Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
213
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Wollen Sie nicht lieber allein gehen, beſter Premier?

Nein, es ſchickt ſich ſo, Sie müſſen ſich auch gleich vorſtellen. Allons, ſetzen Sie ſich den Helm auf und ziehen Sie wieder die Glacéledernen an.

Meinetwegen, ſeußzte der Lieutenant.

Die beiden Herren waren etwas verlegen, als ſie bei der Majorsfamilie angelangt waren; Lieute⸗ nant von Langen hatte den Premier auf das Hei⸗ ligſte verpflichtet, daß dieſer der Sprecher ſein ſolle.

Der alte Major ſtrich ſich in großer Befangen heit ſeinen grauen Schnurrbart, denn er ahnte, was im Werke ſei, und ſchwankte gewaltig zwiſchen der Befolgung desWunſches des Herrn Oberſten und der geheimen Wünſche ſeiner Frau und Töchter; die Frau Majorin hielt es den Verhältniſſen augemeſſen, ziemlich verdrießlich auszuſehn, und die Geſichter der beiden Mädchen ſtrahlten vor Freude, denn ſie be⸗ griffen recht gut, warum die beiden Officiere kamen. Wenn einmal Theater geſpielt werden mußte, ſo durften ſie dabei doch auch nicht fehlen; was küm⸗ merten ſie eigentlich auch die Stadtmamſells?

Andererſeits fühlte der Premier wieder recht gut, daß ihn der Major mit ſcheelen Blicken anſehe, und Lieutenant von Langen war ſo wie ſo ſchon der gan⸗ zen Viſite abgeneigt. Daher kam das drückende Ge⸗ fühl von allen Seiten, was man im gewöhnlichen Leben allgemeine Verlegenheit nennt. Die gegen⸗ ſeitigen Complimente wollten darüber gar kein Ende nehmen.

Wollen die Herren nicht gütigſt Platz nehmen? meinte die Frau Majorin, auf die Stühle deutend, die bereits um den runden Tiſch gruppirt ſtanden; ſie ſelbſt ſank dabei in die Kiſſen des Sopha's, die älteſte Tochter placirte ſich ihr zur Seite, die andere machte Anſtalten, ſich in einen Fauteuil nie⸗ derzulaſſen.

Herr von Roſenkranz ergriff die Lehne eines Stuh⸗ les, während er noch immer ſeine Verbeugungen machte, und zog ihn hinter ſich; Lieutenant von Langen faßte aus Verſehen dieſelbe Stuhllehne, die Jener, des Be⸗ ſitzes ſicher, bereits wieder losgelaſſen hatte, und zog das Meuble an ſich. Der Premier wollte ſich ſchnell ſetzen und ſaß wirklich in ſeinem Leibrocke und mit dem Federhute in der Hand auf dem Boden.

Der Lieutenant von Langen, die unſchuldige Ur⸗ ſache des Unfalles, bekam einen furchtbaren Schreck, der ſich deutlich in ſeinen Mienen ausdrückte; der Major ſprang auf und eilte ſeinem Premier zu Hülfe, deſſen ſämmtliche Gliedmaßen er zerbrochen glaubte, denn der Fall hatte einen Krach verurſacht, die Ma⸗

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beiden Fräulein hielten ſich ſchnell die Taſchentücher vor den Mund und kicherten hinein.

Der Premier hatte mit großer Geiſtesgegenwart ſo⸗ gleich alle Folgen ſeines Unglücks aufgefaßt; er hatte, Gott ſei Dank! kein Glied gebrochen, aber ſeine neueſten Buckſkin⸗ Inexpreſſibles waren an einer ebenfalls inexpreſſiblen Stelle zerplatzt. Er ſtand eine Secunde ſpäter wieder auf ſeinen Füßen, warf Lieutenant von Langen, der noch immer ſtarr vor Schrecken war, einen furchtbaren Blick zu, blickte dann der Reihe nach Alle an, wobei das Kichern der jungen Damen verſtummte, und dachte in ſeinem Sinne:Wenn ich nur nicht gerade den verfl Leibrock an hätte!

Mein Gott, welcher Schreck! Sie werden ſich doch nicht Schaden gethan haben, Herr von Roſenkranz? Aber um des Himmels willen, wie war das nur möglich? fragte man untereinander. 3

Bitte tauſend Mal um Verzeihung, ſtammelte Lieutenant von Langen.

Ja, ja, eine kleine Niederlage! Ha, hal! recht fatal! Nein, nein, ich bin dabei ganz wohlbehalten geblieben, ich verſichere die Herrſchaften allerſeits. Ha, ha, ha! wie das auch paſſiren konnte? Verzeihen die gnädige Frau und die jungen Damen. Es hat weiter Nichts zu ſagen.

Der Premier hatte große Eile, ſich wieder auf einen Stuhl niederzulaſſen; er war ſehr blaß.

Man bedauerte und lachte durcheinander; Herr von Roſenkranz ſaß wie auf glühenden Kohlen; bei der kleinſten ſeiner Bewegungen riſſen die Inexpreſſibles weiter.

Endlich hatte man ſich beruhigt, obgleich die beiden jungen Damen noch immer deutlich mit ihrer Lachluſt kämpften, und der Premier gelangte dahin, die Abſicht ſeines Beſuches zu entwickeln.

Der Major ſagte kein Wort dazu, ſondern ſtrich ſich nur ſeinen grauen Schnurrbart und blickte feſt auf die Figuren des Fußteppichs; die Frau Majorin begann zu lächeln, denn Roſenkranz hatte geſagt, die Henriette ſei die Hauptrolle des Stückes; Tinchen ſtrahlte vor freudigem Stolze, und ihre Schweſter ſchnitt ein abſcheuliches verdrießliches Geſicht.

Die eine Schweſter blickte auf den Vater mit einer Miene, die ungefähr ſagte:Nun, Deine Erlaubniß habe ich ſchon, die andere ſchien ihn zu fragen:Du wirſt ſie ihr doch unter keinen Umſtänden geben? Aber der Major blieb blind und ſtumm.

Wenn mein Mann Nichts dagegen hat, ſo wird Tinchen recht gern die Rolle übernehmen, ſagte

jorin machte ein etwas ſchadenfrohes Geſicht, und die

die Majorin freundlich. 1

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