Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
189
Einzelbild herunterladen

als Die⸗ dem ein

aus den

ſt gering, zuld ein,; er ſich g er kei⸗ r wieder ließt ſich G unzer⸗ unach gewohdn. nmer nicht

daß Nie⸗ läßt; ds öm Wagen nmen, die hrend des würde er euge auf⸗ legenheit airgends, ſch ſeine edagegen althier von ſt; alsbald fer iſt der den Geſetze s geſtohle⸗ muß noch gehört hat, bringen, ihm das

gäche Ur⸗ in Mexice Grade von inigen ſih e Neigung, und welch uſten Di de Kligiol ſten Dam

kenſ ſich zu it gtoßem 1 welcher gt, cfeil theils daß

(Tj get

Vierte

zermalmen, und daher giebt es denn auch bis auf dieſe Stunde unter den Abkömmlingen der Spanier in Mexico gar Kämpfe zwiſchen Wachteln und andern ſtreitbaren Thie⸗ ren, zwiſchen Widdern und Böcken, aber am meiſten werden doch immer die wilden Leidenſchaften durch das allergewöhn⸗ lichſte Glücksſpiel in Schwung erhalten.

Nicht nur in jedem feinen und geringen Hauſe wird geſpielt, ſondern ſelbſt in ganz kleinen Dörfern und Städten ſind recht eigentliche Spielbäuſer vor anden, ſolche, in denen man täglich von da, wo Bewegung unter die Leute kommt, bis zur Sieſta, und dann von vier Uhr an, wenn die Sieſta vorüber iſt, bis ſpät in die Nacht ein Haſardſpiel treiben ſieht, welches el Monte genannt wird, und welches für den unbefangenen, nicht der ſpaniſchen Claſſe angehörigen Zu⸗ ſchauer nicht nur kein Intereſſe gewährt, ſondern ihn auch fragen läßt, worin denn der Reiz dieſes Spiels liegt. Es findet keine Berechnung ſtatt, es kommt die Geſchicklichkeit nicht mit in das Spiel, es iſt alſo nur der bloße Geldgewinn, wie bei Paar oder Unpaar und ähnlichen geiſtreichen Spielen. Das aber iſt intereſſant für den Beobachter, daß ſich die wil⸗ deſten Leidenſchaften auf den Geſichtern der Spielenden ma⸗ len. In den deutſchen oder franzöſiſchen Spielhäuſern, in den Bädern der kleinen Fürſtenthümer, in denen das Spiel noch geduldet wird, weil es dem Landesherrn ſeine beſte Rente abwirft, kann man Tauſende von Thalern hin⸗ und herwandern ſehen, ohne daß der Verlierende oder Gewin⸗ nende eine Miene darüber verzieht. Die Geſittung hat eine ſolche Gewalt über die Leidenſchaften erlangt, daß ſie dieſel⸗ ben beſiegt, wenigſtens dem äußern Schein nach, daß man ſie nicht blicken läßt. Wie ganz anders hier, wo jeder verlorne Piaſter einen Fluch hervorlockt, wo größere Verluſte von Zähneknirſchen, von wilden Ausrufen begleitet ſind, wo der Banquier hundertfältig mit dem Tode bedroht zu ſein ſcheint, weil immerfort das Meſſer in der Hand des Verlierenden zuckt, zwar nicht gebraucht wird, aber doch immer zum Ge⸗ brauch bereit iſt, und wo endlich bei der nächtlichen Heimkehr durch die Finſterniß der unregelmäßigen und niemals er⸗ leuchteten Straßen der Mord immerdar über demjenigen ſchwebt, der unglücklicher Weiſe mit ein paar hundert Piaſter belaſtet nach Hauſe geht.

Das ſo oder anders am Spieltiſche Gewonnene bringt keine Schande, wohl gar Ehre; man hält denjenigen, der recht viel gewonnen hat, für einen ſchlauen Menſchen, und Schlauheit iſt ſo gut bei den Yankees, als bei den Mexica⸗ nern ein Ruhm, auch fragt Niemand danach, wo das Geld hergekommen iſt, wenn es nur da iſt.

Man ſieht, welche traurige Grundſätze in dem ſchönen Lande herrſchen.

Unter den Leibesſpielen, welche die herrſchende Claſſe in Mexico allgemein übt, gehört das Hahnenlaufen zu den drol⸗ ligſten Schaufeſten. Es wird ein Hahn mit den Füßen ſo hoch freiſchwebend angebunden, daß ein unter ihm hinweg⸗ ſprengender Reiter den Kopf nur mit genauer Noth und mit einem Schwung, den er ſich auf dem Pferde giebt, erreichen kann. Der Hahn muß lebendig und möglichſt munter ſein, damit er durch ſeine Bewegung es dem Reiter noch ſchwerer macht, ihn zu fangen, auch wird ihm der Kopf tüchtig mit Fett eingeſchmiert.

Alle diejenigen, welche an dem Spiele theilnehmen wollen, ſind beritten, und es jagt immer einer nach dem an⸗ dern unter dem Hahn weg und ſucht ihn zu ergreifen. Nachdem es ſehr Vielen mißlungen, dadurch aber das Fett von den Federn entfernt iſt, hat endlich einer das Glück, den

189

Hahn zu faſſen, und dann reißt die abſichtlich nur ſchwachge⸗ drehte Schnur, der Hahn iſt im Beſitz des Siegers, d. h. vorläufig, denn in dem Augenblick, wo der Hahn von ſeinem Aufhängepunkt abgeriſſen iſt, ſtürzen alle anweſenden Mit⸗ ſpieler auf den Glücklichen zu und ſuchen ihm denſelben zu entreißen. Hierbei kommt es nun immer zu dem wildeſten Handgemenge, von allen Seiten angefallen, iſt es dem Sie⸗ ger kaum möglich, ſeine Beute zu vertheidigen, dabei wird das arme Thier buchſtäblich in Stücke zerriſſen. Derjenige, der ſchließlich den Kopf in der feſtgeſchloſſnen Hand behält, iſt der wirkliche Sieger, und das iſt keineswegs immer der⸗ jenige, der den Hahn von ſeiner Schnur abgeriſſen hat. Knieend überreicht inun der Caballero ſeine theuer erkaufte Trophäe der Schönen ſeines Herzens, und durch die Annahme derſelben verpflichtet ſie ſich, ihm während des ganzen Fan⸗ dango treu zu bleiben. Mit dieſem Worte wird nicht ſowohl der bekannte Tanz, als vielmehr der Ball, die Abendver⸗ ſammlung, in welcher getanzt wird, bezeichnet. Auch der Name Ball(baile) iſt den Mexicanern bekant, er gilt aber nur für die höheren, feineren Geſellſchaften, Diejenigen, bei denen nicht getanzt wird, heißen Tertulias.

Ein ähnliches Spiel, welches für edler gehalten wird, weil es bei Weitem gefährlicher iſt, heißt el Coleo(Schwanz⸗ ziehen) und es wird an Feſttagen, beſonders auf dem Lande, aber wohl auch vor den Städten geſpielt. Man ſucht den unbändigſten Stier aus, den die Heerde des nächſten Ran⸗ chero hat, und wenn die Spielgeſellſchaft verſammelt iſt, wird er losgelaſſen und alle Caballeros jagen hinter ihm her. Der ihm zunächſt folgt, faßt ihn, ſobald er ihn erreicht hat, beim Schwanz, und indem er weiter jagt, ſucht er ihn aufzu⸗ heben und zu überſtürzen, ſo daß er über ſeinen eigenen Kopf auf den Rücken fällt.

Ein Jeder ſieht ein, daß hierzu eine ganz ungewöhnliche Kraft gehört; denn ein ſolcher Stier hat ein bedeutendes Ge⸗ wicht, aber es gehört auch eine ganz außerordentliche Ge⸗ ſchicklichkeit dazu, denn theils muß zum Ergreifen des Schwan⸗ zes genau der Moment benutzt werden, wo der Stier beim Galoppiren auf die Vorderbeine niedergegangen iſt und die Hinterbeine in der Luft ſchweben, theils aber muß der Reiter gleichzeitig gewandt genug ſein, um ſich vor den gewaltig ausſchlagenden Hinterläufen des Stieres in Acht zu nehmen mit denen in Berührung zu kommen durchaus nicht wün⸗ ſchenswerth iſt.

Aus dieſen Spielen erſieht man ſchon, daß überhaupt das Rohe vorwaltet, und ſind dabei auch die Kräfte in nicht geringem Grade geübt, werden dabei auch die Muskeln ge⸗ ſtählt, e Glieder gewandt gemacht, ſo iſt doch das ganze Vergnügen über die Maßen unäſthetiſch, aber es iſt nach dem Geſchmack des Volkes, das vielleicht ſehr unglücklich ſein würde, wenn es dieſer Spiele entbehren ſollte.

Zu den für den Fremden allerabſcheulichſten Unſitten der Mexicaner gehört das Tabakrauchen, welches ſo allge⸗ mein iſt, daß es von Kindesbeinen beiden Geſchlechtern an⸗ haftet. Die Cigarren haben zweierlei Form, es ſind entwe⸗ der Puros, dann gleichen ſie den unſrigen vollſtändig, ſie ſind ganz aus Tabak(daher der Name Puros, d. h. rein), oder es ſind Cigarritos, Cigarros, bei denen die Hülſe nicht gleichfalls Tabak, ſondern Papier iſt.

Dieſe Cigarros macht ein Jeder ſich ſelbſt, der Ranchero auf ſeinem Pferde im vollen Galopp dem wilden Stiere nach⸗ ſetzend, und doch dabei den geſchnittenen Tabak in das Pa⸗ pierblättchen wickelnd, befeſtigend, Feuer ſchlagend und die Cigarre nicht verlierend noch ausgehen laſſend in dem Au⸗

Folge.