Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
211
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bischen ſchwermüthig aus. Iſt auch wohl nicht mehr

ſehr jung?

Siebenundzwanzig Jahre, lieber Camerad. Wie genau Sie das wiſſen, Roſenkranz! Zufällig.

Nun, mir ſchon recht, wenn meine Frau dann auch gerade acht Jahre älter als ich wird. Aber Sie ſagten ja, ich hätte auch noch eine Geliebte?

Warten Sie nur, die kommt gleich an die Reihe. Alſo weiter! Commiſſionsrath Zucker den wird der dicke junge Doctor in der Stadt übernehmen; er hat mir ſchon zugeſagt. Henriette, ſeine Frau Nota bene das iſt Die, der Baron Jakob die Cour macht Hören Sie, lieber Langen, nehmen Sie's mir nicht übel, aber die Rolle muß ich aus leichtbegreif⸗ lichen Rückſichten Tinchen von Dierking anbieten.

Der junge Lieutenant ſprang, wie von der Ta⸗ rantel geſtochen, auf.

Tinchen? rief er ungläubig. licher Ernſt?

Aber Sie werden doch einſehen, daß, wenn wir ein wirklich freundſchaftliches Verhältniß zwiſchen Feſtung und Stadt wiederherſtellen wollen, man nicht von vorn herein die eine Partei vor den Kopf ſtoßen kann. Glauben Sie mir nur: es liegt Alles an den Damen, wenn wir die auf unſerer Seite haben, ſo triumphiren wir. Sehen Sie das nicht ein?

Ja, aber nein, Tinchen von Dierking kann nie meine Geliebte werden! ſagte der junge

Iſt das wirk⸗

Lieutenant eigenſinnig und ging mit großen Schritten

in der Kaſemattenſtube umher.

Aber, lieber Camerad, Sie brauchen ja nicht Ernſt daraus zu machen.

Aber ich muß ſie vielleicht in meiner Rolle gar

küſſen. Nur ein paar Mal ihre Hand. Nimmermehr! lieber ſpiele ich gar nicht mit!

Das fängt gut an, ſeufzte der Premier.Ich kenne zwar ſchon die unendlichen Mühen eines Regiſ⸗ ſeurs, aber Lieber von Langen, ſeien Sie doch ge⸗ ſcheidt, ich habe Ihnen ja die Hauptrolle ausge ſucht. Was können Sie denn noch mehr verlangen?

O, da habe ich auch das Meiſte auswendig zu lernen.

Aber auch den meiſten Ruhm zu ernten; Sie haben ja eine leichte Faſſungsgabe. Ich bitte Sie, ſtören Sie mir nicht meine reiflich erwogenen An⸗ ordnungen; Niemand paßt beſſer für dieſe Rolle als Sie gerade.

Der Premier bettelte und ſchmeichelte bei ſeinem jungen Cameraden, bis dieſer weicher wurde.

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Welches Coſtüm gebrauche ich denn? fragte er, als er ſeine Rolle bekeits in die Hand genommen hatte.

Durchaus ſchwarzer Frack und weiße Cravatte.

Folge.

Was? lieber Premier, dann kann ich die Rolle

wahrhaftig nicht übernehmen.

Der Lieutenant hatte das Heftchen ſchnell wieder:

auf einen Tiſch gelegt.

Aber, um's Himmelswillen, warum denn nicht?

Ich kann den ſchwarzen Frack nicht ausſtehn, ich habe es nie gekonnt, ich mache eine zu unglückliche Figur darin. Ja, wenn es eine Huſarenuniform oder ein leichter Jagdrock wäre! Sagen Sie'mal, lieber Roſenkranz, läßt es ſich denn nicht anbringen, daß der Baron Jakob Huſaren⸗Lieutenant oder Rittmeiſter

a. D. ſei? Bei Leibe nicht; das Coſtüm iſt genau vorge zeichnet. Aber guter, beſter' Langen, Sie haben eine

wahre Apollofigur, Sie muß Alles kleiden, ſelbſt der ſchwarze Frack. Sie köonnen ſich, wenn Sie wollen, ein Paar Ordensbänder einknüpfen, das macht ſich immer gut.

Hm, hm! meinte der Lieutenant, bei Erwäh⸗ nung der Ordensbänder um Vieles ſanfter geworden; ich will's mir noch überlegen. Ich habe aber keinen ſchwarzen Frack.

Ich beſorge ihn Ihnen vom Doctor aus der Stadt, verlaſſen Sie ſich darauf. Er hat ganz Ihre Figur.

Gut, ſo mag's denn ſein, Premier, aber auf Ehre! nur Ihnen zu Liebe. Inländiſche Ordens⸗ bänder darf man wohl nicht auf der Buͤhne tragen?

Ach, darauf kommt's hier gar nicht an! Nehmen Sie, was Sie wollen.

Lieutenant von Langen ging mit ſeiner Rolle ab; der Premier ſeufzte zuerſt aus erleichterter Bruſt auf, dann machte er ein vergnügtes Geſicht.

Den meiſten unſerer Leſer wird das Luſtſpiel der Ball zu Ellerbrunn wohl bekannt ſein; für Diejenigen, welche es nicht kennen, nur ein paar kurze Andeutungen ſeines Inhalts.

Baron Jakob iſt ſeit etwas längerer Zeit als ein Jahr mit ſeiner Gemahlin, einer liebenswürdigen, ſchönen und geiſtvollen Dame vermählt; in ihrer Ein⸗ fachheit genügt ſie ihm aber nicht. Er ſchwärmt viel außerhalb ſeines Hauſes und hat eine intime Bekannt⸗ ſchaft mit der Gattin des Commiſſionsrathes, der von ihm Anſtellung auf ſeinen Gütern hofft, ange⸗ knüpft. Der Baron begiebt ſich unter dem Vorwande, eine größere Reiſe machen zu müſſen, nach Schloß Ellerbrunn, einer ſeiner entfernteren Beſitzungen, wo