Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
158
Einzelbild herunterladen

158

ſuche vergeblich wären, überließ er ihn der Geiſtlichkeit, welche w Er verließ das Gefängniß nur, um zu ſterben. Vor St. Giles in the Fields wurde

ihn ſofort im Tower einkerkerte.

ein Scheiterhaufen aufgerichtet. ſtarb er in den Flammen.

Während der Regierungszeit Heinrich's VII. ſtarb der

letzte Plantagenet im Tower. Graf Warwick war der Sohn 5 A..

des Herzogs von Clarence, der ſein Leben im Bogenmacher⸗

Nachdem acht, ließ

thurm in einem Faſſe Malvaſier geendet hatte. er bereits ſein ganzes Leben im Gefängniß zugebr König Heinrich ihn ſſchließlich in einer neuen Anwandlung von Furcht und Eiferſucht enthaupten. Er war bekanntlich angeklagt, einen Verſuch gemacht zu haben, aus der Feſtung mit Perkin Warbeck zu entfliehen. Warbeck behauptete, er ſei der jüngere der Söhne Eduard's, welche auf Befehl des grauſamen Königs Richard's III. ermordet ſein ſollten. Heinrich hatte ihn gefangen nehmen und in den Tower ſetzen laſſen. Der letzte Plantagenet wurde auf Towerhill ent⸗ hauptet, Warbeck wurde auf Tyburn gehenkt. Eine neue düſtere Zeit iſt für den Tower die Regierung der Tudors, insbeſondere die Regierungszeit Heinrich's VIII. Rom war damals im Zenith ſeiner Verfolgungswuth. Zellen und Thürme des Tower wurden angefüllt mit Schlacht⸗ opfern der Prieſter, welche der Ketzerei angeklagt waren. Aber Heinrich's Leidenſchaft zu Anna Boleyn änderte bald ſeine religiöſe Richtung. Währen ſchmachteten in den Gefängniſſen des welche ſich Heinrich's Anſprüchen, als Haupt der Kirche an⸗ erkannt zu werden, widerſetzten. Sir Thomas Moore und der ehrwürdige Biſchof von Rocheſter vertauſchten ihre Pa⸗ läſte mit den Thürmen des Tower. Der Biſchof war ſchon achtzig Jahre alt. Trotzdem wurde er in der härteſten Weiſe behandelt.Ich habe weder ein Hemde oder ein Klei⸗ dungsſtück anzulegen, außer einigen zerfetzten und elenden Lumpen, ſchrieb er dem Lord Cromwell, Heinrich's allmäch⸗ tigem Miniſter;auch meine Koſt, Gott weiß es, wie ſchlecht und knapp ſie oft iſt! Nochmals wechſelte der wankelmü⸗ thige und nur in ſeiner Verfolgungswuth conſequente König ſeine religiöſen Ueberzeugungen. Als er aus Laune ſeine Gunſt Lord Cromwell entzog, gewann die römiſche Partei über ihn wieder ihren alten Einfluß. Lady Katharina Ho⸗ ward, die Nichte des mächtigen Herzogs von Norfolk, hatte ſeine Leidenſchaft entflammt. Der Stern von Anna Boleyn begann zu ſinken, als der König Katharina Howard ſah, und bald vertauſchte die unglückliche Königin den Thron mit dem Gefängniß.Katharina Howard, ſchrieb damals der fran⸗ zöſiſche Geſandte an den König von Frankreich,iſt eine Dame von nicht ſo großer Schönheit, wie von bezaubernder aund höchſt einnehmender Anmuth. Im Schloſſe zu Wind⸗ ſor iſt noch heute ihr von Holbein gemaltes Bild zu ſehen. Sie hat regelmäßige, böchſt anmuthige Züge, große blaue Augen und roſige Lippen. Auf ihren goldnen, mit Edelſtei⸗ nen beſetzten Armbändern trug ſie die Worte:No other will but his!(Keines Andern Wille, als der ſeinige!) Als Anna Boleyn ihr ſchönes Haupt auf den Block gelegt hatte, wurde Katharina die Gemahlin des Königs. Aber ihr Glück ſollte nicht lange dauern. Sie war ſchlecht erzogen worden. Jung und liebenswürdig war ſie in dem Palaſt ihrer Großmutter, der Herzogin von Norfolk, bei der ſie ihre Jugend zubrachte, ohne ihrem Rang und Stand ange⸗ meſſene Geſellſchaft oft allein gelaſſen worden. Sie hatte dantals mit mehreren nichts weniger als ehrenwerthen Mit⸗

Novellen⸗Zeitung.

Treu ſeiner Ueberzeugung an Kat

Alle

d der folgenden zehn Jahre der le Tower nur diejenigen, Kerker des Tow

gliedern ihrer Familie Bekanntſchaft gemacht. Unter ihnen

war ein gewiſſer Durham, der, wie er ſich rühmte, gen vierzehnjährigen Mädchen eine ernſte L flößt. Wie böſe Geiſter drängten ſich alle dieſe Menſchen harina Howard, nachdem ſie Königin von England geworden war, wieder heran und wurden bald die Werkzeuge ihrer Feinde. Schändliche Verleumdungen wurden verbreitet, der Fehltritt ihrer Jugend wurde dem. eiferſüchtigen Könige mitgetheilt. Die Unglückliche war noch nicht zwanzig Jahre

dem jun⸗ eidenſchaft einge⸗

zu, bevot Königin

1

alt, als ſie, des Staatsverraths angeklagt, in die Gefängniſſe un hu des Tower geführt wurde. Sie wurde gefoltert. Die unter anſen den Qualen der Folterinſtrumente erzwungenen Ausſagen 47 di waren und blieben die einzigen Beweisgründe für ihre Schuld. rälaſ 3 Auf dem Platze, wo Anna Boleyn's ſchönes Haupt unter dem tlä; an Beil des Henkers gefallen war, endete auch Katharina Ho⸗ Pon ſch ward ihr Leben, bis zum letzten Augenblick ihre Unſchuld nerj 5 betheuernd und die Ausſagen widerrufend, welche einzig und Sder A allein die Tortur ihr entriſſen hatte. Zwei Jahre vor ihrem dle ge Tode ſtarb der einſt ſo mächtige Miniſter, Lord Cromwell, hand!

auf dem Blutgerüſt zu Towerhill unter derſelben Der zunehmende Einfluß ſeiner Feinde bei Hof und die Laune des Königs waren die einzigen Motive ſeiner unge rechten Verurtheilung.

Nach ſeinem Tode war Niemand, der, gleich ihm, die Macht beſaß, das Intereſſe der Reformirten zu ſchützen und ſich den Verfolgungen kräftig entgegenzuſtemmen. Während tzten Regierungsjahre König Heinrich's VIII. waren die er mit gelehrten Geiſtlichen überfüllt, welche angeklagt wurden, Anhänger der Reformation zu ſein. Im Jahre 1546 wurde Anna Asbey im Tower erſt gefoltert und darauf in Smithfield verbrannt, weil ſie in einer Unterredung die Lehre von der Transſubſtantiation für irrig erklärt hatte. Eines der letzten Opfer von Heinrich's Schwäche und Tyran⸗ nei war die allgemein geachtete Gräfin von Salisbury, die Tochter des ertränkten Herzogs von Clarence und Schweſter des enthaupteten Grafen von Warwick. Es ſcheint, als wenn- das Blut der Plantagenet, das in ihren Adern floß, ihr ein⸗ ziges Verbrechen war. Als ſie zum Blutgerüſt auf den grü⸗ nen Platz vor der Kapelle geführt wurde, weigerte ſie ſich, ihren Kopf auf den Block zu legen.Verräther mögen dies thun. Es folgte nun eine ſchreckliche Scene, welche damit endete, daß der Scharfrichter die Gräfin an ihren langen grauen Haaren zum Block ſchleppte.

Die lichten Geſtalten desguten Herzogs von Somer⸗ ſet und der ſchönen und edlen Jane Grey ſchreiten nun durch die düſtern Thürme des Tower, um auf dem Schaffot zum letzten Mal das Licht der Sonne zu erblicken und dann in die ſchweigende Gruft der St. Peterskapelle hinabzuſteigen. Lady Jane Grey war die Enkelin Heinrich's VII., Lord Guilford Dudley hieß ihr jugendlicher Gemahl. Sein Vater, ehr⸗ geizig, unerſättlich nach Rang und Macht, bemühte ſich nach dem Tode Eduard's VI., die ſchöne und durch ihre Tugenden und liebenswürdigen perſönlichen Eigenſchaften allgemein geachtete Enkelin Heinrich's VII. auf den Thron von England zu ſetzen. Er gründete ihre Anſprüche auf jenes Geſetz, wel⸗ ches der Herzog von Northumberland den König Eduard VI. zu machen bewogen hatte und welches die Rechte der beiden Prinzeſſinnen Maria und Eliſabeth beſeitigte. Maria ver⸗ urtheilte bei ihrer Thronbeſteigung Beide zum Tode. Lady Jane Grey's ſchönes Haupt fiel auf dem grünen Platz vor der Kapelle. Lord Guilford ſtarb auf dem Schaffot von Towerhill. Dann füllten unter der Regierung der katholi⸗ ſchen Maria wiederum die Glaubensmärtyrer die Kerker. Cranmer, Ridley und Latimer brachten dort ihre letzten Tage

Anklage.

Gefang

ſſde

1

Wir

mach den

hüge mi ſchtift Heit und

Afritys

won Da üußere, dern iee 19 wöhul Feugtve

wollſtän

lund Ge Weißel mrüſſen Uber di nige in friſcge den Be then ber D öſiſchen recht vie duch Ge wohnen ie grot Saiglic uaten V aa Ra

A

A dlrach nufgeſt Alls de ſſion inige ogen k ei Sepfe