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Ganz anders würde ſich die Rechnung geſtalten, wenn der nordamerikaniſche Krieg plötzlich endete, wodurch ge⸗ gen 3,000,000 Ballen Baumwolle mehr auf den Markt ge⸗ worfen werden würden.
Das erwähnte Circular ermahnt die Fabrikanten, jetzt nicht mehr Baumwolle als für den augenblicklichen Verbrauch zu kaufen, weil die Wahrſcheinlichkeit dafür ſpreche, daß die Baumwollenpreiſe bald ſinken müßten. Ueberdies ſei ſehr zu beachten, daß leinene und wollene Stoffe bereits begonnen hätten, die baumwollenen zu verdrängen, und das werde in der Zukunft noch weit mehr geſchehen.
Während Oſtindien gegenwärtig England die meiſte Baumwolle liefert, ſcheint es auch gleichzeitig der ſtärkſte Conſument engliſcher Stoffe zu ſein, was ſich wenigſtens aus den engliſchen Ausfuhrliſten während der letzten dreizehn Monate zu ergeben ſcheint.
Vom 1. October 1862 bis 31. März 1863 betrug die Ausfuhr einfacher baumwollener Gewebe nach Calcutta mo⸗ natlich 9,000,000 Yards, nach Bombay 5,750,000 Yards; vom 1. April bis 31. October 1863 dagegen nach Calcutta monatlich 20,000,000 NYards und nach Bombay 20,370,000 Yards. Bei dieſer in ſo hohem Grade geſteigerten Ausfuhr nach Oſtindien läßt ſich eine Ueberfüllung des dortigen Marktes vermuthen, und die Wahrſcheinlichkeit ſpricht dafür, daß ein Abnehmen der Ausfuhr dorthin eintreten muß.
Trotz dieſer großen Ausfuhr Englands nach Oſtindien wird dadurch der Werth der von dort nach England ver⸗ ſchifften Producte nur theilweiſe gedeckt, und fortwährend werden von England aus Maſſen baaren Geldes nach Oſt— indien und China geſandt, die nie für Europa zurückkehren. Gerade deshalb aber iſt es für Europa im ſtaatsökonomiſchen Intereſſe wünſchenswerth, daß Amerika wieder der Hauptlie⸗ ferant der Baumwolle werden möge, weil dort der Preis der ausgeführten Baumwolle durch die Einfuhr fertiger Fab⸗ rikate aus Europa mehr als gedeckt wird. Während die Silberausfuhr aus Europa früher nach China für den von dort bezogenen Thee, der zum kleinen Theil mit Opium, dem größern Theile nach mit Silber bezahlt wurde, ſchon ſehr bedeutend war, iſt dieſelbe in der neuern Zeit durch die von vort bezogene Seide noch ſehr geſtiegen. Da nun von China das Silber eben ſo wenig wie aus Oſtindien ſeinen Weg nach Europa zurückfindet, ſo wird es jedenfalls bedenklich, wenn Europa für die Zukunft ſich gezwungen ſehen ſollte, die ihm unentbehrliche Baumwolle in Oſtindien und China gegen baar Silber anzukaufen, und wenn in dieſer Art der ohne⸗ hin bereits große Abfluß der edlen Metalle— beſonders des Silbers, das man in Oſtindien eben ſo wie in China dem Golde bei weitem vorzieht— ſich noch bedeutend vermehrte. Dieſem Uebel würde vorgebeugt, wenn Nordamerika die Baum⸗ wolle wieder lieferte, geſchähe es auch zu höhern Preiſen als früher, wenn der Anbau der Baumwolle anſtatt von Sclaven von freien Arbeitern beſorgt würde. C.
Eine Epiſade aus der Belagerung von Purbla.
Beim letzten Ball in den Tuilerien bemerkte man, daß der Kaiſer ſich lange Zeit mit einem jungen Cavallerieofficier
unterhielt. In den Geſichtszügen des Kaiſers ſprach ſich ein ſehr lebhaftes Intereſſe aus, das von allen Naheſtehenden be⸗ merkt wurde.
Es war der Souslieutenant de James der afrikaniſchen Jäger, einer der Helden der franzöſiſchen Expedition in Me⸗
Novellen⸗Jeilung.
rico. Sein Name war in jedem Munde, und Jeder wieder⸗ holte ganz leiſe die Heldenthat des jungen Officiers, welche ſein Waffenbruder, der Marquis de Gallifet, ſich beeilt hatte, mit dem Feuer und der Herzlichkeit zu erzählen, wie es unter Kriegscameraden gewöhnlich geſchieht.
Einige Tage vor der Belagerung von Puebla hatte man ein mexicaniſches Cavalleriecorps ſignaliſirt, welches der belagerten Stadt eine Zufuhr von Lebensmitteln und Munition brachte. Der Souslieutenant de James, welcher mit ohngefähr ſiebenzig Mann auf Recognoscirung ausge⸗ ſchickt worden war, fand ſich plötzlich 2000 mexicaniſchen Lanciers gegenüber. Ohne zu zaudern, befiehlt er den An⸗ griff und ſich mit großer Heftigkeit voranſtürzend, haut er ſich durch die feindliche Cavallerie durch, ohne ſich darüber zu beunruhigen, ob die Seinigen ihm zu folgen im Stande waren oder nicht.
Er hat bereits drei Wunden empfangen; ſein rechter
Arm iſt von einem Lanzenſtich durchbohrt. Den Säbel mit der linken Hand ergreifend, ſucht er ſich einen Weg zu bahnen, denn bei den Zufällen dieſes ungleichen Kampfes war er von den Seinigen getrennt worden.
Zwanzig Reiter umgeben ihn und ſetzen ihm heftig zu; ſein tödtlich verwundetes Roß ſtürzt nieder, um nie wieder aufzuſtehen; er ſelbſt, ſchwer verletzt, richtet ſich mit Mühe auf ſeinen beiden Knieen hinter ſeinem Pferde, das ihm als Wall dient, auf und ſetzt mit einer noch immer furchtbaren Ener⸗ gie dieſen verzweifelten Kampf fort. Man ruft ihm zu ſich zu ergeben; er antwortet mit verdoppelten Anſtrengungen. Er will bis zum letzten Tropfen ſeines Bluts, das bereits aus zwölf breiten Wunden ſtrömt, kämpfen und dem Feinde nur den lebloſen Körper eines franzöſiſchen Officiers laſſen; aber ſeine Kräfte verlaſſen ihn, der Säbel entgleitet ſeinen Hän⸗ den und er ſinkt ſterbend zuſammen.
Nun nähern ſich die mexicaniſchen Lanciers und be⸗ trachten ihn, wie er ausgeſtreckt auf der Erde liegt, mit einer wilden Freude.
„Man muß ihm vollends den Garaus machen,“ ſagt Ei⸗ ner von ihnen. Und ſeinen Carabiner ergreifend, ſetzte er ihm das Rohr an die Schläfe; aber durch eine inſtinctmäßige Bewegung wirft der Sterbende, als er die kalte Waffe fühlt, die ſich auf ſeine Stirn ſtützt, den Kopf zurück, und die Kugel zerſchmettert ihm blos die Kinnlade.
Als ein Anderer ſieht, daß dieſer verſtümmelte Körper noch einige Lebenszeichen von ſich giebt, ſo erhebt er ſeine Lanze, um ihn zu durchbohren; ein letzter Act einer unwür⸗ digen Grauſamkeit gegen dieſen heldenmüthigen Soldaten, vor dem der Tod ſelbſt zurückzuweichen ſcheint.
Aber plötzlich ertönt ein furchtbares Geſchrei, und der mexicaniſche Lancier ſinkt mit durchbohrtem Körper todt nieder.
Von wo kam dieſe unerwartete Hülfe? Der Wachmei⸗ ſter des Souslieutenant de James, der ſeinen Officier nicht mehr ſah und in einer Entfernung eine Gruppe Mexicaner wahrnahm, vermuthete ſofort, daß der tapfre Officier um⸗
ringt ſei, und von drei Jägern begleitet, ſtürzte er ſich, ſo
ſchnell ſein Roß nur jagen konnte, auf jene Gruppe, und ſein Säbel durchbohrte dem Mexicaner die Bruſt.
Von dieſem unerwarteten Angriff überraſcht, ſucht der Feind ſich zu ſammeln, aber der Wachmeiſter und ſeine Leute, die ſich ihm angeſchloſſen haben, ſtürzen ſich auf die ſich bil⸗ denden Gruppen und hauen mit einer ſolchen Energie auf ſie ein, daß Alle die Flucht ergreifen und mehrere der Ihrigen auf dem Platze zurücklaſſen.
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