Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
172
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Die Springfluth kam, ſie ſprang herauf am Sand, Sprang über den weiten Sand, Den weiten, weiten Sand, Rings um und um den Sand, So weit das Auge ſah. Der Nebel kam herab und barg das Land Und keine Maid war da.

O ſag', iſt's Tang, iſt's Fiſch oder fluthend Haar, Ein Strang von goldnem Haar, Ertrunknen Mädchens Haar,

Das ſchwimmt dort auf der See?

Kein Salm noch Seefiſch ſchien ſo goldenklar

In dieſen Pfählen je.

Sie ruderten durch der Fluth Gebraus, Durch's rollende Gebraus, Durch's grauſame Gebraus, Am Strand begrub man ſie. Noch hört der Schiffer, wann ſie ruft das Vieh nach Haus, Ueber den Strand von Dee.

Was ſoll man von dieſen geſchmackloſen Wieder⸗ holungen, von dieſer einfachen Todthetzung ein und deſſelben Begriffes, ja ein und deſſelben Wortes den⸗ ken! Ich erwähne dieſe Verirrungen bloß, weil ſie nicht allein in England zur Mode geworden iſt, ſon dern neuerdings auch in Deutſchland Nachahmer fin⸗

Novellen⸗Zeitung.

Hierauf folgen wieder einige darſtellende Zeilen,

und dann geht es abwechſelnd noch in viermaliger Wiederholung mit demGedanken, Gedanken, Ge⸗ danken bis ans Ende fort. Allerdings iſt Ingoldsby bei dieſem Gedicht geſtorben, jedoch keineswegs, wie man vermuthen ſollte, an dem abſchreckenden Eindruck des Liedes ſelbſt, ſondern weil er überhaupt ſchon auf dem Sterbebette lag. Doch der Umſtand, daß dieſes Gedicht ſein letztes war, kann keine Entſchul⸗ digung für die Manier deſſelben bilden, die, wie ſchon erwähnt, eine engliſche Lieblingsſpielerei iſt.

Das vortrefflich ausgeſtattete Buch dieſer Ueber⸗ ſetzungen, die jedenfalls für das große gebildete Laien⸗ publicum einen weſentlichen Anhalt bei der Beſchäf⸗ tigung mit der modernen engliſchen und amerikani⸗ ſchen Lyrik bilden, kommt dieſem Zweck auch dadurch unterſtützend nach, daß die Verfaſſerin über jeglichen einzelnen Poeten eine kurz gefaßte Lebensnotiz bei⸗ gefügt hat.

Von den nordamerikaniſchen Lyrikern iſt Long⸗ fellow wohl der vom meiſten innern Gehalt. Um aus der beachtenswerthen Sammlung auch etwas Tüchti⸗ ges hören zu laſſen, will ich zum Schluſſe von ihm

det, die ihren lyriſchen Gefühlen und Ideen dadurch ein Gedicht mittheilen, das zu den unbekanntern ge⸗

das kläglichſte testimonium paupertatis ausſtellen. Wenn ein ſolches Lied, wie das eben mitgetheilte, das man doch Menſchen zur Lectüre zumuthet, ein Schaf leſen und verſtehen könnte, ſo würde es augen⸗ blicklich die Drehkrankheit davon bekommen und zu ſpät einſehen lernen, wie die lieben Thiere zu benei⸗ den ſind, daß ihnen mit der übrigen Geiſtescultur auch die modernſte Lyrik bis jetzt verſchloſſen geblie⸗ ben iſt. Man begreift gar nicht, warum es der Dichter unterlaſſen hat, ſeine Wiederholungen noch bedeutend zu vermehren, denn da das Gedicht keinerlei Schön⸗ heit zu verlieren hatte, ſo würde unbedingt das Schwindelgefühl raſcher hervorgerufen, und es wäre doch Methode darin, wenn er z. B. mit ſeinen ein⸗ tönigen Worten, die es mich auwidert noch einmal auszuſprechen, einige hundert Fuder Sand mehr vor dem Leſer ausgebreitet hätte.

Ein anderer Dichter, Thomas Ingoldsby, ſagt:

Als ich lag in Gedanken, Gedanken, Gedanken, Gar fröhlich ſang der Fink, der ſaß im Buſche grün. Da ritt zur grünen Stell' Ein Ritter froh und ſchnell, Sein Helmbuſch ſchien ſo hell, Sein Herze ſchlug ſo kühn. Von ſeines Roſſes Huf Sah' ich die Funken ſprüh'n.

Als ich ſaß in Gedanken, Gedanken, Gedanken, Traurig ſang der Fink, der ſaß im grünen Baum.

hört und eben ſo gut von einer reſpectabeln Kraft mitten in Deutſchland gedichtet ſein könnte, wo ſich übrigens der nordamerikaniſche Poet auch lange Zeit aufhielt. Es heißtder Dorfſchmied.

Unter'm Kaſtanienſchatten ſteht

Die Schmied' am Dorfesrand,

Der Schmied iſt ein gewalt'ger Mann, Mit breiter, ſehniger Hand.

Die Muskeln ſeines braunen Arms Wie Eiſen angeſpannt.

Sein Haar fliegt kraus und ſchwarz und lang Um's braune Angeſicht,

Rechtſchaffner Schweiß netzt ihm die Stirn, Er ſchafft, getreu der Pflicht,

Er meidet keines Menſchen Blick,

Denn Schulden hat er nicht.

Da geh'n vom Morgen bis zur Nacht Die Bälge Tag für Tag,

Du hörſt, wie er den Hammer ſchwingt Mit regelrechtem Schlag,

Wie der Küſter zieht der Glocke Strang, Wann aus des Tages Plag'.

Die Kinder bleiben aus der Schul' Heimkehrend gern dort ſteh'n,

Schau'n durch die offne Thür den Schmied Und hören die Bälge geh'n,

Die Funken haſchend, die wie Spreu

Von einer Tenne weh'n.

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