Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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Rovellen⸗Jeitung.

chen zwei Mal ihren Blick ungeduldig auf uns ge⸗ bunderte weder Knecht noch Herren gegeben, wo das

richtet, und ich möchte um keinen Preis die Urſache ſein, daß Sie ſchon am erſten Tage Ihrer Verhei⸗ rathung eine Strafpredigt erhielten. V

Land und Leute in Holſtein.

Von E. Heuſinger.

(Schluß.)

Der Mann ſcheint's zu verſtehen! lächelte Dirxen, als wir weiter ſchritten, ohne ihn in ſeinen Betrachtungen zu ſtören.

Der Onkel greift immer nach dem rechten Mann bei ſeinen Geſchäften.

Sie ſelbſt aber, lieber Herr, ſcheinen es weniger genau zu nehmen bei Ihrem Bonitiren. Sie ſehen ſich das weite Land an in der Ferne, und überſehen, denk' ich, die Länderei in der Nähe, um die Sie ge⸗ ſandt ſind.

Was ich von der Letzteren geſehen, Herr Dirxen, das genügt, um mein Urtheil darüber abzugeben. Das Größenmaß habe ich von Ihnen noch zu er⸗ warten. Laſſen Sie mich Ihnen aber jetzt ſagen, was ich auf unſerer Morgenſchau nebenbei noch gedacht.

Nun? forſchte Dirxen.

Ich kann's Eurem König⸗Herzoge ſo ganz nicht verargen, daß er mit ſo großer Zähigkeit an den Herzogthümern hängt. 3

Noch weniger aber, ſagte mein Wirth, indem er ganz erſtaunt über meine Rede neben mir ſtehen blieb,noch weniger aber wird man es uns hier ver⸗ übeln, wenn wir mit Hand und Fuß gegen dieſe An hänglichkeit uns ſträuben. Alle Welt weiß doch, daß ſie keinen andern Grund hat, als zu ſeinem mage⸗ ren Seelandsbrod aus Holſtein die fette Butter zu

holen. Man ſoll Gott und dem Landesherrn geben

was recht iſt, aber nicht fremden Götzen dienen in

knechtiſcher Furcht! Das ſind die Worte, die wir von unſerem wackeren Paſtor Harmſen auf der Kanzel ver⸗ boliſchen Pferdeköpfen, womit na nehmen, und er predigt nicht Aufruhr, er legt den Hohen und den Niedrigen die Liebe an's Herz. Dem ſo manches Andere iſt die Liebe zu den Herzoge zu geben was billig, wer wollte ſich deſſen Bewohnern

weigern, wenn er ein rechter Herzog wär'? Sie haben mich mißverſtanden, Freund Dirxen!

Gewiß nicht, ich weiß was Sie andeuten woll⸗ ten. Daß Sie am allerwenigſten ein Dänenfreund ſind, habe ich geſtern am Abend ſchon gehört. Aber ich bin im Lande Dithmarſen geboren, wo es Jahr⸗

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Wort frei war wie der Gedanke, und das erbt fort, bis der letzte Holſte begraben iſt. Sind wir jetzt viel beſſer daran als Knechte, während der Dänen⸗ vogt und die Poſthalter keinen Brief uns zukommen laſſen, auf dem unſere Länder bei'm rechten Namen genannt werden?

Ich drückte Dirxen die Hand; eine Thräne trat ihm in's Auge, als er fortfuhr:

Ich hatte mir ein Neſt hier gebaut, ſo ſchön wie eins im Lande. Seitdem mein einziger Sohn geſtorben, der ſchon bei Fridericia zum Krüppel ge⸗ ſchoſſen wurde, und meine Frau vor Gram ihm in's Grab gefolgt iſt, leidet es mich hier nicht mehr, wo mich Alles an die Verlorenen erinnert. Die Zeiten werden trüber bei uns mit jedem Jahre. Auch meine Tochter hofft nicht mehr auf eine beſſere Zukunft. Sie iſt, obgleich früher dagegen, jetzt entſchieden meiner Meinung geworden, daß wir ziehen.

Ich ſah, wie es im Innern des Holſteiners wogte, und ſuchte dem Geſpräch eine andere Wendung zu geben, indem ich'bat noch einmal durch das Pferde⸗ gatter zu gehen, und gleich darauf wandten wir uns dem etwas höher liegenden Fleck in den grünen Auen zu, der den edelen Roſſen nicht allein zur Weide, ſondern auch zum nöthigen Tummelplatze diente.

Kaum waren wir eingetreten, ſo trabte der ganze Schwarm zu uns heran, an der Spitze Dirxen's Lieb⸗ lingspferd, die kohlſchwarze Cora. Zutraulich legte ſie den ſchönen Kopf auf ſeine Schulter, während er unter freundlichen Worten ihren ſchlanken Hals um faßte, dann folgte ſie uns Schritt für Schritt bis zum Ausgange. Als Dirxen das Heck ſchloß, ging das ſchöne Thier nicht gleich wieder zu ſeinen Gefährten. Wie trauernd ob des Scheidens blieb es ſtehen, und wir vernahmen Cora's Wiehern aus der Ferne noch lange auf dem Heimwege. Gleich den Söhnen der Steppe, liebt auch der Norddeutſche ſeine Pferde. Sie ſind ihm unter allen Hausthieren die liebſten. Die Zuneigung zu den Pferden offenbart ſich nicht allein in der Sorgfalt, womit ſie von ihm gepflegt werden, ſondern auch in den zierlich geſchnitzten ſym⸗ ch altem Brauche die

beiden Giebel ſeiner Wohnung geſchmückt ſind. Wie Pferden den der norddeutſchen Küſten als Erbtheil den altgermaniſchen Stämmen, die Jahrtauſend hier ihre Vorgänger

überkommen von ſchon vor einem waren.

Ein wundervolles Pferd! ſagte ich, noch ein⸗ mal nach dem ſchwarzen Roſſe mich umſehend.

Ja, ſchön, fehlerfrei und dem Kenner die beſten

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