Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
157
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vierte

ausrotteten. Ein Schauder ergriff mich, als ich in dieſen Räumen des Schleſſes umherging und daran dachte, welch' fürchterliche Thaten dieſe Wände geſehen hatten. Die Peini⸗ gungen der Opfer mußten hier zur Erholung nach den Freu den der Jagd und der Tafel dienen; ihr Geſchrei und ihr Sterberöcheln, wenn ſie durch einen mit Dornen, Diſteln und Neſſeln gefüllten Thurm in den brauſenden Bach gewor⸗ fen wurden, in deſſen Fluthen man ſie mit langen, ſcharfen Haken todtſchlug, vermiſchte ſich mit den Hörnerfanfaren, wenn ihre Richter ſich bei Tafel den rothen Wein jubelnd aus goldenen Bechern zutranken. Ganz ähnliche Gefühle beſchlei⸗ chen mich, wenn ich in Paris im Louvre oder im Londoner Tower bin, oder durch die prächtigen Marmorſäle des vene⸗ tianiſchen Dogenpalaſtes wandere. Das Mene Tekel der Geſchichte iſt auf dieſen Wänden mit unauslöſchlicher und blutiger Schrift geſchrieben, und die gold- und ſilbergewirk⸗ ten Tapeten ſind nicht im Stande, dieſe blutigen Erinnerun⸗ gen hinweg zu wiſchen.

Einen beſondern Platz unter den Staatsgefängniſſen während der verfloſſenen Jahrhunderte nimmt der Tower in London ein, vielleicht der ſchrecklichſte Platz, wenn man ſeine Annalen durchblättert, welche eine Zeit von faſt achthundert Jahren umfaſſen. Alle Staatsgefangenen der Plantagenet, der Tudor und der Stuart ſind durch die düſtern Kerker ſeiner Thürme gewandert. Ich könnte ein ganzes Buch ein⸗ zig und allein mit ihren Namen füllen, berühmten Namen, glänzenden Namen, welche die Blätter der Weltgeſchichte auf⸗ bewahren, unbekannten Namen, deren Erinnerung hinter die⸗ ſen Mauern verhallt iſt. Engliſche Könige und Königinnen ſtiegen aus den Gefängniſſen des Tower auf den Thron oder auf das Schaffot, welches in der Mitte dieſer Thürme aufge⸗ richtet war. Während der glänzenden Regierung der Edu⸗ ard war Griffin, Sohn des Fürſten von Nordwales, in ei⸗ nem dieſer Thürme eingekerkert. An einem Strick ließ er ſich hinab, um zu fliehen. Der Strick riß, und ganz verſtümmelt fanden beim erſten Morgengrauen die Wärter den Unglück⸗ lichen am Boden liegen. Dreißig Jahre ſpäter wurde ſein Sohn, welcher aus demſelben Thurme glücklich in derſelben Weiſe entflohen war, in dem nämlichen Thurm zum zweiten Mal eingekerkert. Einige Tage darauf wurde er enthauptet und ſein blutiges Haupt, mit Epheu bekränzt, auf die Spitze des Thurmes geſteckt, wo ſein Vater und er die letzten Stunden ihres Lebens zugebracht hatten. König Baliol, der edle Wallace, Graf von Roß, Athol, Monteith, König David Bruce, König Johann von Frankreich ſind Namen berühmter Gefangener des Tower aus der damaligen Zeit. Auch ihr Weg ging zum Thron oder auf das Schaffot. Nicht weniger als ſechshundert unglückliche Juden bewohnten damals zu gleicher Zeit die Gefängniſſe des Tower. Sie waren wegen Münzverfälſchungen angeklagt. Da ſie des Verbrechens nicht überführt werden konnten, verbannte ſie König Eduard III. ſämmtlich aus England. Aber ihre unermeßlichen Reich⸗ thümer behielt er zurück, und die Klöſter bemächtigten ſich ihrer höchſt werthvollen Bücherſammlungen, aus denen noch Robert Bacon ſeine Gelehrſamkeit geſchöpft hat.

Im folgenden Jahrhundert wurde der Tower der Schau⸗ platz ſchauderhafter Thaten. Das 15. Jahrhundert könnte man das blutigſte Jahrhundert dieſes fürchterlichen Staats⸗ gefängniſſes nennen. Damals wurde das Blutgerüſt außer⸗ halb des Tower auf Towerhill errichtet. jenes grünen Square, der jetzt dieſen Namen führt und von dem man auf die Themſe und auf die Seeſchiffe ſchaut, welche im Hafen von London landen, ſind mehr Köpfe gefallen als

Auf dem Platze

Folge. 157 auf irgend einer Richtſtätte in Europa. Der Platz iſt blu⸗ tiger, als die Stätte zwiſchen den beiden Säulen auf der Piazzetta, von der man dasRom des Oceans in ſeiner Herrlichkeit erblickk. Sir Simon Burley legte ſein edles Haupt zuerſt auf den Block auf Towerhill. Er war einer der gebildetſten Männer ſeines Jahrhunderts, und deshalb gab der ſchwarze Prinz ihn ſeinem Sohne zum Geſellſchafter. Seine treue Anhänglichkeit an denſelben war ſein einziges Verbrechen. Die Herzoge von York und Gloueeſter, nach⸗ dem ſie ihrem königlichen Neffen die Herrſchaft entriſſen hat⸗ ten, übten an allen Perſonen, welche ihm ergeben geweſen waren, ihre Rache aus. Vergebens flehte Königin Anna, Richard's Gemahlin, um das Leben Sir Simon Burley's. Auf dem Towerhügel wurde er enthauptet. Dann wander⸗ ten die Sproſſen derHäuſer Lancaſter und York nach einan⸗ der durch die Gefängniſſe des Tower. Jakob, der älteſte Sohn König Robert's III. von Schottland, brachte dort acht⸗ zehn Jahre zu; der nächſte königliche Gefangene war Heinrich VI. Beide führte der dornenvolle Weg durch den Tower zum Thron. Eduard IV. beſiegte endlich das Haus Lancaſter vollends bei Barnet und Tewkesbury, und nun füllten deſſen Anhänger die Gefängniſſe der Towerthürme. Eduard's ei⸗ gener Bruder, der Herzog von Clarence, der die Schlachten bei Barnet und Tewkesbury gewonnen hatte, mußte ihnen bald Geſellſchaft leiſten. Er hatte den Argwohn des Königs erregt, und für dieſen Argwohn mußte er ſterben. Eingeker⸗ kert im Bowyerthurm, ließ der Bruder dem Bruder die Wahl, wie er ſterben wollte.In einem Faſſe Malvaſier, erwi⸗ derte der unerſchrockene Herzog von Clarence. Sein Wunſch wurde ihm gewährt. Er wurde im Bowyerthurm in einem Faß Malvaſier ertränkt. Der Bowyerthurm(Bogenmacher⸗ thurm) iſt noch heute zu ſehen. Er führt ſeinen Namen da⸗ her, weil er die Wohnung des Schaffners der königlichen Bogenwaffen war. Das düſtere Zimmer, in dem der Her⸗ zog ertränkt wurde, iſt nicht mehr vorhanden. Das Feuer, welches im Jahr 1841 im Thurme ausbrach, hat daſſelbe zerſtört. Aber der andere Bruder rächte den Tod ſeines Bruders an den Kindern des Verſtorbenen.

Die beiden Söhne Eduard's wurden auf Befehl des Her⸗ zogs von Glouceſter, des nachherigen Königs Richard III. in den Blutthurm ich werde ſeiner ſpäter erwähnen gebracht und dort heimlich ermordet und unter einer Treppe imweißen Thurm begraben. Bald darauf beſtieg Lord Haſtings das Schaffot. Er wurde von König Richard ange⸗ klagt, mit der Jehanna Shore Zauberkünſte getrieben und mit ihr dem Könige nach dem Leben getrachtet zu haben. Er ſtarb nicht auf dem Towerhügel, ſondern wurde auf dem Schaffot im Tower vor der St. Peterskapelle geköpft.

Die Anhänger der Lehre Wicliffe's füllten während der letzten Regierungsjahre Heinrich's V. die Gefängniſſe des Tower. Der König gab ein Geſetz, welches den Biſchöfen die Macht verlieh, alle, welche der Ketzerei angeſchuldigt wur⸗ den, ohne Weiteres in's Gefängniß werfen zu laſſen. In welcher Weiſe die Geiſtlichen von einer ſo großen Machtbe⸗ fugniß Gebrauch machten, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Hunderte haben in den Kerkern, welche ſich über der Umfaſſungsmauer erheben, für die Wahrheit der neuen Lehre gelitten. Sir John Oldcaſtle, Lord Cobham, berühmt durch ſeine Tapferkeit ſowie durch ſeine Tugenden, hatte die Ehre, der erſte unter den Edeln des Landes zu ſein, welcher für ſeine Ueberzeugung litt und ſtarb. Der König hatte, in der Hoffnung ihn zu bekehren, mit ihm eine Unter⸗ redung; als er ſich aber überzeugt, daß alle Bekehrungsver⸗