Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
109
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Dierte Folge. 109

unbekannten Leiden des Soldaten mit einer zum Herzen zehnten Jahrhunderts; in den meiſten philoſophiſchen und dringenden Theilnahme geſchildert. Auch rechnet man Ker⸗ religiöſen Fragen gehörte er zu den Freidenkern. Er glaubte vitude et grandeur militaires zu den ausgezeichnetſten Wer⸗ an kein beſtimmtes religiöſes oder metaphyſiſches Dogma; ken Alfred de Vigny's. für ihn gab es nur einen feſten Punkt: die Ehre. Die Ehre

Weniger bekannt von ihm ſind der 1831 erſchienene Le war ſeine Religion. An mehreren Stellen in ſeinen Wer⸗ Maréchal d' Ancre und die im Jahr 1832 veröffentlichten ken feiert er die Ehre in Worten, welche deutlich zeigen, welch Consultations du docteur Noir. einen hohen Werth er derſelben beilegte. Dieſes überſpannte

Das Jahr 1835, das fruchtbarſte in der literariſchen Ehrgefühl, nach dem er ſein Leben regelte, geſtaltete ſich um, Laufbahn unſres Dichters, bildet in ſeinem Leben einen förm⸗ ohne ſich im Grunde zu verändern, wenn er es auf Geiſtes⸗ lichen Wendepunkt, denn der bis dahin ſo fruchtbare Schrift⸗ werke anwendete, und wurde die leidenſchaftliche Vorliebe für ſteller zog ſich plötzlich von der literariſchen Arena faſt ganz das Ideal. Die Ehre regelte ſein Leben, das Ideal war die zurück und lebte fern von der Menge und dem Geräuſche der Aufgabe, welche er ſich für ſeine Geiſteswerke ſtellte, und Welt. Das Stillſchweigen, das er während der letzten 28 dieſe doppelte Formel erklärt in Alfred de Vigny den Men⸗ Jahre ſeines Lebens beobachtete, wurde nur ſehr ſelten unter⸗ ſchen und den Schriftſteller. In allen ſeinen Werken iſt das brochen, z. B. im Jahr 1843, wo er in der Revue des Deux Streben nach dem Ideal zu erkennen. Wie der Waffenruhm Mondes Fragmente ſeiner Poèmes philosophiques und ei⸗ ſein Traum während ſeiner militäriſchen Laufbahn war, ſo nige andre kleine Gedichte veröffentlichte, und im Jahr 1846, iſt die reinſte, die erhabenſte Kunſt ſein Traum während ſei⸗ wo ihm die Ehre zu Theil wurde, an Stelle des verſtorbenen ner Laufbahn als Schriftſteller. In Folge dieſer Geſinnung Etienne als Mitglied in die Académie frangaiſe aufgenom⸗ ſtellte er an ſeine eignen Leiſtungen immer höhere Anſprüche, men zu werden. Bekanntlich iſt jeder neu aufgenommene und da er ſich ſelbſt nicht befriedigen konnte, ſo vernichtete Unſterbliche, mit welchem Namen man in Frankreich gewöhn⸗ er in der Regel das, was er geſchrieben hatte. So hat er lich die vierzig Mitglieder der Academie bezeichnet, verbun⸗ einen Band, welcher als Fortſetzung für Stello dienen ſollte, den eine Lobrede zu Gunſten des Verſtorbenen, deſſen Stelle verbrannt, weil er befürchtete, ſich in der Nachweiſung für er einnimmt, zu halten, und die Sitte verlangt, am Ende ei⸗ ſeine Idee zu weit haben fortreißen zu laſſen. In Folge nige Worte zum Lobe des eben regierenden Monarchen zu deſſen findet ſich unter ſeinem literariſchen Nachlaß kein Ma⸗ ſagen. Alfred de Vigny ließ ſich durch nichts dazu beſtim⸗ nuſcript weiter, das veröffentlicht werden darf, als ein Band men, ſich dieſer Sitte zu Gunſten Ludwig Philipp's zu fügen, poèmes philosophiques, an die er vor ſeinem Tode ſelbſt die wofür er längere Zeit ſich die Spöttereien des Herrn Molé letzte Hand angelegt hat und von denen er, wie bereits oben gefallen laſſen mußte, die ihm bei ſeinem hohen Ehrgefühl erwähnt, 1843 Fragmente in der Revue des Deux Mondes gewiß oft ſehr ſchmerzlich geweſen ſein mögen. veröffentlicht hat.

Natürlich drängt ſich einem Jeden die Frage auf: Noch ein andrer Punkt muß dabei in Berückſichtigung Was mag wohl den eben ſo geiſtreichen wie reich begabten V gezogen werden. Gewiſſe Eigenſchaften iſoliren einen Schrift⸗ Dichter veranlaßt haben, in einem ſo frühen Alter auf eine ſteller von der Menſchenmaſſe, wie gewiſſe Fehler ihn der⸗ fernere literariſche Thätigkeit zu verzichten? ſelben nähern. Jene Eigenſchaften beſaß Alſred de Vigny

Die Antwort auf dieſe Frage ergiebt ſich, ſobald man im Ueberfluß, alle dieſe Fehler mangelten ihm. Er konnte die Familienverhältniſſe Alfred de Vigny's und ſeinen perſön⸗ daher jene Popularität nie erreichen, die oft viel geringer be⸗ lichen Charakter näher kennt. Ueber die Erſtern belehrt uns gabten Dichtern in reichem Maße zu Theil wird, was ihn, Louis Ratisbonne, einer der wenigen nähern Freunde des der ſo fein fühlte, verwundete, und um ſich dieſes Gefühl zu Verſtorbenen, der von ihm zum Erben ſeiner literariſchen erſparen, ſchrieb er nichts mehr für die Oeffentlichkeit. Das Werke eingeſetzt worden iſt, welcher ſich in dem Journal des Ideal liegt in der Regel viel zu hoch über dem Horizonte Debats in folgenden Worten über ihn ausſprach: der meiſten Menſchen, als daß ſie im Stande ſein ſollten, es

In dem Geheimniß ſeines Privatlebens, unter dem nach ſeinem ganzen Werthe zu ſchätzen. Ganz richtig ver⸗ Einfluſſe der einzigen Muſen, die ihm ſeine Werke dictirt glich daher der Kritiker und Dichter Théophile Gautier erſt haben der Ehre und des Mitleidens hat er andre kürzlich den hellen, aber wenig lärmenden Ruhm Alfred de Werke vollbracht, die beſten, welche nur von ſeinen intim- Vigny's mit jenen weißen und milden Sternen in der Milch⸗ ſten Freunde bewundert worden ſind. Vor acht Monaten ſtraße, welche nur deshalb weniger als andre Sterne glänzen, ordnete er von ſeinem eignen Krankenlager aus das Leichen⸗ weil ſie viel höher und in einer größern Entfernung als dieſe begängniß der Frau de Vigny, ſeiner kränklichen Gemahlin, von uns ſtehen. Das Alles zuſammen genommen erklärt an, für welche er ſeit zwanzig Jahren die unermüd lichſte, ſein langjähriges Schweigen. ſorgſamſte barmherzige Schweſter geweſen war, auf welche Graf Alfred de Viguny hatte ſich aber nicht allein der je die Engel mit Lächeln herabgeblickt haben. Aus einer literariſchen Arena, ſondern auch den geſellſchaftlichen Krei⸗ andern Quelle wiſſen wir, daß er vorher Jahre lang der ſen entzogen, und er beſuchte nur wenige Häuſer und auch liebevolle Krankenwärter ſeiner von ihm heißgeliebten Mut- dieſe nur ſehr ſelten, ſo willkommen er in denſelben als ein ter geweſen war. Trotz alledem beſchäftigte er ſich fortwäh⸗ ganz vorzüglicher Geſellſchafter und bei der Ueberlegenheit rend geiſtig, doch was er in der Nacht gedichtet hatte, warf ſeiner Talente und ſeiner hohen ſocialen Stellung auch war. er gewöhnlich am andern Morgen ins Feuer, weil es den Darin lag der Grund, daß er für die jüngere Generation Anſprüchen, die er an ſich ſelbſt ſtellte, nicht genügte, und der eine ziemlich unbekannte Perſönlichkeit geworden war. Lite⸗ Hauptgrund davon lag in ſeinem perſönlichen Charakter. raten, welche wünſchten, den Dichter der Eloa, den Verfaſſer Als er die militäriſche Laufbahn verließ, nahm er aus der⸗ von Cinq⸗Mars, Chatterton ꝛc. wenigſtens von Geſicht kennen ſelben das lebhafte und mächtige Gefühl mit in das bürger⸗ zu lernen, ſtand kein andres Mittel zu Gebote, als ein gewiſ⸗ liche Leben hinüber, das für ſeine ganze Exiſtenz der untrüg⸗ ſes Leſecabinet, das durch die reiche Auswahl der darin auf⸗ liche Regulator wurde: den Cultus der Ehre. Alfred de liegenden Journale berühmt war, doch ſchon ſeit einigen Jah⸗ Vigny war nicht blos ſeiner Geburt nach ein Kind des acht- ren zu exiſtiren aufgehört hat, zu beſuchen, worin er ſich öfters

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