Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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bis ihre Handelsbeziehungen, bis ihre Geſchäfte beendigt ſind

1 ſich, wie begreiflich, auf das Vollſtändigſte beruhigt.

bringen: ſilberne Treſſen, Rechenpfennige,

Blaßgeſichter ſo geſchickt zu machen wiſſen.

Liſt, ihrer Behendigkeit und ihrer ſonſtigen körperlichen Vor⸗ züge wegen ſelbſt von den vornehmſten und berühmteſten Häuptlingen geachtet werden, und wenn es Mädchen ſind, ſo haben ſie neben der helleren Farbe des Vaters und der außer⸗ ordentlichen Liebenswürdigkeit der Mutter gewöhnlich einen ſo hohen Grad von Schönheit, daß ſie die Zierde eines jeden europäiſchen Salons ſein würden. Es wäre höchlichſt zu . verwundern, daß die Amerikaner nicht ihre Race verbeſ⸗ ſern, indem ſie ſolche Halbblut-⸗Indianer heirathen, wenn mman nicht wüßte, in welchem unerhörten und völlig unmo⸗ tivirten Grade dieſe auf ihre erhabene Abkunft hochmüthig ſind; wenn man nicht wüßte, daß ſie jede andere Race als balb thieriſch und als weit unter ſich ſelbſt ſtehend anſehen.

Wenn die Familie ſich im Laufe von vier bis fünf Jah⸗ ren um ſo viele Kinder als Jahre vermehrt hat, pflegt der Trapper die Gegend nicht mehr zu beſuchen; iſt er ein Jahr ausgeblieben, ſo betrauert die junge Frau ihn als einen Ge⸗ ſtorbenen, ſie gilt nun für eine Wittwe und hat als ſolche ſchreckliche Anfechtungen, ein Jeder will die junge, reiche Frau heirathen, ſie iſt eine treffliche Partie, beſonders die jungen Herren von Habenichts ſind hinter ihr her, diejenigen jungen Krieger, welche, von armen Eltern ſtammend, keine rei⸗ chen Brautgeſchenke bieten können, ja nicht einmal eine Hütte haben. Finden ſie Gnade vor den Augen der Wittwe, ſo fällt das Kaufgeld weg, und das Haus und die eingerichtete Wirthſchaft iſt auch vorhanden und kommt nicht wenig in Betracht. In ſolchem Falle hat die junge Frau völlig freie Wahl, ſie kann ganz ihrem Herzen folgen, kaum leiten die Eltern durch einen freundlichen Wink die Angelegenheit. In ſolchem Caſus wird auch wohl die Frau mit etwas mehr Achtung behandelt, als ſonſt unter den Wilden üblich.

Höchſt merkwürdig iſt, daß die Abkömmlinge der Wei⸗ ßen und Eingebornen, daß die Miſchlinge ſich für etwas viel Beſſeres halten als die Stammeltern mütterlicherſeits und auch von dieſen dafür gehalten werden. Sie unterſcheiden ſich von denſelben nicht allein durch ihre Farbe und manche gute Eigenſchaft, ſondern auch durch die ſe r ſchlechte Eigen⸗ ſchaft des übertriebenen Hochmuths, vermöge deſſen ſie es verſchmähen, ſich mit den Eingebornen ihres Stammes zu verbinden. Sie verheirathen ſich gewöhnlich unter einander

(d. h. nicht gerade Bruder mit Schweſter, wohl aber immer

Ort wandernd bei jedem Volke drei bis vier Wo chen leben,

Die junge Frau des Trappers iſt ein Gegenſtand des ſtillen Neides aller andern, denn ſie trägt Kattunkleider, ſie hat bunte Tücher, ſie trägt wohl gar o die überaus Glück⸗ liche! ſie trägt wohl gar einen Strohhut, und jede junge Schöne gleichen Alters bedauert herzlich, daß dem Trapper . ſeine Religion verbietet, mehr als eine Frau zu nehmen; dieſe eine Frau aber iſt darüber ſehr froh, denn die Einzige zu ſein, iſt trotz aller Demuth der Indianerfrauen doch immer⸗ dar ihr ſtiller Wunſch, darum pflegt ſie ihren Herrn während der kurzen Zeit ſeiner Anweſenheit auch ganz beſonders, und darum kommt er nie, ohne ihr die ſchönſten Geſchenke mitzu⸗

Novellen⸗Zeitung.

Halbblut mit Halbblut) oder, wenn es möglich iſt, noch lieber

mit Weißen, weßhalb von ihnen ſehr häufig Raubzüge nach dem ſo haben ſie immer nur eine Frau und ihr Gewiſſen fühlt

Unterlande gemacht werden, um ſich von dort mit ſchönen Frauen zu rekrutiren. Sie pflegen dann nichts weiter zu thun, als eine europäiſche Anſiedlung, eine Farm, ein einzel⸗ nes Dorf zu überfallen und die Mädchen zu entführen. Wehren ſich dabei die Männer, ſo giebt es allerdings blutige Köpfe, doch wird dabei keiner ſkalpirt, keiner getödtet. Weh⸗ ren ſie ſich nicht, ſo läuft Alles friedlich ab, denn ſie rauben nicht einmal eine wollene Decke oder ein Pferd für die mit⸗ geführte Schöne, ja ſie nehmen dieſelbe ſogar in der Regel unbekleidet, ſie nehmen dieſelbe aus dem Bette mit ſich, die jungen Räuber ſetzen die jungen Mädchen vor ſich auf ihre Pferde, hüllen ſie in ihre Decken und Bekleidungsſtücke ſorg⸗ ſam ein, behandeln ſie mit großer Achtung, verletzen ihre

welche ſie zu Ehre, ihr Schamgefühl nicht im Entfernteſten, bringen ſie Schmuck aneinanderhängt, meſſingne Ketten und was der

überaus reizenden, wunderbaren Dinge mehr ſind, welche die Ceremonieen von den Elte Ihre Hütte zählt mit jedem Jahre einen Bewohner mehr, und dies iſt der Ur⸗ ſprung der vielen Halbblut⸗Indianer, welche, wenn ſie dem männlichen Geſchlechte angehören, ihres Muthes und ihrer

unberührt in die Heimath, und hier erſt, nachdem gewiſſe

en oder Großeltern des jungen Halbblut⸗Indianers vollzogen worden, werden ſie die Frauen ihrer Entführer.

Solche Verbindungen pflegen ſtets ſehr glücklich zu ſein, denn obwohl der Indianer das Weib als ſehr niedrig, als ſehr weit unter ihm ſtehend betrachtet, ſo iſt doch wieder die weiße Race ihm etwas ſo Erhabenes und Achtenswerthes,

daß er ſtets mit Ehrerbietung zu ſeiner jungen Frau empor⸗ ſieht, und das gefällt derſelben, weil ſie, vielleicht eines deut⸗ ſchen oder iriſchen Tagelöhners Kind, eine ſolche Behandlung gar nicht gewöhnt iſt.

Die Fälle ſind durchaus nicht ſelten, nie aber hört man, daß die weiße Frau eines Halb⸗ oder Ganzindianers frei⸗ willig zu den Ihrigen zurückgekehrt wäre, im Gegentheil, wenn die Eltern ihre Freunde aufgeboten und nach mehreren Jahren vergeblichen Suchens die geraubte Tochter nun end⸗ lich gefunden hatten und ſie ſo mit Gewalt zurücknahmen, wie ſie ihnen mit Gewalt geraubt worden war, ſo war unbe⸗ ſiegbare Schwermuth und der baldige Tod wegen ungeſtillter Sehnſucht das Loos der Unglücklichen glücklich durch ihre Entführung, unglücklich durch ihre Heimkehr. 6.

Aus dem Thierleben.

Ueber den Bären, das einzige noch in den europäiſchen Gebirgen lebende größere Raubthier, bringt in Bezug auf die Jagd und Zähmung desſelben Brehm in ſeinen Schilde⸗ rungen einige ſehr intereſſante Details. In Spanien, er⸗ zählt der Verfaſſer, geſchieht die Vertilgung dieſes Raubthie⸗ res noch immer faſt ausſchließlich durch die Oſeros oder zünf⸗ tigen Bärenjäger, deren Gewerbe vom Vater auf den Sohn erbt. In der Achtung der Spanier ſtehen dieſe Leute ſogar über denToreros oder Stierfechtern, und das mag der beſte Beweis von der Gefährlichkeit ihres Handwerks ſein. In der That gehört wahrhaft männlicher Muth dazu, einen Bären in der Weiſe jener Leute zu erlegen. Unter Mithülfe von zwei ſtarken und tüchtigen Hunden ſucht der Oſero ſein Wild in dem faſt undurchdringlichen Dickicht der Gebirgs⸗ wälder auf und ſtellt ſich ihm, ſobald er es gefunden, zum Zweikampfe gegenüber, Mann gegen Mann. Er führt kein Feuergewehr, ſondern ganz eigenthümliche Waffen: ein brei⸗ tes, ſchweres und ſpitziges Waidmeſſer an der Seite und ei⸗ inen Doppeldolch, welcher zwei ſich gegenüber ſtehende, drei⸗ ſeitig ausgeſchliffene und nadelſcharfe Klingen beſitzt und den Handgriff in der Mitte hat. Den linken Arm hat der Mann

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