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ja am beſten verſtehen mußte. meine Herren, wir brauchen Damen, und wir werden
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er ſtrich ſich nur die bartloſe Oberlippe, die er alle Morgen zu raſiren pflegte, um ein ſtärkeres Wachs⸗ thum der Haare zu erzeugen.
„Ja, wir brauchen Damen zu unſerem Liebhaber⸗ theater,“ erklärte Herr von Roſenkranz, der die Sache „Ich ſage Ihnen,
ſie haben!“
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Die letzten Worte wurden mit großer Energie geſprochen.
Aller Augen hingen an dem Antlitze des Pre⸗ miers, der große Rauchwolken von ſich blies und dann die Pfeife fortlegte, als wolle er damit ſagen, daß er einen großen Entſchluß gefaßt habe.
„Sie meinen doch nicht etwa, lieber Camerad,“ rief der dreimonatliche Epaulettenträger,„die beiden Töchter des Platzmajors, die ſo unangenehn ſchielen, oder die Frau des Auditeurs, die mir in ihrer Mager⸗ keit immer wie eine Kreuzſpinne vorkommt, oder un⸗ ſere dicke Frau Hauptmann?“
„Still!“ ſagte der zweite Hauptmann gebiete⸗
riſch;„vergeſſen Sie, junger Herr, nicht die Ach⸗
tung, die wir unſeren Damen von der Feſtung ſchul⸗ dig ſind.“
Der vorlaute Lieutenant biß ſich vor Aerger in die Oberlippe.
„Nein,“ fuhr der Premier mit vieler Würde fort, „die meinte ich nicht, nur werde ich die verehrte Frau Hauptmann bitten, daß ſie in den Proben das unum⸗ gänglich nöthige Amt einer Dame d'honneur über⸗ nimmt, und ſie wird es thun, meine Herren, denn ich bin gut bei ihr angeſchrieben, ich küſſe ihr jedesmal die Hand, wenn ich ſie ſehe.“
„Aber woher die Liebhaberinnen?“ rief man von mehreren Seiten geſpannt.
„Meine Herren,“ ſagte der Premier feierlich. „Gehn wir um vier oder fünf Jahre zurück.“
„O weh!“ ſeufzte der dicke Hauptmann.„Damals war ich noch Capitain zweiter Claſſe.“
„Ich noch Seconde⸗Lieutenant,“ bemerkte Herr von Roſenkranz.„Ich ſtand damals auch hier in P.; ich hatte nämlich damals einen Windhund, und die Beſtie ließ ſich nie einſperren, wenn wir auf der grünen Wieſe draußen zum Exerciren waren; wenn ihn
mein Burſche anband, biß er den Strick entzwei, ſprang
durch’s Fenſter— ich wohnte Parterre— und war auf dem Platze, ehe ich mich's verſah. Die Canaille machte mir viel Aerger, denn ſie blaffte immer den Gaul unſeres Regiments⸗Commandeurs an, und der Alte fiel dabei zweimal vom Pferd.“
„Was hat das aber mit unſerem Liebhabertheater
zu thun?“ fragte der junge Lieutenant.
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Folge. 19⁵5
„Das werden Sie ſogleich hören. Wegen der Beſtie eben wurde ich damals hierher verſetzt. Der Came⸗ rad lebte damals hier wie Gott in Frankreich; wir verkehrten mit der Stadt, wir arrangirten Bälle und Liebhabertheater, tanzten mit den hübſcheſten jungen Mädchen, und Jeder von uns hatte ſeine kleine In⸗ clination:“„
Der Premier ſeufzte unwillkürlich, rich vergaß ſich und machte:„Ah la
„Dann kam die Teufelsgeſchichte von 1848. Hier blieb zwar Alles ruhig, aber es gab doch kleine Rei⸗ bereien zwiſchen Militär und Civil. Wir zogen uns von der Geſellſchaft zurück; ſeitdem iſt es ſo geblie⸗ ben. Warum? ich weiß es wahrhaftig nicht, denn die Gemüther ſind längſt wieder abgekühlt und ver⸗ ſöhnt. Es will nur keine Partei den Anfang machen, das alte hübſche Verhältniß wieder herzuſtellen, und, meine Herren, ich ſage Ihnen: unſer Vergnügen liegt in der Stadt, nicht auf der Feſtung!“
Es herrſchte eine Weile tiefes Schweigen.
„Aber,“ bemerkte der zweite Hauptmann ſehr bedenklich,„aber Sie wiſſen, wie die höheren Vor⸗ geſetzten—“
„Aber wir können hier nicht vor Langeweile ſter⸗ ben!“ rief der Dreimonatliche enthuſiasmirt.
und der Fähn⸗
„Nein, meine Herren,“ ſetzte der Premier feier⸗ lich hinzu,„wir müſſen Viſiten in der Stadt machen, wir müſſen eine gemeinſame Reſſource einrichten, wir müſſen Liebhaberinnen haben, Bälle, Dilettanten⸗ Concerte, Landpartien im Sommer, Picknicks, kurz, wir müſſen leben. Meine Herren, ich werde meinen Burſchen noch heute Nachmittag Leibrock und Feder⸗ hut hervorſuchen laſſen; wer von Ihnen thut das Gleiche?“
„Ich,“ ſagte der Dreimonatliche entſchieden; „ich habe mir zwar Leibrock und Federhut, die auf dem Sterbeetat ſtehn, nicht mehr bei meiner Equi⸗ pirung angeſchafft—“
„Schadet nichts,“ meinte der Premier,„Sie werden auch in Waffenrock und Helm Epoche machen, lieber Langen.“
„Aber—“ ſagte der zweite Hauptmann.
„Hm, hm,“ machte der Dicke.
„Roſenkranz hat Recht!“ rief die Majorität. „Wir machen Viſiten in der Stadt!“
„Aber was wird der Major dazu ſagen?“ mahnte der zweite, ernſte Hauptmann.
„O, der alte Herr iſt zu gut, uns in unſeren Vergnügungen ſtören zu wollen.“
„Aber der Oberſt und höher hinauf in K.?“
„Hm, wir bedürfen keiner Bevormundung in unſerem außerdienſtlichen Leben.“


