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die Sie in Geſellſchaft eines Mannes dieſe Nacht im Garten erblickten, allein ich wende mich an Ihre Discretion, ich bitte Sie über einen Vorfall zu ſchweigen, der vorläufig noch ein Geheimniß blei⸗ ben muß.“
„O,“ rief ich, nun in ein höhniſches Gelächter ausbrechend,„ſeien Sie unbeſorgt, durch mich ſollen Ihre Geheimniſſe nicht verrathen werden, ich kann ſchweigen und, wenn es ſein muß, den dienſtgefälligen Leporello trefflich ſpielen.“
„Wie,“ entgegnete die Baroneſſe, indem ſich ihre Geſtalt plötzlich ſtolz emporrichtete und ihre ſonſt ſo ſanften Augen die Gluth des Zornes belebte,„wie, mein Herr, Sie ſetzen die Ritterlichkeit, die Sie einer Dame ſchuldig ſind, ſo weit bei Seite, daß Sie es ſogar wagen, mich mit einem weiblichen Don Juan zu vergleichen?“
Da ſtand ich wie niedergedonnert. Durch meine Hitze hatte ich den Vortheil über ſie aus der Hand gegeben; aus einer Angeklagten war ſie plötzlich eine Anklägerin geworden und ſie hatte Recht, denn vor jedem Gerichtshof der guten Sitte wäre ich unſtrei⸗ tig verurtheilt worden.
Ich bereitete mich zu einer Entſchuldigung vor,
.„.. aber kaum waren die erſten Worte über meine Lippen
gegangen, als Henriette mit dem Stolz einer Königin mir eine Verbeugung machte und mit einem Ernſt, der ſich in eine unbeſchreibliche Würde hüllte, die Worte an mich richtete:
„Ich erlaſſe Ihnen jede Rechtfertigung, Herr von Mohrenfeld.“
Hiermit ſchien aber auch ihre Kraft gebrochen zu ſein; Thränen, heiße Thränen, die brennend auf mein Herz fielen, drangen aus ihren Augen, und er⸗ ſchöpft ſchwankte ſie der Thüre zu. Beſtürzt eilte ich ihr nach, aber eine ſanfte Bewegung ihrer Hand ge⸗ bot mir zurückzubleiben, ich gehorchte und ſank, bren⸗ nende Fieberhitze im Gehirn, auf einen Stuhl, zwei⸗ felhafter als je, was ich von dieſem Auftritt und von dem Benehmen des Fräuleins denken ſollte.
Stubenrauch, dem es nicht gelungen war die ge⸗
wünſchte Unterredung mit Suſanne zu erlangen, fand mich daher bei meiner Rückkehr noch niedergedrückter als zuvor. Wir ſtimmten Beide in dem Wunſche überein, daß unter ſo gänzlich veränderten Verhält⸗ niſſen erſt der Abend und mit ihm die Stunde des
Abſchieds erſchienen ſein möchte, nahmen uns übrigens
vor, Herrn von Weſtern nicht das Mindeſte merken zu laſſen und deshalb auch gegen die Damen dem äußeren Scheine nach in unſerem Benehmen nichts
noovellen⸗Zeitung⸗
den Hof reiten, und kurz darauf trat er uns heiter und liebevoll entgegen.
„Wir werden noch einen Gaſt zu Mittag be⸗ kommen,“ rief er,„einen alten Bekannten, Herrn Eiſen⸗ garn; derſelbe wird uns nächſtens ein hübſches Feſt geben, und wenn ich nicht irre, liegt es in ſeiner Ab⸗ ſicht, heute die Damen perſönlich einzuladen. Es ſoll ein Gartenfeſt ſein, zu Ehren eines niedlichen Schwei⸗ zerhäuschens, welches er hat erbauen laſſen und das er mit Erlaubniß meines kleinen Herzenskindes Su⸗ ſannenruh⸗ zu taufen beabſichtigt.“
Der Doctor trat an's Fenſter und trommelte etwas lebhaft auf den Scheiben, der Baron aber wendete ſich zu mir und rief:
„Aber wo bleiben denn heute unſere Damen? Weder Henriette noch Suſanne läßt ſich ſehen; wahr⸗ haftig, wenn dieſelben noch lange auf ſich warten laſſen, ſo werde ich Sie, lieber Mohrenfeld, erſuchen, ſich als außerordentlicher Botſchafter in meinem Namen zu ihnen zu begeben.“*
Jetzt war die Reihe an mir in Verlegenheit zu gerathen, und ich beneidete den Doctor, welcher noch immer hartnäckig ſein Getrommel fortſetzte.
Plötzlich vernahmen wir Suſannens helle liebliche Stimme, und von dieſen Tönen elektriſirt, richtete ſich Stubenrauch ſofort ſteif wie ein Rekrut empor, was ihm äußerſt poſſirlich ſtand, und heftete ſeinen Blick mit dem Ausdruck der höchſten Spannung auf den Eingang des Zimmers.
Plötzlich wurde die Thür lebhaft aufgeriſſen, und Suſanne ſtürzte mit freudeſtrahlenden Blicken und mit einem Siegesgeſchrei herein.
„O mein Gott,“ rief ſie zu ihrem Vormund ge⸗ wendet(Herr von Weſtern war ihr Vormund, und ſie befand ſich im Beſitz eines artigen kleinen Vermögens), „o mein Gott, Margarethe iſt ſoeben angekommen!.. Sie hat mir Alles geſagt!.. O, hören Sie nur, mein theurer Vormund—“*
„Margarethe?“ ſagte der Baron ſchmerzlich bewegt,„ſo iſt alſo geſchehen, was ich längſt ver⸗ muthete, und alle Warnungen und Ermahnungen haben nichts geholfen?..“
„O nein, nein,“ fuhr Suſanne mit Thränen in den Augen fort,„im Gegentheil, ſie iſt geheilt, ſie iſt gerettet, und hier, hier ſteht derjenige, der dieſes ſchöne Werk vollbracht hat!“
Das junge Mädchen zeigte dabei auf den Doctor, V welcher noch immer wie ein armer Sünder im Hinter⸗ grunde ſtand. Dann, als fühle ſie, daß ſie ihm für die erlittenen Schmerzen eine Genugthuung ſchuldig
zu ändern. Gerade als wir in dieſer Beziehung unſer ſei, eilte ſie plötzlich mit der ganzen Anmuth ihres
Verhalten feſtgeſtellt hatten, ſahen wir den Baron in Weſens, mit freudeſtrahlendem Geſicht auf ihn zu,
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