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werde. Da es bisher Gebrauch geweſen war, daß nur ein Marſchall oder ein Admiral dieſen Poſten bekleidete, ſo ver⸗ muthete man allgemein, daß auf den Admiral jetzt ein Mar⸗ ſchall folgen würde, und daher wurden Peliſſier und Vaillant als diejenigen bezeichnet, welche die meiſten Ausſichten auf dieſe Stelle hätten. Doch wie ſchon ſo oft zeigte es ſich auch diesmal, wie ſehr der Kaiſer liebt, Frankreich durch die von ihm getroffenen Ernennungen zu überraſchen, denn ein kaiſerliches Decret vom 27. Januar ernannte den Grafen de Flahault zum Großkanzler der Ehrenlegion. Graf de Flahault wurde 1785 geboren und ſteht demnach in ſeinem 79. Lebensjahre. Seine militäriſche Laufbahn machte er zur Zeit des erſten Kaiſerreichs, denn er trat 1799 als gemei⸗ ner Dragoner in den Dienſt, wurde aber bald Officier, war eine Zeitlang Adjutant Murat's, ſpäter des Marſchalls Ber⸗ thier, wurde 1812 bei Mohilew zum Brigadegeneral und 1813 auf dem Schlachtfelde von Leipzig zum Diviſionsgene⸗ ral ernannt, und von dem Kaiſer, zu deſſen Adjutanten er emporgeſtiegen war, mit mehreren Miſſionen beehrt. Er begleitete den Kaiſer auch während der hundert Tage und war ihm in der Schlacht von Waterloo zur Seite. Für ſeine Anhänglichkeit an den Kaiſer wurde er von den Bour⸗ bons verbannt, und in Folge deſſen begab er ſich in die Schweiz und von da nach England, wo er ſich mit Lady Mercer Elphinſtone, Tochter des Lord Keith, vermähl welche 1823 durch Erbſchaft in den Beſitz der Pairie ka 1830 trat er nach der Julirevolution wieder in den franzö ſchen Dienſt, wurde zum Pair von Frankreich ernannt, war 1831 eine kurze Zeit franzöſiſcher Geſandter in Berlin, wohnte 1832 unter dem Marſchall Gerard der Belagerung von Antwerpen bei und übernahm 1837 den Poſten als Oberſtallmeiſter des Herzogs von Orleans, auf den er aber nach einer kurzen Zeit wieder verzichtete.
Unter dem Kaiſer Napoleon III. hat Graf de Flahault blos diplomatiſche Poſten bekleidet, und zwar übernahm er zuerſt den Geſandtſchaftspoſten am Wiener Hofe, von wo er dann nach London verſetzt wurde, wo er Frankreich bis in den Herbſt 1863 vertreten hat, dann aber wegen ſeines hohen Alters ſeine Demiſſion einreichte, worauf der Baron Gros, der ſich in China als geſchickter Diplomat bewährt hatte, den Geſandtſchaftspoſten in London erhielt. In der Ernennung des Grafen de Flahault zum Großkanzler der Ehrenlegion, die von Seiten der Marſchälle nicht beſonders günſtig aufgenommen worden ſein ſoll, bewies der Kaiſer einem der Veteranen des erſten Kaiſerreichs und der ausge⸗ zeichneten Diplomaten unter ſeiner Regierung ſeine Dankbar⸗ keit, welchen Charakterzug er überhaupt nie verleugnet hat.
C.
Ein Araber über Neapel.*)
Neapel iſt ein Paradies, wie ich allgemein behaupten höre. Dieſer Ausſpruch ſcheint mir inſofern unrichtig, als die Menſchen, welche hier im Naturzuſtande herumlaufen, nicht wie Adam und Eva mit Feigenblättern behangen ſind, ſondern mit Lumpen; inſofern aber vielleicht richtig, als die Religion, die ich hier ausüben ſehe, mit keiner mir bekannten neuen Aehnlichkeit hat und daher wohl uralt ſein dürfte.
*) Wir kommen auf dieſen„Araber“ zurück, deſſen humoriſtiſch⸗ſatiri⸗
ſche Schilderung auch noch auf manche andere chriſtliche Stadt theilweiſe paſ⸗
ſen würde.
Folge. 123
Das Chriſtenthum iſt es entſchieden nicht, denn ich finde in einer arabiſchen Bibelüberſetzung zu wiederholten Malen ausgeſprochen: Unſer Gott iſt nicht von Menſchen⸗ händen gemacht, Ihr ſollt ihn im Geiſte und in der Wahr⸗ heit anbeten; liebet Gott, liebet Euern Nächſten gleich Euch ſelbſt, das iſt das höchſte Gebot. Von alle dem iſt aber hier gar nicht die Spur zu finden. Ich habe geforſcht, ob die Bekenner dieſes merkwürdigen Cultus nicht ein Buch haben, welches die Richtſchnur ihres Glaubens bildet, wie der Koran bei uns, die Bibel bei den Chriſten; aber auch das haben ſie nicht. Zwar ſagen ſie, giebt es ein ſolches Buch, aber ſie dürfen bei großer Strafe nicht darin leſen. Freilich würde es ihnen wenig helfen, wenn ſie das Buch auch hätten, denn das Leſen iſt bei ihnen noch eine ſel— tene Kunſt, die nur einige Wenige in den großen Städ⸗ ten beſitzen, die Uebrigen lernen nur ein paar lateiniſche Gebete.
Wunderbar erſcheint es mir, daß die Chriſten nicht verſucht haben, ihre Lehre hier auszubreiten, da ſie doch ſelbſt in die fernſten Gegenden ihre Miſſionare ſchicken. Wenn die Lehre: ehret Gott und liebet den Nächſten, hier Eingang fände, müßte eine ungeheure Veränderung vor⸗ gehen. Wahrſcheinlich iſt aber alle Mühe der Chriſten an dem Widerſtande der unzähligen Prieſterſchaar geſcheitert.
Die Götzenbilder ſind nicht nur in den Tempeln, ſon⸗ n auch in den Straßen und an allen Orten angebracht. g ſind dieſelben ſo abſchreckend häßlich, daß junge auen ſie nicht anſehen ſollten. Prieſter vor dem Altare tragen die Kleidung indiſcher Lamas und laſſen hinter ſich kleine Knaben in bunten Hemden allerlei Kurzweil treiben.
Vor dem Gebete waſchen ſich die Leute nicht und, wie es ſcheint, auch ſonſt nicht, obgleich ihnen dieſer muha⸗ medaniſche Gebrauch nur vortheilhaft und wohlthätig ſein könnte.
Das ganze Treiben erinnert an die altägyptiſche Deß⸗ potie unter Leitung der allmächtigen Prieſterſchaft. Dieſe beſitzt einen großen Theil des Landes und nimmt noch außer⸗ dem viele Abgaben in Anſpruch. Was ſonſt noch übrig bleibt, wird für die Armee und die Polizei verwendet. Sollten aber die hohen Abgaben das Vermögen des ehrlichen Mannes nicht ganz aufzehren, ſo wird er noch veranlaßt, Segen von den Prieſtern zu kaufen und in dem königlichen Lotto zu ſpielen.
Krokodile, Stiere und Katzen werden zwar nicht ange⸗ betet, aber Figuren von Holz und andern Stoffen, ſelbſt widerliche Dinge. 3
Der Kleinhandel mit Fluch und Segen iſt den Prieſtern übertragen, welche jedoch den Segen nur gegen baare Bezah⸗ lung, Fluch aber umſonſt vertheilen. Sonach erſcheint ihre Religion nur als eine Beſteuerung des Glaubens. 3 Viel und ſtark glaubt, wird Viel bezahlen müſſen. Deßh werden aber auch alle Mittel angewendet, um den Glauben zu ſtärken und den Verſtand zu ertödten.
Darauf ſcheint der Schwer⸗ und Zielpunkt aller Prie⸗ ſterherrſchaft zu ruhen. Zwar wird auch Moral gepredigt: Du ſollſt nicht ſtehlen, nicht tödten u. ſ. w. Aber auch dies wird von den Prieſtern nur als Mittel benutzt, um ihre Macht zu ſtärken und anderweite Abgaben zu erheben, denn ſie ertheilen gern und willig Vergebung für jedes Verbrechen, ſobald ſie bezahlt werden.
Da nun bei den Prieſtern Alles, ſogar die höchſten Güter des Menſchen, des Himmels Segen und Vergebung der Sünden, für Geld zu haben iſt, ſo ſcheinen viele Be⸗


