Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
219
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des Geſchehenen halten und kann ſeine Einbildungs⸗ kraft nur als Vermittlerin zur Abrundung einer le⸗ bendigen Compoſition gebrauchen. Unbedeutende Hin⸗ zudichtungen ſind natürlich nothwendig, denn die Ur⸗ kunden tragen keine ſolche Ausführlichkeit an ſich, daß ſte uns ein an ſich geſchloſſenes Gemälde überliefern, in welchem ſogar ſchon für den Dialog unter den einzelnen Perſonen geſorgt wäre. Doch jene Zuſätze müſſen mit Vorſicht gemacht werden, ſo daß ſie nicht in den Vordergrund treten und keine falſche Be⸗ leuchtung auf das Ganze werfen. Es kommt nur darauf an, mit möglichſter Benutzung des Vorhande⸗ nen die Lücken des Stoffes zu erſetzen und ſolche Einſchiebſel zu machen, die im Geiſte der Zeit gedacht ſind und eine gefällige Bewegung der Handlung her⸗ vorbringen.

Solche Geſchichtsbilder ſollen dem Leſer das rea⸗ liſtiſche Leben ergänzen, welches der Uneingeweihte noch weniger als der Kenner in der Hiſtorie zu fin⸗ den vermag. Dabei ſollen viele zur richtigen Auf⸗ faſſung der Vergangenheit nothwendige Kenntniſſe nicht etwa vorausgeſetzt, ſondern durch dieſe Lectüre erſt vorbereitet werden, indem in Bezug auf Geſetze, Sitten und Gebräuche, auf Religionsbegriffe, Trach⸗ ten, vergangene Formalitäten mannigfacher Art auf eine geſchickte Weiſe alles Erforderliche beigebracht und leicht verſtändlich geſchildert werden muß. Es iſt ein Act der literariſchen Geſchicklichkeit, dieſes Bei⸗ werk unbefangen und als einen organiſchen Zubehör einzuflechten und es nicht mit ermüdender Schulmei⸗ ſterei und Abſichtlichkeit docirend einzuſchalten.

Hierin liegt eine ſehr große Schwierigkeit, denn dem Schriftſteller, welcher die Dinge in der Zeitfolge

nacheinander darzuſtellen hat, bietet hierbei ſeine

Kunſt nicht dieſelbe Bequemlichkeit in Bezug auf figürliche Gegenſtände dar, wie ſie der Maler findet, welcher alles Derartige im Raume nebeneinander abbilden und dem Beſchauer figürlich machen kann. Ein treu gehaltenes hiſtoriſches Gemälde verſetzt unſere Einbildungskraft mit einem Schlage, was das Aeußere der Erſcheinungswelt anbetrifft, in die Vergangenheit zurück. Der Autor gelangt nur durch viele Umwege zu dieſem Ziel. Freilich kann er dagegen auch Zu⸗ ſtände ſchildern, deren Auffaſſung und Wiedergabe ſich dem Pinſel vollſtändig entzieht.

Wer alſo in ſolchen Geſchichtsbildern durchaus ſpannende Erzählungen ſucht, wie ſie die raffinirte Phantaſie der Novelliſten aufzutiſchen pflegt, würde ungerechte Anforderungen ſtellen. Die Entrollung der Vergangenheit bietet an ſich Feſſelndes genug, und man ſollte zufrieden ſein, ſie in unübertriebener Weiſe von Zeit zu Zeit abgezeichnet zu finden.

Folge. 219

Der Herausgeber derGeſchichtsbilder aus dem deutſchen Vaterlande hat ſich eine ſolche Aufgabe geſtellt und ſucht zunächſt die Zeit des Dreißigjähri⸗ gen Krieges nebſt der dicht vorher liegenden Ent⸗ wickelungsperiode deſſelben zu charakteriſiren. Wir finden hier in vier Erzählungenden Burggrafen Friedrich von Nürnberg,den Winterkönig durch den Herausgeber Ferdinand Schmidt behandelt;die Rädelsführer(Thomas Münzer und der Bauernkrieg) iſt von Heinrich Schwert;eine Reichsacht unter Kaiſer Sigismund von Heinrich Wohlthat.

Unter dieſen Darſtellungen zeichnen ſich die von Schmidt als die am beſten behandelten aus; ſie ſind noch am meiſten im Tone der Zeit gehalten und zei⸗ gen einen gewiſſen Fluß in der Vorführung, der eine romanhafte Hinzuthat entbehrlich macht.

Uebrigens würde es dergleichen Erzählungen zum Vortheil gereichen, wenn der Dialog noch mit etwas mehr Vorſicht behandelt wäre. Ich wünſche dabei nicht mißverſtanden zu werden. Es iſt gewiß ein falſcher Weg, wenn ein hiſtoriſcher Erzähler die Wahr⸗ heit ſeiner Farben darin ſucht, daß er, wie z. B. Trautmann, den alten Chronikenſtyl nachahmt und ſteife, veraltete, kaum faßliche Redeweiſe vergangener Tage ſeinen Perſonen in den Mund legt. Dergleichen läßt ſich als charakteriſtiſches Curioſum ausnahms⸗ weiſe toleriren, ſobald es aber immer Anwendung findet, wird es eine manierirte Spielerei, die ihren Zweck als eine ſolche verfehlen muß.

Wohl aber iſt es geeignet, wenn ſich der Autor mit ernſtlichem Studium in die Gefühls⸗ und Ge⸗ dankenwelt der Vergangenheit hineinverſetzt und die Anſchauungen der Vorzeit genau innehält. Hierzu gehört das Beobachten des Geſetzes, daß man nicht aus dem Gedankenrahmen der Zeit heraustritt, d. h. die Perſonen nicht Urtheile und Reflexionen ausſpre⸗ chen läßt, die erſt einer ſpätern Epoche angehören, ja oft erſt die Erlebniſſe unſeres heutigen Cultur⸗ geiſtes ſind, der endlich das Facit aus der Thaten ſumme früherer Jahrhunderte gefunden hat. So ſprach und dachte man mitten in der Reformationsepoche ganz anders über dieſelbe als heute, man ſtand mit⸗ ten in den Begebenheiten und war gar nicht im Stande, ſo zu ſagen den Wald vor Bäumen zu er⸗ blicken. Nun wird aber in der Regel das Geſpräch der damaligen geſchichtlichen Perſonen von Schrift⸗ ſtellern ſo geführt, als wären die Handelnden wieder auferſtandene Geſtalten, welche aus der Zukunft Weis⸗ heit lernten und jetzt genau wüßten, was ſie früher keineswegs oder nur in vereinzelten Fragen wußten: das nämlich, worauf es zu ihren Lebzeiten ankam. Man darf nur die Schriften der erleuchtetſten Refor⸗