Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
159
Einzelbild herunterladen

dem jun⸗ aft ei

et, n K. önige

zig Jahre fängniſſe

De unter

agen

uld. unter d arina Ho⸗ Unſchuld einzig und vor ihrem Cromwell, Anklage. Und die

ter Unge⸗

ihm, die Gen und

in. Im oltert und terrerung ärt hatte. Tyr un⸗

urh, die

gen dies he damit z langen

Somer⸗ un durch fot zun a in die n. Lodh Fuiford ehr⸗ wnach henden leemein gland wel⸗ d V. beiden ia ver⸗

Ladh at ver fet von azol⸗ Kerh. rTige

Band füllen. Gefangenen des Tower ihr Haupt auf den Block legten?

Vierte

zu, bevor ſie den Märtyrertod in Oxford ſtarben. Auch die

Konigin Eliſabeth gehörte in dieſer Zeit zu den Gefangenen

des Tower. Sie wurde dort mit großer Härte behandelt. Die Königin Maria verbot ſogar den Kindern, welche ſich daran ergötzten, der gefangenen Prinzeſſin friſche Blumen zu

bringen, den Zutritt zum Gefängniß.

Welch eine lange und ſchreckliche Kette von grauſamen und blutigen Thaten! Hat ein anderes Staatsgefängniß Europas eine ähnliche Geſchichte voll Blut, Mord, Angſt und Verzweiflung aufzuweiſen? Gewiß nicht! Der Dogen⸗ palaſt in Venedig ſteht weit hinter dem Tower in London zu⸗ rück; und ich habe nur wenige von den vielen Hunderten von Opfern genannt, welche in den Kerkerthürmen des To⸗ wer ſchmachteten und auf dem grünen Platze vor der Kapelle oder auf dem blutbefleckten Towerhügel enthauptet wurden Wie geſagt, blos mit den Namen könnte ich einen ganzen Und was waren die Urſachen, weßhalb die

Sie waren ſämmtlich keine Verbrecher; ſie ſtarben ihrer politiſchen und religiöſen Ueberzeugungen wegen. 9.

Zum afrikaniſchen Vandalismus. Wir haben zur näheren Kenntniß des inneren Afrika nach den neueſten Entdeckungsreiſenden ſchon manche einzelne

Züge mitgetheilt, denen ſich auch die folgenden nach der Zeit⸗

ſchrift für Länderkunde als phantaſtiſche Zeugniſſe der Roh⸗ heit und Culturloſigkeit anſchließen.

Der bekannte Jules Gérard, welcher in das Innere Afrikas vordringen will, befand ſich vor kurzem beim König won Dahomei und ſchreibt über denſelben Folgendes:Die äußere Erſcheinung des Königs gleicht jener der meiſten an⸗

ern hieſigen Schwarzen; er iſt groß und ſtark gebaut, der

gewöhnliche Ausdruck ſeines bullenbeißerartigen Geſichts ſugt von Grauſamkeit, und ſeine Gemüthsart entſpricht auch dollſtändig dieſem Aeußern; er iſt fanatiſch den alten Sitten und Gebräuchen ergeben, zu deuen auch die Ausſaugung der Beißen gehört, die ihn tüchtig mit Geſchenken überhäufen müſſen. Bekannt genug ſind die ungeheuern Menſchenopfer, über die ſchon viel berichtet worden iſt. Ich ward dem Kö⸗ nige in Kanua vorgeſtellt, wo ich auf dem Marktplatze 12 friſchgeſchlachtete Leichen fand. Sechs derſelben waren an den Beinen aufgehängt, und der Boden war mit Blutla⸗

hen bedeckt.

Der König empfing mich ſehr herzlich, ebenſo den fran⸗ liſiſchen Conſul; doch war das Ganze nur Verſtellung, um recht viel Geſchenke herauszuſchlagen; dafür hatten wir aber auch Gelegenheit, ſeinen ſcheußlichen Schauſpielen mit bei⸗ wohnen zu dürfen. Am meiſten Vergnügen gewährten ihm die grotesken Tänze ſeiner Miniſter und der Prinzen des ſtniglichen Hauſes, die während ſechs Stunden von einer wahren Höllenmuſik begleitet wurden, welche den König in einen Rauſch von Entzücken verſetzte.

Am andern Morgen lud er uns zur Beſichtigung einer Lroceſſion ein. Durch Blutlachen und durch zwei Reihen aufgeſtapelter friſch abgehauener Menſchenköpfe bahnten wir uis den Weg zur Behauſung Sr. Majeſtät. In der Pro⸗ Eſſion wurden alle Reichthümer des Königs umhergetragen. Linige alte Kutſchen, von hanswurſtartig verkleideten Leuten gzogen, eröffneten den Zug; es folgten 1000 Weiber, die

j IA..2 5 ſede eine Flaſche Branntwein in der Hand und auf dem

opfe eherne Schalen trugen, in welchen das Blut der

Folge.

159

Schlachtopfer aufgefangen wird. Ein Bild der heiligen Jungfrau, ein lebensgroßes Gemälde des heiligen Laurentius und einige Körbe, die mit Menſchenſchädeln gefüllt waren, fehlten gleichfalls nicht; den Beſchluß machte derTrommler des Todes. Bei einer andern Gelegenheit mußten die Amazonen des Königs vor uns manövriren. Auf abgehack⸗ ten Menſchengliedern ſtehend, das Geſicht mit Holzkohle be⸗ ſchmiert, ſah der König zu. Die Feſtlichkeit endete mit ei⸗ nem allgemeinen Tanz, bei welchem dem König Soldaten und betrunkene Muſikanten gegenüber tanzten. 6.

Eine nene Art von Wahnſinn.

Im Progréès de l'Oise wird Nachſtehendes mitgetheilt:

In Compisgne hat ſich unter den folgenden Umſtän⸗ den eine ſonderbare Art von Wahnſinn herausgeſtellt.

Ein ſeit vier Monaten bei dem Herrn A... im Dienſte ſtehender Bediente zeigte einen ſehr ſchweigſamen Charakter, näherte ſich der Familie nicht und ließ ſich mit ſeiner Herr⸗ ſchaft in keine Beziehungen ein, welche aus der Dienſtbar⸗ keit eine Art von Freundſchaft machen. Jedermann litt darun⸗ ter, und obgleich er die ihm obliegenden Geſchäfte mit der größten Regelmäßigkeit beſorgte, ſo erklärte man ihm doch, er möge ſich nach einer andern Stelle umſehen, fügte aber hinzu, daß er ſo lange in ſeinem jetzigen Dinſte bleiben könne, bis er einen paſſenden Platz gefunden habe, man könne aber keinen Bedienten behalten, der die Miene eines Hundes an der Kette habe. Plötzlich zerſchmolz der arme Burſche, wie im Herzen und im Geiſte getroffen, in Thränen, beklagte ſich und erklärte, nie Jemandem mit ſo großer Liebe zugethan geweſen zu ſein als ſeiner jetzigen Herrſchaft, und daß er in dieſer Beziehung allerdings ein wahrer Hund ſei.

Er geht hinaus, kehrt aber nach einigen Minuten auf allen

Vieren zurück, ſpricht nicht mehr, ſondern bellt, heult und hat ganz das Weſen eines Hundes. Er war wahnſinnig gewor⸗ den. Die Köchin ruft um Hülfe, man drängt ſich um ihn, tröſtet ihn und verſpricht ihm, daß er bleiben ſoll; er ſetzt ſich nieder und bleibt einige Zeit unbeweglich.

Um ſeinen Ideen einen andern Gang zu geben, giebt die Köchin ihm eine Schüſſel, die er ins Speiſezimmer tra⸗ gen ſoll, wo die Familie und einige Freunde zuſammen ſind; er ſetzt die Schüſſel auf den Fußboden, nimmt die Stellung auf allen Vieren wieder an und fängt an, aus der Schüſſel zu eſſen, während er grunzt, bellt und einen kleinen Hund zu beißen droht, der ſich nähert, um ſeinen Theil zu em⸗ pfangen.

Man denke ſich die Wirkung, welche das auf die Um⸗ ſtehenden machen mußte; der Herr eilt herbei, faßt ihn bei der Hand, hebt ihn auf, ſucht ihn zu beruhigen und ihn zur Vernunft zurückzubringen, läßt ihn neben ſich ſetzen und reicht ihm ein Glas Wein, doch anſtatt wie ein Menſch zu trinken, bedient er ſich dabei wie der Hund ſeiner Zunge.

Den übrigen Theil des Abends bringt er mit Tollheit aller Art zu, verſteckt ſich in den Winkeln, nach allen Seiten mit verwirrten unruhigen Augen umherblickend, als ſähe er Viſionen. Die Nacht durch bleibt er, ohne ſich niederlegen zu wollen, auf ſeinen Knieen, indem er in unzuſammenhän⸗ genden Worten, mit Bellen vermiſcht, betet und dabei in ſei⸗ nen Ausdrücken und Gedanken eine Zügelloſigkeit zeigt, welche eine ſonderbare Idee von dem menſchlichen Geiſte erweckt.

Am folgenden Morgen überwacht man ihn; er öffnet