Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
217
Einzelbild herunterladen

ſein hei⸗ H auch oft hts helfen

briefliche en Freun⸗ für mich d in mir Nwaͤrte. obſinn ud win unſern ttrug. Ich arben, und freuten ſich Ein guter ähren uns voll Laune ent. Das In Keig⸗ §s hat mich

nlicht darge⸗ verbrannt, ch öfter zu

eunden für

, dah den, wecnen

wüſtern, d

alle Bliefe aufbewahkt, dut Wenn it der Worte ir ir durh di ſt: uns in wiedert eprell⸗ Pir 1 ge⸗ Tuunt, J I uPerſn mI jl wohin

und taum

ſo mehr,

wir ich hier nicht genießen kann.

Vierte Folge.

Briefe des lieben Freundes; ich bewahre ſie als theure

Reliquie einer dahingeſchiedenen Jugendzeit. Sie ſind

pielleicht dem künftigen Biographen eines ſo bedeu⸗ tenden Mannes als erſte Anfänge der Entwickelung von großem Werth. Mir eröffnen ſie eine verklun⸗ gene Welt ſeliger Erinnerungen, und ich durchblättere ſie bald mit einem heitern Lächeln, bald mit einer wehmüthigen Thräne im Auge.

Grimm's Briefe richten ſich zuvörderſt an unſere Jugendzeit, die wir in der Schule mit einander ver⸗ lebt hatten, auch an manche luſtige Streiche und an den Umgang mit den Freunden und Cameraden, wo⸗ für wir Beide den Sinn im Herzen bewahrt hatten. Wir teugen unſere Jugendjahre in freudiger Erinne⸗ rung, und plauderten gern davon. Der erſte Brief des Freundes ſprach noch vom Schmerz der Trennung, von der Sehnſucht nach den Brüdern und Freunden, klagte über Einſamkeit und die unſägliche Schreiberei in den Collegien. Aber er ſchilderte auch freudig die

ſchöne Gegend von Marburg, und erzählte mit heite⸗ lecttirt, und cenen ereig⸗

rem Humor ein Poſtwagen⸗Abenteuer und das Zu⸗ ſammentreffen mit einem excentriſch⸗dummen prahle⸗ riſchen Menſchen, mit dem die Paſſagiere viel Witz und Scherz getrieben hätten.

Ich referirte ihm über Alles, was ſich in Caſſel und in der Schule zutrug, woran er große Freude fand, da er zugleich meine herzliche Zuneigung er⸗ kannte. Er ſchrieb:

Deine Briefe erfreuen mich immer, und um da ich ſehe, daß Du nicht unter die Claſſe der alltäglichen Freunde gehörſt, die ſich ſo bald ver⸗ geſſen.

In einem andern Briefe heißt es:

Wie ſehr freue ich mich jedesmal, wenn ich einen Brief von Dir ſehe, erbreche, leſe, wiederleſe, und noch einmal leſe. So manche Saiten werden dadurch in meinem Innern berührt, ſo manche Erinnerung froher, vergnügter Tage, Stunden und Augenblicke geweckt, die ich in Caſſel mit Dir verlebte, und die O fahre doch ja fort, mein guter Wigand, mir ferner ſolche Briefe zu ſchrei⸗ ben, wenn Du auch von mir ſeltene, trockne und dürre Antworten erhältſt. Mangel an Stoff muß mich ent⸗ ſchuldigen. Wenn Du mir auch die kleinſten Um ſtände aus der Schule oder Komödie erzählſt, ſo macht mir das große Freude, da ich mich im Geiſt an Ort und Stelle, und unter die handelnden Perſonen zu verſetzen weiß. Ich bin überzeugt, Du ſchlägſt mir meine Bitte nicht ab.

Wie nahe wir noch den Knabenjahren ſtanden, und ohne Affectation uns noch des luſtigen tollen Uebermuths, der die Freiſtunden belebte, erfreuten,

217

ſehe ich mit einem heitern Lächeln in einem andern Briefe:

Bei der mir ſo reizend von Dir geſchilderten Schlägerei, o wie ſehr wünſchte ich dabei geweſen zu ſein, nicht aber bei den darauf erfolgten Naſen, denn man iſt dann in einer fatalen Situation. Auf den alten E. häͤtte es alsdann hageldick regnen ſollen. Doch das iſt vielleicht die letzte Schlägerei, von der ihr Tiſche, Bänke und Wände des großen Pädagogi⸗ ums Zeugen waret. Hinfort wird euch nicht mehr der liebliche Anblick ſtaubumwölkter Kämpfer, nicht mehr das ſüße Geräuſch boxender Fäuſte und zur Erde ſinkender Laſten in euren Ohren gellen, denn eure künftigen Bewohner ſind hierzu zu nüchtern.

Der Hauptgegenſtand unſrer Correſpondenz war aber doch Lectüre und Bücher; und die Beſchäftigun⸗ gen unſrer Mußeſtunden theilten wir uns gegenſeitig mit. Sie waren aber noch ziemlich plan⸗ und princip⸗ los. Wir tappten noch ziemlich in der Irre umher, hofften aber das eigentlich Werthvolle und Gute bald zu finden. Er ſchrieb mir:

Leſen iſt noch immer meine Lieblingsbeſchäfti⸗ gung zur Erholung, und es freut mich, daß ich Dich auf einige ſehr vorzügliche Werke aufmerkſam machen kann.

Und dann wieder:

In Anſehung des Bücherleſens bin ich mit Dir ganz einverſtanden. Auch für mich iſt ein ſchönes Buch etwas Herrliches, und eine Erholung, die ich mir ſtets wünſche... Ohne Bücher, Kupferſtiche, Gemälde würde für mich das Leben nicht ſo reizend ſein, als es iſt.

So theilten wir uns dann die Reſultate unſrer Lectüre wechſelſeitig mit und drückten unſere Anſichten in kurzen Urtheilen, oft ziemlich abſprechend aus. Es ging dabei noch ziemlich durcheinander. Wir be⸗ grüßten noch ebenſo mit Wohlgefallen neue Romane von Lafontaine, Cramer und Conſorten, als wir die damals auftauchenden kleinen Erzählungen von Laun beſtens empfahlen. Auch Thümmel machte Senſation. Von einem neuen Werke Jean Paul's hieß es:Schön geſchrieben, aber im Ganzen langweilig. Von Mat⸗ thiſon's Briefen:Herrlich! Die Urne im einſamen Thal:Nicht übel; die Verwicklung recht gut; gehört nicht zu den ſchlechten. Und weiter:Aber von Schil⸗ ler habe ich einige herrliche Stücke abgeſchrieben, beſon⸗ ders das ſchöne Lied von der Glocke.

Ich beſitze es noch von ſeiner Hand geſchrieben. In einem andern Briefe leſe ich:

Den Tod unſeres größten Proſaiſten Engels wirſt Du wohl ſchon wiſſen, ein unerſetzlicher Ver⸗ luſt! Wie ſchön, beinahe pollendet war ſeine Proſa.!