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findet dies ſtatt. Die Verfaſſerin wollte wahr ſein, eiuszko'ſchen Hauſe iſt eben ſo feſſelnd und
Novellen⸗
Zeitung.
mit
wollte die ſinnliche Verſunkenheit im polniſchen Sa⸗ ſinneufriſcher Phantaſie geſchildert, als z. B. eine pol⸗
lon hervorheben und wirkte, um es hart auszudrücken, hin und wieder nackend. Eine wenig gewählte, hef⸗ tige, zuweilen excentriſche Sprache unterſtützt dieſe ſchar⸗ fen Effecte noch dann und wann, und wenn daher die Verfaſſerin das leidenſchaftlich Frivole ſchildert, um es zu kennzeichnen, ſo könnte es bei ſolcher Behand⸗ lung ungebildeten Augen leicht ſcheinen, als ſei es ſeiner ſelbſt willen gemalt. Dabei ſchleichen ſich leicht abgebrauchte romantiſche Requiſiten, abenteuerliche Nachtſtücke und forcirte Contouren ein, die gegen den edleren Geſchmack ſind. Der Farbenauftrag wird häufig zu dick, ell, die Ausdrucksweiſe iſt zu draſtiſch und kauſtiſch, mit einem Wort, das mil⸗ dernde Helldunkel fehlt und zum Heftigen geſellt ſich das Graſſe.
Um ſolche Mängel zu vermeiden, dazu fehlt es der Verfaſſerin an derjenigen Technik, welche die Uebung an kleinen novelliſtiſchen Aufgaben zu geben pflegt. Uebrigens bekundet ſie ein ſehr auffallendes Talent in den Charakterſchilderungen einiger ältern Perſonen, und hierin gerade zeigt ſich die Befähigung zur Menſchen⸗ und Lebensauffaſſung am beſten: ein alter Leibeigener, der Pan Kosciuszko(der Vater des Helden), der Fürſt Czartoriski ſind ſehr wohl gelun⸗ gene Seelengemälde; ebenſo erſreulich treten genre⸗ biüdſche Schilderungen hervor, eine merkwürdige Reaſität und Plaſtik, große Lebendigkeit und ſogar ein Anflug von geſundem Humor machen dieſe Dar— ſtellungen zu einer angenehmen Lectüre.
Ein polniſcher Schlittenbeſuch auf einem einſa⸗ men Gute(ein Kulik genannt), wobei die benachbar⸗ ten Edelleute einen Bekannten unvorhergeſehen freund⸗ ſchaftlich überfallen, bei ihm ſchmauſen, zechen und tanzen bis in die Nacht hinein und am andern Mor⸗ gen wieder davon fahren,— ein ſolcher Kulik nebſt der ganzen Familienſcenerie und Lebensweiſe im Kos⸗
V niſche Hochzeit und die komiſch⸗chevalereske Situation
eines alten behaglichen Wojewoden, der nach polni⸗ ſcher Kriegsſitte zum Wojewoden und Beſchützer der Frauen und Jungfrauen erwählt iſt und ſich nun unter der ſüßen Laſt dieſer vielköpfigen, launenhafken Schönen mit möglichſter Grazie krümmt und ihnen und ihren ungezogenen Kindern ſeine Zeit und ſein Hab und Gut zum Opfer bringt. Die vielen eigen⸗ thümlichen und in der That nicht ſelten ſehr poeti⸗ ſchen Sitten und Gebräuche der polniſchen Nation, ſo wie manche verborgene Züge ihres Charakters ſind dabei mit großem Geſchick eingeflochten, und man fühlt ſich ſehr bald heimiſch in der romantiſchen At⸗ moſphäre unſeres Nachbarvolkes, welches durch viele
Elemente des Slaventhums näher mit uns verwandt
und verbunden iſt, als es die politiſche Blindheit ahnt.
Der Styl gleicht dem in den meiſten modernen Romanen, welchen es allſeitig zu Gute kommt, daß unſere Zeit in dieſem Punkt von ihrer belletriſtiſchen Literatur keineswegs verwöhnt iſt. Uebrigens leidet die Darſtellung nicht an der ſonſtigen Redſeligkeit weiblicher Federn, ſie ſtrebt nach Kürze und ſucht, getragen von einem gewiſſen enthuſiaſtiſchen Pathos, dem man die Liebe zur Sache anmerkt, in größeren Tableaux Zuſtände und Perſonen vorzuführen, welche die Leſer unterhalten und auregen werden, denn an⸗ regend wirkt, trotz zahlreicher Fehler, Mängel und Un⸗ vollkommenheiten, das Poſitive, fruchtbar Lebensfähige ein für allemal. Die deutſchen Polen und ihre Com⸗ patrioten werden dieſen Roman mit Eifer leſen, und er dürfte in ihren Kreiſen ſehr verbreitet werden; wird er doch belebt von der Hoffnung, ja Ueberzeu⸗ gung, die ſich in der erſten Zeile der polniſchen Na⸗ tionalhymne„Noch iſt Polen nicht verloren“ ausſpricht und durch keine Gewalt umgebracht werden kann.
Jeuilleton.
Zur Sperialgeſchichte der Haushatze.
Ueber dieſes dem Menſchen ſo befreundete Thier, wel⸗
ches zu allgemein iſt, um gehörig beachtet und in ſeinen
merkwürdigen Eigenſchaften bekannt zu ſein, theilen wir
hier Einzelnes aus der Schilderung mit, welche Brehm da⸗
rüber neuerdings giebt. Dieſer Naturforſcher ſagt unter anderm:
0 Die Katze bat als Hausthier eine ſehr weite Verbrei⸗
tung gefunden und zwar hauptſächlich ſeit der Einwande⸗
rung der Ratten, dieſer abſcheulichen, nächtlichen Plagegeiſter
des Hauſes. Es iſt wohl anzunehmen, daß ſie von Aegypten
aus zuerſt verbreitet worden iſt; wenigſtens erhalten wir von dort aus die erſten geſchichtlichen Nachrichten über ſie. Ge⸗ gen das Jahr 430 v. Chr. berichtet Herodot über den Ailu⸗ ros, wie er Freund Hinz benennt, Folgendes:„Entſteht in Aegypten irgendwo eine Feuersbrunſt, ſo kümmern ſich die Leute nicht ums Feuer, ſondern um ihre Katzen. Sie ſtellen ſich um ſie herum und halten Wache. Entwiſcht aber eine Katze aus dem Kreiſe und ſtürzt ſich in die Flammen, ſo kommt über die Aegypter große Trauer. Stirbt eine Katze
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