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der achtzehnjährigen Margarethe eine zarte leichte bewegliche Geſtalt zu geben. tere bkaune Augen, volles üppiges Haar und ein Teint, deſſen Friſche und Weiße man bewundern mußte, machten ſie zu einer wahrhaften Schönheit. Wir waren mehrere Mal zu der Inſel hinübergeſchifft und hatten uns von Margarethe Fiſche zubereiten laſſen, was dieſe vortrefflich verſtand. Die Freude des jungen Mädchens, wenn die Damen ſie beſuchten, kannte dann keine Grenze, beſonders drückte ſie bei ſolchen Gelegenheiten mit Wärme und Innigkeit die Hand Suſanna's, führte ſie, ehe dieſe es zu verhin⸗ dern vermochte, an ihre Lippen, und nicht ſelten rang ſich dabei, wie es mir vorkam, ein Seufzer aus ihrer Bruſt, oder eine Thräne trat wohl gar in ihr Auge. Dagegen vermied ſie den Blick Henriettens, oder wenn ſie ihm begegnete, ſo erröthete ſie vor dem Ernſt deſſelben und ſchlüpfte dann ſo bald wie möglich in das Häuschen. Der alte Mat aber blickte ihr in ſtolzer Selbſtzufriedenheit mit ausgeſpreizten Beinen nach, rollte ſeinen Kautabak behaglich im Muude und ſagte wohlgefällig mit dem Kopfe nickend:
„Eine wahre Freude iſt's zu ſehen, wie leicht und zierlich ſich das Mädchen im Fahrwaſſer bewegt. Segelt ſie nicht dahin, wie die ſchönſte Fregatte, die je vom Stapel gelaſſen wurde? Alles Ebenmaß vom Numpf bis zur höchſten Takelage, nirgends ein Fehler, und wenn ſie eine Breitlage aus ihren Augen giebt, dann möchte ich vollends ſehen, wer nicht vor ihr die Flagge ſtriche!“
Für Suſanna zeigte Margarethe eine beſondere Vorliebe, und ich erklärte mir dies aus dem Umſtande, daß ſie, wie ich hörte, deren Milchſchweſter geweſen war. Uebrigens verhielten die beiden Damen ſich ſehr zurückhaltend, wenn das Geſpräch auf die Tochter des Matroſen kam; nur der Doctor machte ein geheimniß⸗ volles Geſicht und erklärte mir ſpäter unter vier Augen, daß er ſich durch die gegen Margarethe an den Tag gelegte Kälte nicht zurückhalten laſſen werde die Inſel recht häufig zu beſuchen, was mich auf's Höchſte be— fremdete, da ich Stubenrauch als einen feinfühlenden Mann kannte, in einem ſolchen Vorhaben aber eine offenbare Rückſichtsloſigkeit, wenn nicht Verletzung gegen Suſanna in einem Augenblick lag, wo er be⸗ müht war ihr ſeine Huldigungen in unverhohlener Weiſe an den Tag zu legen.
„Schon gut,“ antwortete er, als ich ihm hierüber offen meine Meinung ſagte,„es iſt möglich, daß ich dabei zum Märtyrer werde, aber ich habe es mir nun einmal in den Kopf geſetzt.“
„Dahinter ſteckt irgend etwas Beſonderes,“ er— widerte ich, indem ich meinen Freund prüfend anſah.
. Ein Paar große mun⸗
Novellen⸗Zeitung.
„Wohl möglich,“ entgegnete er trocken,„übrigens ſeien Sie überzeugt, daß, wenn ich Ihrer Hülfe be⸗ darf, ich nicht zögern werde dieſelbe in Anſpruch zu nehmen.“ Damit wandte er Kinden Rücken und ſchritt ſorglos nach dem Garten, wo oir in der Regel mit der Familie den Thee einnahmen.
Ich hatte keinen Grund zurückzubleiben und folgte meinem Freunde.
Wir fanden den Baron bei ausgezeichnet guter Laune und die Damen liebenswürdiger als je. Er ſaß zwiſchen ſeinen beiden„Herzenskindern,“ hatte jedes derſelben bei einer Hand gefaßt und rief uns ſchon von Weitem entgegen:
„Wollen Sie wohl glauben, lieber Doctor, daß dieſe kleine Schelmin“— er deutete dabei auf Suſanne— „ſoeben Ihrer ganzen Facultät den Handſchuh hinge⸗ worfen hat?“
„Nun, ich hebe ihn auf,“ entgegnete Stubenrauch mit drolliger Ernſthaftigkeit,„und müßte ich dabei auch eine ſchmähliche Niederlage erleiden.“
„O, ſchweigen Sie doch, Väterchen,“ rief das junge Mädchen, indem ſich mit ſeinem Lächeln ein ſanftes Erröthen vermiſchte.
„Nein, Du mußt beſtraft werden, mein kleines
Herzenskind,“ fuhr der Baron in derſelben ſcherzhaf⸗ ten Weiſe fort;„denken Sie ſich nur, lieber Doctor, meine ſanfte gute Suſanna hat eben erklärt, daß ſie ſich nie würde entſchließen können, einem Arzte ihre Hand zu reichen.“.
„Nein, nein, das habe ich nicht geſagt,“ rief
Suſanna mit einer Lebhaftigkeit, die nur zu ſehr verrieth, was in ihrem Herzen vorging;„das heißt,“ fügte ſie ſtotternd hinzu,„ich proteſtire dagegen, daß ich überhaupt an's Heirathen gedacht habe.“
Unwillkürlich hefteten ſich bei dieſen Worten meine Blicke auf Henriette, und jetzt war die Reihe an dieſer, ihre Augen ſanft niederzuſchlagen, aber als ſie dieſelben wieder emporrichtete, glaubte ich darin für mich eine ſolche Hoffnung zu leſen, daß ich miche den ſeligſten Empfindungen hingab und im Stillen beſchloß, die erſte günſtige Gelegenheit zu ergreifen, um eine entſcheidende Erklärung zwiſchen mir und dem Fräulein von Weſtern herbeizuführen.
Noch immer ſaßen wir und plauderten unter den ihren ſüßen Blüthenduft verſendenden breitäſtigen Lin⸗ den, und während aus den dunkeleren Waldpartien die ſauften ſchmelzenden Töne der Nachtigall zu uns herüber drangen, trug der laue Abendwind mehr als einen ſehnſüchtigen Seufzer fort, der aber doch wohl von dem gehört wurde, dem er galt. Um die Kryſtall⸗ lampe flatterte der Nachtfalter, und der Baron wurde immer heiterer und ließ uns jungen Leuten kaum Zeit,
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