Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
141
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Vierte

von ſelbſt, ſo ſcheeren alle Bewohner des Hauſes die Augen⸗ brauen ab. Die todten Katzen werden in heilige Gemächer geſchafft, einbalſamirt und dann in der Stadt Bubaſtis beige⸗ ſetzt. Ariſtoteles beſchreibt die Katze ums Jahr 330 v. Chr. ſo genau, daß man unbedingt annehmen muß, er habe ſie ſelbſt beobachtet. Diodorus Siculus ſagt ums Jahr 30 v. Chr.:Wer in Aegypten eine Katze ums Leben bringt, muß ſterben, er mag die Sünde abſichtlich begangen haben oder nicht; das Volk rottet ſich zuſammen und ſchlägt ihn todt. Einen ſolchen unglücklichen Katzenmörder, welcher ein Römer war und nicht einmal mit Vorſatz geſündigt hatte, konnte weder der ägyptiſche König Ptolemäus, noch die Furcht vor Rom vom Tode befreien.

Vor der Zeit Herodot's finden wir den Namen der Katze bei den alten griechiſchen Schriftſtellern nicht, und da⸗ raus, ſowie auch aus dem Umſtande, daß ſie ſelbſt ſpäter von den Griechen und Lateinern nur kurz erwähnt wird, darf man ſchließen, daß ſie ſich ganz allmählich von Aegypten aus verbreitet hat. Von der Verehrung, welche ſie dort genoß, geben außer den Schriften faſt alle ägyptiſchen Denkmäler Kunde, ebenſo wie die Mumien, welche man aufgefunden hat. Letztere gehören jedoch nicht blos der eigentlichen Hauskatze, ſondern auch dem noch heute in Aegypten wild le⸗ benden Sumpfluchs an.

Von Aegypten aus ging die Katze zunächſt wahrſcheinlich mehr öſtlich. So erfahren wir, daß ſie ein beſonderer Lieb⸗ ling des Propheten Mohammed geweſen iſt. In dem nörd⸗ lichen Europa war ſie vor dem zehnten Jahrhundert faſt noch gar nicht bekannt, und die Geſetzſammlung für Wales enthält eine Beſtimmung des Howell Dha oder Howell Le⸗ bon, welcher gegen die Mitte des zehnten Jahrhunderts ſtarb, worin die Werthbeſtimmung der Hauskatzen, ſowie die Strafen, welche auf Mißhandlung, Verſtümmelung oder Tödtung derſelben geſetzt waren, feſtgeſetzt ſind. Darin wird die Summe beſtimmt, wofür eine junge Katze bis zu dem Augenblicke, wo ſie eine Maus fängt, verkauft werden darf, und dem wird hinzugefügt, daß ſie von jenem Augen⸗ blicke an des doppelten Preiſes werth ſei. Der Käufer hatte das Recht, zu verlangen, daß Augen, Ohren und Krallen vollkommen wären, und daß ſich das Thier aufs Mauſen verſtände, ebenſo auch, daß ein gekauftes Weibchen ſeine Jun⸗ gen gut erziehe. War ſie mit irgend einem Fehler behaftet, ſo konnte der Käufer das Drittheil des Kaufpreiſes zurückoer⸗ langen. Wer auf den fürſtlichen Kornböden eine Hauskatze ſtahl oder tödtete, mußte ſie mit einem Schafe ſammt dem Lamm büßen oder ſoviel Weizen als Erſatz für ſie geben, als erforderlich war, um die Katze, wenn ſie an dem Schwanze aufgehängt wird, daß ſie mit der Naſe den Boden berührt, vollkommen zu bedecken.

Dieſes Geſetz iſt für uns von hohem Werthe, denn es liefert uns den Beweis, daß man zu damaliger Zeit die Haus⸗ katze als eine ſehr werthvolle Erwerbung betrachtete; zugleich aber ſehen wir daraus, daß die Wildkatze nicht wohl als die Stammmutter jener angeſehen werden darf; denn zu dama⸗ liger Zeit gab es auch in England ſo viele Wildkatzen, daß es jedenfalls nicht ſchwer geweſen ſein wülde, ſich die Jungen davon in beliebiger Menge zu zähmen.

Gegenwärtig findet ſich die Katze faſt in allen Ländern, in welchen der Menſch feſte Wohnſitze hat. In Europa iſt ſie überall zu treffen und in Amerika ſchon ſeit Entdeckung dieſes Erptheils verbreitet. Auch in Aſien und in Auſtralien

iſt ſie ziamlich häufig, weniger jedoch in Afrika, zumal im

Innern des Erdtheils, wo ſie in vielen Ländern gänzlich fehlt.

141 Manche Völkerſchaften Aſiens, z. B. die Mandſchu, treiben noch einen ziemlich bedeutenden Handel mit ihr. Sie geben den Giljaken junge Kater, niemals aber Miezen, und unter⸗ halten ſich ſomit immer ihre Abſatzquelle offen. Die Käufer tauſchen ſolche Katzen mit Zobelfell ein, und beide Theile machen ein ſehr gutes Geſchäft.

Unter allen Sinnen der Katze ſteht das Gehör oben an.

Ich hatte mich, ſagt Lenz,vor nicht gar zu langer Zeit bei warmer ſtiller Luft in meinem Hofe auf einer Bank im Schatten der Bäume niedergelaſſen und wollte leſen. Da kam eins von meinen Kätzchen ſchnurrend und ſchmeichelnd heran und kletterte mir nach alter Gewohnheit auf Schulter und Kopf. Beim Leſen war das ſtörend; ich legte alſo ein zu ſolchem Zwecke beſtimmtes Kiſſen auf meinen Schooß, das Kätzchen darauf, drückte es ſanft n und nach zehn Mi⸗ nuten ſchien es feſt zu ſchlafen, u d ich ruhig las und um uns her Vögel ſangen. Das hen hatte den Kopf, alſo auch die Ohren ſüdwärts gerichtet. Plötzlich ſprang es mit ungeheurer Schnelligkeit rückwärts. Ich ſah ihm erſtaunt nach; da lief nordwärts von uns ein Mäuschen, von einem Buſch zum andern über glattes Steinpflaſter, wo es natür⸗ lich gar kein Geräuſch machen konnte. Ich maß die Entfer⸗ nung, in welcher das Kätzchen die Maus hinter ſich ge⸗ hört hatte, ſie betrug volle 44 Fuß nach hieſigem Maße.

Manche Katzen liefern außerordentliche Beweiſe ihrer Klugheit. Die Katzen von echten Vogelliebhabern werden nicht ſelten ſoweit gebracht, daß ſie den gefiederten Freunden ihres Herrn nicht das Geringſte zu Leide thun. Giebel ſelbſt beobachtete, daß ſein ſchöner Kater, Peter genannt, eine graue Bachſtelze, welche genannter Naturforſcher in ſei⸗ nem Zimmer hielt, wiederholt mit dem Maule aus dem Hofe zurückbrachte, wenn der Vogel ſeine Freiheit geſucht hatte, natürlich, ohne ihm irgendwie zu ſchaden. Und ein ganz gleiches Beiſpiel iſt mir aus meinem Heimathdorfe bekannt geworden. Dort brachte die Katze eines Vogelfreundes zur größten Freude ihres Herrn dieſem ein ſeit mehreren Tagen ſchmerzlich vermißtes Rothkehlchen zurück, welches ſie alſo nicht nur erkannt, ſondern auch gleich in der Abſicht gefangen hatte, ihrem Gebieter dadurch eine Freude zu bereiten! Geſtützt auf dieſe Thatſachen, glaube ich, daß auch folgende Geſchichte buchſtäblich wahr iſt: Eine Katze lebte mit dem Kanarienvogel ihres Herrn in ſehr vertrauten Verhältniſſen und ließ ſich ruhig gefallen, daß dieſer ſich auf ihren Rücken ſetzte und förmlich mit ihr ſpielte. Eines Tages bemerkt ihr Gebieter, daß ſie plötzlich mit großer Haſt und ſcheinbarer Wuth auf den Kanarienvogel losſtürzt, ihn mit den Zähnen faßt und knurrend und brummend ein Pult erklettert, den Kanarienvogel dabei immer feſt in den Zähnen haltend. Man ſchreit auf, um den Vogel zu befreien; dabei bemerkt man plötzlich eine fremde Katze, welche zufällig in das Zimmer gekommen iſt, und erkennt erſt jetzt Miezchens gutes Herz. Sie hatte ihren Freund vor ihrer Schweſter, welcher ſie doch nicht recht trauen mochte, ſchützen wollen.

Die Klugheit der Katzen und ihre Anhänglichkeit an ihre Gebieter mag auch aus folgendem Bericht hervorgehen, welchen ich aus Wood'sNatural History entnehme.

Vor ſehr kurzer Zeit, ſo ſagt eine Katzenfreundin, ſtarb eine der ausgezeichnetſten und vortrefflichſten Katzen, welche jemals eine Maus fing oder auf der Heerdmatte ſaß. Ihr Name war Pret, eine Abkürzung von Prettina(Hübſch⸗ chen), und ſie trug dieſen Namen mit vollſter Berechtigung; denn ſie war ebenſo ſchön von Farbe, als ſeidenweich vom

Folge.

Haar. Sie war die klügſte, liebenswürdigſte, lebendigſte

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