ſtillen aäuſeln, ich der Raum.
e muß ehe es erſchei⸗ a Sei⸗ Mhe ſchenden auf die ubgänge farbigen uchtende de Blu⸗ dieſes n. Wo des zu⸗ vmuͤckte nd Wa⸗ n ruhen Die um⸗ gebilde⸗ nd, dieſe Fuß dort tte eines Frauen Furoya; ſchönſten Augen 8, welche Feſtalten! das Haak u geform⸗ oßen Arm dund dem folgend. glänzendet dtey! Be⸗ tavin mit henen wir ſtillen, und Wie⸗ „ Könunte Beduinen⸗ ſchncte entiren?
Vierte Folge. 121
das weiße Kleid hat ſich hinaufgeſchoben und läßt einen geſtickten Unterrock und den fein gewirkten Strumpf ſehen; dunkle Locken umſchatten eine hohe edle Stirn; ſie ſchlägt die Augen auf, große, ſchwer⸗ müthig blaue Augen unter dem Schatten langer ſchwarzer Seidenwimpern. Wie ihr ſchöner, voller Buſen wogt von der Anſtrengung des Tanzes, und wie die weißen Schultern ſich emporheben aus dem reichen Spitzenbeſatz des Kleides! Und jene Blondine dort am Arme ihres Tänzers, eines jungen Midſhip⸗ man, welche ſich mit dem parfümirten Taſchentuch Kühlung zufächelt! Ihr goldblondes Haar rollt unge⸗ flochten in reichen natürlichen Locken über Hals und Schultern herab, dieſe reichen, blonden Locken ſieht man nur in England, ihre ſchwarzen Augen funkeln wie Diamanten, goldblondes Haar, ſchwarzdunkle Augen, ein blüthenweißer Teint, roſig angehaucht von der Anſtrengung des Tanzes! Und bhier jene beiden Mädchen in rothem und blauem Seidenkleide, welche gerade eintreten in die Reihen der Tänzerinnen, ein ganz anderer Typus; kleiner, zierlicher, dunkles Haar und dunkle Augen, ſie ſind nicht Euglands Töchter, von drüben, aus dem ſonnigen, heitern Frankreich ſind ſie; ſie nehmen den Saum ihrer leichten Kleider in die Höhe, wilder und heftiger drehen ſie ſich im Wirbel des Tanzes. Noch einige Takte. Es iſt Mitternacht. Der Tanz iſt zu Ende. Nach und nach erlöſchen die Gasflammen. Es wird immer dunkler in dem Zaubergarten von Cremorne. Alles drängt ſich nach den Eingängen zu. Dort wartet noch ein einſames Cab. Steigen wir ein. Der Wagen hält.
Wir ſind auf der großen Promenade nach Mitter⸗ nacht, welche erſt nach ein Uhr beginnt und bis drei Uhr Morgens dauert. Keine Stadt auf dem Conti⸗ nent hat eine ſolche Promenade. Die Arcaden des Marcusplatzes in der ſchimmernden Lagunenſtadt ſind, wenn Mitternacht von den phantaſtiſchen Thürmen der Kirche tönt, welche ſich mit ihren bunten Glas— fenſtern, mit ihren köſtlichen Marmor⸗ und Porphyr⸗ ſäulen, mit ihren vergoldeten Kuppeln aufbaut, wie
ein Bild des goldenen Horns, ſtill und dunkel; die
ſtrahlenden Läden und Cafés des Palais⸗Royal ſind um dieſe Stunde geſchloſſen, die Gallerie d'Orle— ans iſt einſam und verlaſſen; aber die breiten Trot⸗ toirs von Haymarket von den Arcaden von Her Ma⸗ jeſty's Theater bis zu den Bogen von Regentsſtreet ſchimmern in Reflex der Gasflammen und Spiegel der Cafés und Reſtaurants, welche wie ein funkeln⸗ des Band die linke Seite der Straße einnehmen. Alle Thüren ſind geöffnet, alle Fenſter ſind erleuchtet, aus den kleinen mit Roth und Gold decorirten Ge⸗ mächern tönt Muſik, fröhliches Lachen und das Klin⸗
gen der Champagnergläſer. Auf ihren rothen, weichen Sammetſeſſeln werden die Orgien der Londoner Nacht gefeiert. Jene kleinen, prächtig decorirten Gemächer und die Einfachheit und Stille der Dining Rooms in Cheapſide, in denen die Geſchäftsleute der City hinter den hohen, braunen Holzverſchlägen auf den ſchmalen Bänken, ſchweigend den Hut auf dem Kopfe und die Times in der Hand, ihr Roaſtbeef verzeh⸗ ren,— welche Contraſte!— Und auf den breiten Trottoirs drängen ſich die Spaziergänger durcheinan⸗ der, ſchöne Mädchen in glänzenden Balltoiletten, Per⸗ len ins Haar geflochten, Spaziergänger aus allen Nationen, aus allen Städten und Ländern, lachend, flüſternd, hinter den braunen Mahagonithüren der Cafés verſchwindend, kommend und gehend. Die Nachtluft iſt durchhaucht von dem Duft von Patſchuli und Eau de mille fleurs. Die Schleppen der Atlas⸗ kleider rauſchen auf den Steinen, Schleier wehen, roſafarbene Bänder flattern; funkelnde Augen, koſende Worte, das iſt ein Grüßen, ein Flüſtern und ein Lachen! Immer belebter wird die Scene, es iſt oft ſchwer, ſich durchzuwinden durch die Gruppen von Spaziergängern und Mädchen. Worte in allen Spra⸗ chen der Erde, franzöſiſch, deutſch, engliſch, italieniſch, wie unter den ſchimmernden Arcaden des Marcus⸗ platzes um acht Uhr Abends. Alle Tänzerinnen aus Cremorne ſehen wir hier wieder.“
Wie Sie ſehen, ſind die Beſchreibungen des Ver⸗ faſſers für einen Culturhiſtoriker ziemlich blühend, und es fehlt ihnen nicht an ſchmelzenden Färbungen. Doch da ſich damit gründliche Sachkenntniß verbin⸗ det, ſo kann man es in ſofern einen Vortheil nen⸗ nen, als es dazu beitragen wird, größere Leſerkreiſe heranzuziehen, als ſonſt in der Regel ethnographiſche Schriften haben. Wir verweilen auch nur deßhalb bei dieſer verhältnißmäßig nicht umfangreichen Edition, weil ſie deſto inhaltreicher iſt und mit andern gleich⸗ artigen Beſtrebungen von Raſch, ſich zum Ganzen er⸗ gänzend, Hand in Hand geht.
Ueberhaupt ſcheint es Pflicht, alle ſolche Unter⸗ nehmungen zu beachten, die es mit dem Gegenſtand des realen Lebens zu thun haben und uns durch einen kundigen Blick hinter die Couliſſen, oder man könnte auch ſagen, hinter den Schleier der modernen Myſterien die nackte Wirklichkeit, das glänzende Elend, die eigent⸗ liche innere, moraliſche Zerrüttung unſerer Gegenwart vor Augen führen.
In phantaſtiſchem, aber leider nur zu wahrem Colorit iſt die Schilderung ausgemalt, welche der Verfaſſer von einer nächtlichen Wanderung in Beglei⸗ tung eines geheimen Polizeibeamten durch die Diebs⸗ ſpelunken und verborgenen Höhlen, Behauſungen und
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