Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
196
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kommen und über den Alarmplatz ſchreiten ſah, ge⸗

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Die Herren erhoben ſich geräuſchvoll; die beiden

Ordonnanzen erſchienen und nahmen ihnen die Pfei⸗

Novellen⸗Zeitung.

Dieſe ganze Nacht über ſah man Licht in der

S;;. ⸗Kaſematte des Premier⸗Lieutenants von Roſenkranz.

fen ab, brachten die Paletots, Mützen und Degen und Der aufopferungsfähige Petit-maitre ſchonte ſich nicht, räumten die Kaffeetaſſen vom Tiſche ab. Man trennte wenn es das allgemeine Wohl galt; er durchſtöberte

ſich; der dicke Hauptmann ging nach ſeiner Wohnung, i äſchen zu machen, der zweite revidirte im toch einmal die Kaſematten ſeiner Com⸗ machten eine Promenade in die

pagnie, die l friſche Winterluft hinaus.

Nur der Fähnrich durfte dieſes Mal nicht an derſelben Theil nehmen, denn Premier⸗Lieutenant von Roſenkranz blieb, von einem Gedanken ergriffen, vor der Thür des grünen Häuschens auf dem Alarm⸗ platze, über der eine Laterne prangte, plötzlich ſtehen, wandte ſich zu ihm und faßte ihn mit Daumen und Zeigefinger an einen Mantelknopf.

Fähnrich, ſagte er zu ihm,Sie können mir einen Gefallen thun.

Wie der Herr Lieutenant befehlen, erwiderte Jener ſehr dienſtfertig.

Nehmen Sie ſich Ihren Burſchen und den mei⸗ nigen mit und gehn Sie unverzüglich nach der Leih⸗ bibliothek unten in der Stadt. Dort laſſen Sie ſich alle Bücher mit Theaterſtücken geben, die nur aufzu⸗

treiben ſind, und ſchaffen ſie nach meiner Kaſematte;

ein Pfand werden Sie nicht zu laſſen brauchen, wenn Sie ſich legitimiren. Verſtanden?

Befehlen, Herr Lieutenant.

An demſelben Tage geſchah in der Feſtung nichts anderes Ungewöhnliches, als daß man zwei Stunden ſpäter den Fähnrich wieder aus der Stadt herauf⸗

folgt von zwei Musketieren, deren jeder einen großen Wäſchkorb mit Büchern trug. Die Wäſchkörbe hatte der intelligente Burſche des Herrn von Roſenkranz bei der Köchin der dicken Frau Hauptmann geborgt.

Sieh doch, Minchen, ich bitte Dich um Alles in der Welt! was der Fähnrich von Papas Bataillon mit allen den Büchern wollen mag? rief Tinchen, die jüngſte Tochter des Majors von Dierking, die gerade ebenſo impertinent blond und ebenſo mager wie ihre Schweſter ausſah, der letzteren verwun⸗ dert zu.

Ach, der arme Menſch! er wird gewiß zum Officier⸗Examen ſtudiren wollen.

Muß man dazu denn aber ſo viel wiſſen?

Ja, liebes Tinchen, ich habe mir nur ſagen laſſen, daß der Lieutenant von Langen, der immer ſo ſtolz thut, als ob wir gar nicht die Töchter ſeines Majors wären, zweimal dabei durchgefallen

nicht beſſer zu.

bei dem Scheine einer kleinen Lampe mit grünem Schirme den Theaterſchatz der ſtädtiſchen Leihbiblio⸗ thek, die wirklich kein Pfand genommen hatte. Er hatte ſich den Fähnrich zu ſeiner Beihülfe comman⸗ dirt; dieſer reichte ihm die Bücher einzeln zu und packte ſie wieder fort, machte Notizen auf ein Stück Papier und kochte Kaffee in der blechernen Maſchine, damit Beide durch das narkotiſche Getränk ſich den Geiſt frei und die Müdigkeit fern hielten.

Kaum war am anderen Vormittage das Exer⸗ ciren beendet, ſo hatten die Damen der Feſtung, die hier und da hinter den aufgethauten Fenſterſchei⸗ ben ſaßen, ein Schauſpiel, das ſie in große Ver⸗ wunderung und, wie man ſogleich hören wird, ſogar in Beſtürzung verſetzte.

Die ſämmtlichen Herren Lieutenants erſchienen nämlich auf dem großen Alarmplatze in Waffenrock

Glacéhandſchuhen; Lieutenant von Roſenkranz trug ſogar Leibrock und Federhut.

Sie wollen Viſite machen! rief die dürre Frau Auditeur entſetzt und raſte wie ein Wirbelwind in ihrem Beſuchszimmer umher. V Da wurden ein Paar Stücke feiner Wäſche von der Trockenleine abgeriſſen, die zwiſchen dem Spiegel⸗ haken und dem Fenſterkreuze befeſtigt war, ein Paar blaue Strümpfe des Auditeurs, die am Ofen über einer Stuhllehne hingen, wurden unbarmherzig in die glühende Röhre geworfen, bis ſie erſt ſpäter ein un⸗ erträglicher Brandgeruch wieder erlöſte, die Dame ſetzte eine Haube mit roſa Band auf und ſchlug einen großen Shawleum, die Actenſtücke vom letzten Kriegs⸗ gericht, die der Auditeur leichtfertiger Weiſe auf dem Tiſche in der Putzſtube hatte liegen laſſen, flogen auf die Dielen in der Nebenſtube, kurz, es gab bei Audi⸗ teurs einen Heidenrumor. 4 a In den übrigen Familien der Feſtung ging es Bei'm Major wickelten ſich Minchen und Tinchen gegenſeitig die eingerollten ſemmelblon⸗ den Locken aus, die beiden ſchielenden Töchter des Platzmajors riſſen ſchleunigſt die leinenen Ueberzüge von Sopha und Stühlen und ſtießen dabei mit den Köpfen an einander, und die dicke Frau Hauptmann ließ die Suppe verbrennen, weil auch ſie erſt Toi⸗ lette machen mußte.

Aber die Täuſchung klärte ſich bald auf: zu all⸗ gemeiner Verwunderung gingen die Herren, ohne ab⸗

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zuſchweifen, in ſchnurgerader Richtung über den Alarm⸗

und Helm, mit den neueſten Epauletten und weißen

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