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walts befinde. Plötzlich war er aus der Reſidenz verſchwunden, Niemand wußte, wo er geblieben ſei⸗ Ich fürchtete ein trauriges Ende, einen Selbſtmord, und dieſer Gedanke beſchäftigte mich, bis der Brief, den Sie mich ſoeben leſen ſahen, mir Alles erklärte. Während von mir der Unglückliche bereits vollſtän⸗ dig aufgegeben worden war, hatte Henriette, dieſe milde Engelsſeele, beſchloſſen, noch einen letzten Ver⸗ ſuch zu ſeiner Beſſerung zu machen. Sie unterſtützte ihn heimlich, aber unter der Bedingung, fern von der Reſidenz auf einem abgelegenen Meierhofe bei braven, ſittlich guten Leuten ſich wieder an Arbeit und Nüch⸗ ternheit zu gewöhnen. Und ſehen Sie, Gott hat meiner Tochter ſchönes Werk geſegnet; aus dem be⸗ reits Verlorengeglaubten iſt wieder ein ordentlicher Menſch geworden, bereit jenſeits des Meeres ein neues fleckenloſes, thätiges Leben zu beginnen. Dieſe, Nacht..“
„Dieſe Nacht?“ rief ich, und mein Athem ſtockte, während mein Herz zu zerſpringen drohte.
„Dieſe Nacht,“ fuhr der Baron fort,„war er heimlich hier und hatte mit meiner Tochter eine Un⸗ terredung im Park.“
„O mein Gott,“ ſtöhnte ich,„jetzt begreife ich Alles!...“
„Nicht wahr,“ fuhr der Baron fort, ganz in den Gegenſtand vertieft, mit dem er ſich beſchäftigte,„Sie errathen den Zweck einer ſolchen Zuſammenkunft?— Es handelte ſich darum, die letzten Verabredungen zu treffen. Meiner Zuſtimmung im Voraus gewiß, hatte Henriette es übernommen, dem Gebeſſerten durch mich die nöthigen Geldmittel zur Ueberfahrt nach Amerika und dort zur Begründung einer geſicherten Exiſtenz zu verſchaffen; hier iſt nun der Brief, in welchem er mich darum anſpricht, und er ſoll ſich dies⸗ mal gewiß nicht umſonſt an mich gewendet haben, ich werde reichlich für ihn ſorgen.“
„Aber ich,“ rief ich verzweiflungsvoll,„ich habe mir eine Beleidigung gegen Ihr Fräulein Tochter zu Schulden kommen laſſen, die ſie mir nie verzeihen wird.“
Jetzt war die Reihe an dem Baron, mich mit dem Ausdruck des größten Erſtaunens anzublicken. „Unmöglich!“ rief er endlich,„Ihre Erziehung... Das Betragen meiner Tochter...“
O,“ entgegnete ich noch immer im höchſten
„O Schmerz,„in derſelben Nacht, wo dieſe Unterredung ſtattfand, war auch ich im Park.“
Die Stirn des Herrn von Weſtern verfinſterte ſich. „Seien Sie unbeſorgt,“ entgegnete ich, ihm klar ins Auge ſehend,„ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich keine Ahnung davon hatte, Fräulein Henriette
im Park geſehen haben, war wohl im Stande,
Novellen⸗Zeitung.
dort zu treffen; die Schönheit der Nacht allein trieb mich ins Freie.“
Der Baron reichte mir die Hand.„Es bedarf Ihrer Rechtfertigung nicht,“ ſagte er vertrauensvoll.
„Kaum hundert Schritte von dem Platze, wo ſich das Fräulein befand,“ fuhr ich fort,„wurde ich ein unfreiwilliger Zeuge der hier erwähnten Zuſammen⸗ kunft.“
„Nun, und—?“
„Ich vermochte es nicht über mich, gegen das Fräulein wegen dieſes Vorfalls zu ſchweigen. Dieſen Morgen kam es zwiſchen uns zu einer Erklärung. Ich habe Aeußerungen gethan...“
„Still, mein junger Freund,“ ſagte der Baron mit der ihm eigenthümlichen Seelengüte,„ich will nicht wiſſen, was Sie geſagt haben. Schließen Sie Ihren Frieden mit meiner Tochter, das iſt der ein⸗ zige Rath, den ich Ihnen geben kann. Das, was Sie Sie irre zu führen. Alſo ein reuiges Geſtändniß, und dann hoffe ich, Henriette wird Gnade für Recht er⸗ gehen laſſen.“.
„Aber ich fürchte, das Fräulein wird mir gar nicht geſtatten, vor ihr zu erſcheinen.“
„Melde meiner Tochter,“ rief er dem durch den Klingelzug gerufenen Bedienten zu,„daß Herr von Mohrenfeld ſich in meinem Auftrage die Freiheit neh⸗ men wird, ſich nach ihrem Befinden zu erkundigen.“
„Und nun, mein junger Freund,“ ſetzte er zu mir gewendet hinzu;„wenn ich Ihnen einen Rath. geben ſoll, ſo folgen Sie dem Boten auf dem Fuße. Es giebt Fälle, wo man am beſten thut, wenn man den Damen ſo wenig wie möglich Zeit zum Ueberle⸗ gen läßt.— Verſuchen Sie, ob ſich in dieſem Falle dieſe Lehre bewährt.“
Fort war der Baron, und ich ſtieg mit Herz⸗ klopfen die Treppe hinauf. Welche Erklärungen zwi⸗ ſchen mir und Henriette erfolgten, hierüber mögen mir die geneigten Leſer die näheren Mittheilungen erlaſſen; nur ſo viel ſei erwähnt, daß, als ich eine halbe Stunde darauf an ihrer Seite zurückkehrte, mein Geſicht vor Wonne ſtrahlte, und die Augen Henriet⸗ tens den meinigen mehr als einmal in himmliſcher Huld begegneten.
Zu unſerer Ueberraſchung gewahrten wir, als. wir in den Garten traten, Suſanna und den Doctor in lebhaftem Geſpräch mit einander. Die Erſtere lachte in der ſchelmiſchſten Weiſe von der Welt, ſchuttelte ihr niedliches Köpfchen und hielt ſich un⸗ erbittlich die Ohren zu, während mein Freund ihr mit dem drolligſten Geſicht folgte und ſich in Be⸗ theurungen ergoß, von denen wir nur noch die Worte
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