Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
197
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platz und zum Thore der Feſtung hinaus. Alſo nach der Stadt! Was ſollte denn das bedeuten?

Auch die Stadt ſtand auf dem Kopfe, wie man ſo zu ſagen pflegt; überall wurden Gucklöcher an den befrorenen Fenſterſcheiben gemacht, dahinter lauſchten braune, ſchwarze und blaue Augen.

Nun? Was giebt's denn? Iſt ein Prinz oder ein General angekommen? Sieh doch, was der Kleine für einen komiſchen Hut auf dem Kopfe hat! Ach, was für eine Taille hat doch der Lieutenant von Langen!

Warum wirſt Du denn ſo roth, Lieschen? Wo ſie nur hinwollen!

Die Herren theilten ſich indeſſen in Gruppen zu Zweien oder Dreien, und dieſe verſchwanden wieder in einzelne Häuſer, die von den Honoratioren der Stadt bewohnt wurden.

P. war zwar nur eine kleine, aber recht belebte Stadt; da ihre Lage den Betrieb des Handels ſehr begünſtigte, fand man daſelbſt viele große Kaufleute, die ein Haus machten und in früherer Zeit eine recht angenehme Geſellſchaft für die Officiere gebildet hat ten. Der Premier kannte die Verhältniſſe von Alters her, er hatte deshalb ſeinen Cameraden auch genü⸗ gende Auskunft über die abzuſtattenden Beſuche geben können.

Wir wollen die Viſitenmacher nicht bis in die Empfangszimmer verfolgen; Jedermann kennt ja die Anmeldungen, die vielen Complimente, die etwas ſteife und verlegene Unterhaltung, dann das Stuhl⸗ rutſchen, die neuen Complimente, und ſchließlich die Urtheile, die von beiden Seiten über die neue Be⸗ kanntſchaft gefällt werden. Wir wollen nur erwäh⸗ nen, daß die Officiere überall mit großer Artigkeit und Freundlichkeit empfangen und auch wirklich gern geſehen wurden, denn die jungen lebensluſtigen Mäd⸗ chen und ihre zärtlichen Mütter begannen zu ahnen, daß ſich mit dieſen Beſuchen eine neue Aera des geſellſchaftlichen Lebens in P. eröffne, und einer ſolchen hatten ſie ſchon längſt ſehnlichſt entgegen⸗ geblickt.

Das Eis war gebrochen, man ſah großen Ereig⸗ niſſen entgegen.

Die nächſten unmittelbaren Folgen dieſes wichti⸗ gen Tages waren nicht zu verkennen; am Officiertiſche ging es lebendiger her als ſonſt, denn man brauchte

nun nicht mehr vom Dienſt allein zu ſprechen und militäriſche Anekdoten zu erzählen, ſondern hatte an⸗ 1 dere Anhaltepunkte; der Vorſtand der ſtädtiſchen Reſ⸗

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maachte ein ernſtere

ſource beeilte ſich, dem ganzen Officiercorps der

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und die Damen von der Feſtung rümpften, wenn ein Lieutenant vorbeiging, die Näschen; ſelbſt die dicke Hauptmannsfrau mochte den Premierlieutenant von Roſenkranz, den Haupt⸗Attentäter, wie ſie ſich aus⸗ drückte, nicht mehr leiden.

Aber Herr von Roſenkranz hatte nicht Zeit, dies zu bemerken und zu beklagen. Er hatte den Fähnrich mit den beiden Burſchen und den Büchern bis auf eines der letzteren wieder nach der Leihbibliothek zurückgeſchickt und machte im Geheimen ſeine Vorbe⸗ reitungen zur Ausführung des großen Planes, deſſen oberflächliche Erwähnung ſchon bei den jungen Damen der Stadt ſo große Senſation erregt hatte. Den ganzen Nachmittag ſchrieben zwei dienſtfreie Unter⸗ officiere bei ihm Rollen ab, und das alte, ſeit Jahren nicht mehr benutzte Theater in der ſtädtiſchen Reſ⸗ ſource wurde wieder zuſammengenagelt. Sehen wir einmal, was Herr von Roſenkranz jetzt den ganzen Tag über zu Sn hatte, ſo daß er des Abends oder um Mitternacht, wenn er ſich niederlegte, wohl mit einem ſchweren Seufzer ſagen konnte:

Ich denke einen langen Schlaf zu thun,

Denn dieſer letzten Tage Müh' war groß.

Aber ſelbſt der lange Schlaf war dem armen Märtyrer verſagt, denn wenn er nicht als du jour Habender ſchon Morgens um ſechs Uhr die Bauge⸗ fangenen und Militärſträflinge mit ihren Patrouil⸗ leuren auf das unmelodiſche Hornſignal, dem die Sol⸗ daten den Text:Treibt die Schw'rut! unterlegen, zur Arbeit antreten laſſen mußte, ſo trat die Com⸗ pagnie doch ſicherlich um halb acht Uhr zum Exer⸗ ciren an, und davon konnte er ſich bei'm beſten Willenenichtdrücken. Wenn man nun aber drei gute Stunden lang Schnee geſtampft hat oder bei fünfzehn Graden Kälte im Exercirhauſe trotz Pelz⸗ kragen und Paletottaſchen zu einem Eiszapfen ge⸗ froren iſt, dann iſt es wirklich aufopfernd, wie von unſerem Premier, ſchnurſtracks nach der ſtädti⸗ ſchen Reſſource zu laufen und zwei Zimmerleute zu beaufſichtigen, die in einem kalten Saale arbeiten und abſcheulichen Tabak dabei dampfen. Nun muß der Premier um zwölf Uhr wieder zur Parade auf der Feſtung ſein, die Feſtung liegt unmittelbar an der Stadt, man braucht von der Reſſource bis dahin aber doch wohl eine Viertelſtunde, von da geht es zum Mittagstiſch, dann werden die Rollen abſchreibenden Unterofficiere controllirt, von drei bis fünf Uhr wird wieder exercirt, von fünf bis ſechs Uhr ſtudirt er den Fähnrich ein, der auch mitſpielen muß, obgleich er

bedeuten, aufzutreten, von ſechs bis ſieben Uhr muß

Garniſon Einladungskarten zu überſenden; der Major Beſcht als ſonſt, ſagte aber Nichts,

er die Inſtruction oder den theoretiſchen Unterricht

ſehr blöde iſt, auf denBretern, welche die Welt