchichtsbildern ſich irgend Mangel an cultur⸗ biſtoriſchen Kenntniſſen offenbarte, im Gegentheil ſind ſie kenntnißreich geſchrieben, und das hier Erwähnte iſt ein Vorwurf, der jenes literariſche Genre im Allgemeinen trifft.
Ein viel freieres Spiel hat der geſchichtliche Roman, nur muß man auch ihm den Vorwurf machen, daß er häufig über die weite Ausdehnung ſeiner lite⸗ rariſchen Schranken noch hinausſchweift.
Auch in ihm ſollte es ſich der Autor immer zur heiligſten Pflicht machen, das Charaktergemälde der Vergangenheit ſtets mit Strenge feſt zu halten, auch ſelbſt auf die Gefahr hin, daß es dem Publicum ein wenig monoton erſcheine. Denn thut der Schrift⸗ ſteller, um mehr Wechſel und Reiz hervorzurufen, Reagentien hinzu, die einer andern Zeit angehören, ſo genießt dieſe Charlatanerie allerdings vor mancher andern den Vortheil, von der unwiſſenſchaftlichen Maſſe häufig nicht bemerkt zu werden; an ſich aber
Novellen·Zeitung.
bütung von Eintönigkeit auf ſeine alten Eichbäume Roſenblumen anbringen und Papageien in ſeinen deutſchen Tannenwald ſetzen. Er würde deswegen der Kritik lachender Schulknaben zum Opfer fallen. Die Verfaſſer hiſtoriſcher Romane verdienten für manche ihrer bunten Tuſchkaſtenleiſtungen das gleiche Loos.
Wenn ſich jeder geſchichtliche Roman recht genau an die geiſtigen Localfarben halten wollte, die ſeinem Lande und Jahrhundert eigen waren, ſo würde man bei der Lectüre ſolcher Werke immer eine friſche ver⸗ ſchiedenartige Anregung finden und ſich ganz in der angenehmen Lage ſehen, als ob man in einer Bilder⸗ gallerie Gemälde von Velasquez, Giorgione oder Rubens betrachtet. Alle dieſe Schöpfungen ſind von einer andern Palette gemalt und nicht darum bloß, weil ſie nicht durch dieſelben Genien geſchaffen wur⸗ den und jeder Künſtler ſeinen Compoſitionen ein an⸗
Typen der Zeit ſo verſchieden waren, in denen ſie erſtanden.—
Der fleißige Romanſchreiber Paul Stein hat in ſeiner dreibändigen Erzählung„Albrecht von Bran⸗ denburg“ eine Schilderung jenes charakterloſen Kur⸗ fürſten von Mainz verſucht, der zwiſchen Weltlichkeit und Geiſtlichkeit, zwiſchen Aufklärung und Kirchen⸗ tyrannei ſchwankte, an ſeinem Hof aber lange Zeit reformatoriſchen Ideen und Köpfen eine Freiſtatt eröff⸗ nete und ähnlich wie Leo X. in Rom der helleniſchen Sinnlichkeit in daſſelbe Gemach Zutritt verſchaffte, wo die Formen des Fanatismus ihren traditionellen Sitz hatten.
Bekanntlich war auch Ulrich von Hutten unter den Protegirten Albrecht's, und die Schickſale, Geiſtes⸗ pläne und literariſchen Thaten dieſes kühnen Kämpfers ſtrebt der Verfaſſer uns weſentlich vor die Seele zu führen. Der Stoff ſtreift ſomit in Einzelzügen ſehr lebhaft den des Romans„Luther und ſeine Zeit“ von Theodor König.
Stein gehört nicht zu den mit Aengſtlichkeit com— ponirenden Schriftſtellern; im Gegentheil tragen ſeine Arbeiten den Charakter der Raſchheit an ſich, und ſomit läßt ſich ſo manche von den vorhin gemachten einſchränkenden Bemerkungen auch auf dieſes Product beziehn. Indeſſen iſt dem Verfaſſer ſein Streben, auf Spannung hinzuarbeiten, für den größern Leſer⸗ kreis ohne Frage gelungen, und bei der Darſtellung mancher einzelnen Epiſode zeigen ſich gute Inten⸗ tionen und viel Gewandtheit in légerer Erfindung der Handlung. Auch ſind die Geſtalten wirkungsreich gewählt und ſo theatraliſch aufgeſtellt, daß ihre Be⸗
iſt es ein ebenſo frevelhaft unwahres und lächerliches
wegungen den flüchtigſten Leſern nicht entgehen werden!
Beginnen, als wollte ein Landſchaftsmaler zur Ver⸗
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