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Vierte Holge.
„Herr Lieutenant, ich habe geſtern Abend einen Brief vom Feldwebel bekommen.“
„Vom Feldwebel? Biſt Du toll, Kerl? Was hat Dir der Feldwebel zu ſchreiben?“ 1
„Nein, er hat den Brief blos von der Poſt holen laſſen.“
„Das iſt ſeine verfl— Pflicht und Schuldigkeit. Von wem war der Brief?“
„Aus meiner Heimath. Von Guſte.“
„Wer iſt Guſte?“
„Meine Schyeſter. iſt todt.“
„Dein Vater, Käſemeyer?“
„Zu Befehlen, ja, Herr Lieutenant.“
„Hm, hm,“ machte der Premier ſehr ernſt.„Du mußt Dich ſchon darein fügen, mein Sohn.“
„Ja, aber ſie will Geld haben, um ihn begraben zu laſſen, ſonſt kommt er auf den Armenkirchhof, und das, Herr Lieutenant, das—“
„Schon gut, Käſemeyer. aufſtehen.“
Der Lieutenant erhob ſich, zog ſeinen Schlafrock und die Pantoffeln an und ging an ſeine königliche Commode, d. h. die von der Kaſernenverwaltung gelieferte birkene; er zog die oberſte Schublade auf, kramte darin herum und blieb dann wieder nachdenk⸗ lich ſtehn.
„Käſemeyer,“ ſagte er endlich,„‚hier haſt Du einen Zehnthalerſchein; Du brauchſt ihn mir nicht wiederzugeben, Du kannſt ihn an Deine Schyweſter Guſte ſchicken. Es thut mir leid, daß ich Dir nicht mehr geben kann, aber, da nimm und ſchreibe nach Hauſe.“.
Der Musketier ſtand eine ganze Weile unbe⸗ weglich; er ſtreckte endlich zögernd die Hand aus und meinte:
„Aber, Herr Lieutenant, das geht doch nicht. Unſere Waſchfrau ſagt, ſie will auch nicht länger warten, denn ſie hat ſchon ſeit drei Monaten Nichts gekriegt, und—“
„Kerl, biſt Du verrückt? Was geht das Dich an? Ich verbitte mir ſolche Frechheiten, oder, ſtraf' mich Gott! ich ſchicke Dich in's Loch. Hier ſind die zehn Thaler, und nun packe Dich'raus oder ein heiliges—“
Käſemeyer hatte den Zehnthalerſchein genommen und nach ſeiner Heimath geſchickt; andere gute Men⸗ ſchen halfen auch, und der alte Käſemeyer kam nicht auf den Armenkirchhof. Aber ſeit dieſem Tage hätte der Premier ſeinen Burſchen von oben bis unten himmel⸗ blau anſtreichen können, er hätte ihn auch todtſchlagen können, und Käſemeyer würde nicht gemuckſt haben.
Herr Lieutenant, der Olle
Warte einmal, ich will
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Man hat nun einen Blick in das Herz des Pre⸗ mier⸗Lieutenants von Roſenkranz gethan, ſehe man ſich auch einmal ſein Aeußeres an.
Er iſt klein, faſt zu klein für einen Officier; wäre er vor die Kreis-Erſatz⸗Commiſſion gekommen, ſo würde dieſe ihn wegen ſeiner geringen Körperlänge allein haben zurückweiſen müſſen. Aber er trägt ſeine Figur ſehr ſtolz, und die Uniform kleidet ihn; es iſt, als ob er immer ſagen wollte:„Man mißt Männer und Officiere nicht nach der Elle.“ Dabei hat er, wie die kleinen Leute insbeſondere, viel Grazie in ſeinen Bewegungen, ohne daß dieſe geſucht erſcheinen möchten. Er hat kein ſchönes und auch kein häßliches Geſicht, aber es iſt angenehm, freundlich und offen. Seine Augen ſind grau, aber höchſt gutmüthig, und ſein größter Stolz iſt ſein langer blonder Schnurr⸗ bart à la Chinoise. Manchmal iſt er ein bischen Hypochonder, beſonders wenn er kein Geld hat, was ſehr oft paſſirt, dann wieder Feuer und Flamme, vorzüglich wenn es gilt, Anderen einen Dienſt zu leiſten. Darum opfert er ſich jetzt auch ſo für das Vergnügen ſeiner Cameraden. Vielleicht denkt er dabei auch an ſein eigenes, hat Nebenanſichten, aber ſo viel iſt gewiß, daß er nie ein eingefleiſchter Egoiſt geweſen, noch je werden kann. Was den Dienſt be⸗ trifft, ſitzt er feſt im Sattel, und ſeine Cameraden und Vorgeſetzten müßten ſehr undankbar ſein, wenn ſie ihn nicht liebten und hochſchätzten.“
Herr von Roſenkranz gab ſich alſo alle erdenk⸗ liche Mühe, das projectirte Liebhabertheater in Gang zu bringen, aber er hielt die Sache ziemlich geheim und theilte auch vorläufig keine Rollen aus, um jede überflüſſige Bemerkung über den ganzen Plan zu ver⸗ meiden. Es wehte überhaupt trotz der Winterzeit eine ſchwüle Luft über der Feſtung P.: der Major ſagte ſeinen Officieren gewiß Nichts, wenn er nicht durchaus mußte; der Commandant war erſt einige Wochen zuvor auf ſeinen Poſten gekommen und war noch„zu neu“, wie man zu ſagen pflegt, um den Ver⸗ ſuch zu wagen, ſich mißliebig zu machen, aber bei den verheiratheten Officieren und Militärbeamten oder vielmehr in ihren Familien, da gährte es gewaltig. Warum die durch fünf Jahre geheiligten Traditionen umſtoßen? warum mit der Stadt wieder in Verbin⸗ dung treten? warum ſollte der Lieutenant von nun an wieder mit der Bürgermeiſtertochter tanzen anſtatt mit der Frau Auditeur oder Kaſernen⸗Inſpector? Und wer war es denn auch, der dieſe Revolution im ge— ſellſchaftlichen Herkommen wagte? Hm, ein Paar junge Lieutenants.(Fortſetzung folgt.)
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