Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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den halbgeſchloſſenen Augen der Vierfüßler erkannt haben, daß ſie ſich beglückter fuͤhlten in ihrem Lande Goſen als die Menſchen, die es bewohnten. Mitten durch die wiederkäuenden und ſchlafenden Gruppen ſchritt bedächtig mein Adjunct, der Taxator. Eingedenk des ihm zugefallenen Geſchäftsantheiles hatte er ſchon früh ſein Werk begonnen, und ſchien ſo ziemlich zu Ende mit ſeiner ſachverſtändigen Prü⸗ fung. Eben trat er blinzelnd zurück von einem wah⸗ ren Prachtexemplare, vielleicht dem ſchwerſten in der ganzen Heerde. Das Auge noch auf das Thier ge⸗ richtet, faltete er ſein Patentmaß zuſammen, mit dem er es der Länge nach und in der Peripherie ſorg⸗ fältig gemeſſen, um durch ein Multiplicationsexempel das Gewicht annähernd zu beſtimmen. Durch einen Griff in die herabhändende Weiche und einen anderen um die wohlgerundete Bruſt ſchien er allerletzt noch ſich über das Verhältniß des Fettes zum Fleiſch vergewiſſern zu wollen, dann trug er das Facit in ſeine Schreib⸗ tafel ein. Das fromme Thier blickte ihn dabei treu⸗ herzig aus den großen Augen an, ohne jegliche Ahnung, wie ein grauſes Schickſal ihm nahe trat in der Perſon

des ſchmunzelnden Taxators.(Schluß folgt.)

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Engliſche Lyriker des neunzehnten Jahr⸗ bunderts. In's Deutſche überſetzt von Louiſe Ploennies. München, Fleiſchmann'ſche Buchhandlung

(A. Rohſold).

Sie werden dieſe Sammlung engliſcher Lyriker nicht durchleſen können, ohne vorurtheilsfrei anzuer⸗ kennen, daß ſich die Ueberſetzerin alle Mühe gegeben hat, aus der modernen Lyrik des geſammten Britan⸗ niens, ja auch aus einem großen Theil der amerika⸗ niſchen neueſten Gedichte die intereſſanteſten Produc⸗ tionen herauszuſuchen und zum Vortheil ihres Buches vorzüglich ſolche zu wählen, welche für ein großes Publicum anſprechend, d. h. vorwaltend von rein menſchlichem Intereſſe ſind. dadurch vervollſtändigt, daß jenes Buch in der That kein ſchwaches iſt, denn ſeine Seitenzahl geht ſtark in's vierte Hundert, und es ſind im Ganzen ſieben⸗ unddreißig verſchiedene Lyriker berückſichtigt. Nur bei den wenigen bereits ganz bekannten Lyrikern wurde die Auswahl von dem natürlichen Begehren beſchränkt, die ſchon gar zu häufig überſetzten Lieder zu vermeiden. Bei den übrigen Dichtern war die Entſcheidung ſehr frei, und wenn das Geſchmacksur⸗

Dieſes Bemühen wird

Novellen⸗Zeitung.

theil auch verſchieden iſt, ſo wäre es doch raffinirt, annehmen zu wollen, daß die hübſcheſten Erzeugniſſe übergangen wurden.

Wir wollen uns nicht optimiſtiſch hinter ſolchen

Ideen verſchanzen, und das Reſultat iſt, ohne Um⸗

ſchweif geſagt, nachfolgendes: Wenn man dieſe und manche andere Sammlungen von den lyriſchen Dich⸗ tern des gegenwärtigen England ins Auge faßt; wenn man dazu auch die neueſten Producte der Fran⸗ zoſen betrachtet und endlich gegen das nicht blind iſt, was der heutige Tag in Deutſchland auf dem lyri⸗ ſchen Aehren⸗ und Diſtelfelde emporwachſen läßt: ſo kann man ſich die Wahrnehmung nicht verhehlen, daß die Lyrik zwar der Quantität nach durch die Unzahl von unberufenen Dichterlingen und albernen Dilettan⸗ ten in der Zunahme begriffen iſt, der Qualität nach nimmt ſie aber ſeit zwanzig Jahren in einem immer fortſchreitenden Verhältniß ab. Ihre Thaten werden ſtets kleiner, ideenärmer, leidenſchaftloſer und repro⸗ ductiver. Es fehlt ihren Vertretern mit einem Wort die volle, frohe Begeiſterung des Schaffens und das erhebende Gefühl, daß auf die Art dieſes Schaffens der Welt etwas ankomme und die Menſchheit ihre lyriſche Schöpfung als einen Factor betrachte, der in ihrer Lebensentwickelung mitzählt und in ihr Herz eingreift. Statt deſſen empfinden ſie, daß die Lyrik ganz außerhalb der wahren, warmblütigen Daſeins⸗ intereſſen ſteht und zur Charge eines müßigen Pri⸗ vatvergnügens degradirt iſt. Es könnte jetzt ein Poet Gedichte ſchreiben, ſo ſchön wie die vollendetſten unſerer claſſiſchen Periode, und ſie würden bei weitem nicht ſo viel Effect machen wie das gute Buch irgend eines mittelmäßigen, aber wohl unterrichteten Kopfes über Culturgeſchichte oder Politik, ja nicht einmal ſo viel wie eine inſtructive Brochüre über die beſte Düngungsmittellehre.Was kümmern uns die Götter Griechenlands! rief ein Negeranführer aus, als ihn ein Abolitioniſt durch mythologiſche Beiſpiele zur Geduld beruhigen wollte. Ohne eine Negerbildung zu haben, ruft mehr oder weniger unſer ganzes Zeit⸗ alter aus:Was kümmern uns die Götter Griechen⸗ lands! d. h.Wo nehmen wir bei unſerer harten Tagesarbeit und bei unſerer mit nerpöſer Haſt auf praktiſche Erfolge geſtellten Lebensanſicht die Muße her, uns mit Ernſt für Dinge zu intereſſiren, die deßwegen nur poetiſche Spielereien ſein können, weil ſie keine einträglichen Geſchäftsſachen ſind! Unſere im Realen angeſtrengte Zeit, die es allerdings mit der Löſung von wichtigen materiellen, ſocialen und politiſchen Lebensfragen zu thun hat, will ihre müßi⸗ gen Stunden nur noch ſtcofflich literariſchen Unter⸗ haltungen widmen, um ſo mehr, da ſie ſich der ideali⸗

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