80 Novellen dies, Gott ſey Dank, kein König auf der Welt verbieten.“ „Ja,“ ſchrie die Menge,„das darf uns kein König verbie⸗ ten. Es lebe die Freiheit Alt⸗Englands!“ und ging jauchzend auseinander. Im ſiebenjährigen Kriege ließ Friedrich der Große ei⸗ nem gewiſſen Regimente, welches in ſeiner Schuldigkeit gegen den Feind gefehlt hatte, die Schnüre von den Hüten und V die Bleche von den Patrontaſchen nehmen. In dieſer Ver⸗ faſſung marſchirte es vor dem Könige vorbei. Friedrich ſagte:„Nun habt ihr euch doch durch eure Feigheit bei der ganzen Armee einen ſchönen Ruhm erworben.“ Ein al⸗ ter Soldat, der ſchon die erſten ſchleſiſchen Feldzüge mitge⸗ ’ macht hatte, trat heraus, und antwortete:„Ihro Majeſtät! und wenn Sie mir auch noch dieſen Rock ausziehen laſſen, ſo bleib ich doch ein braver Soldat. Der bin ich ſchon in den erſten Feldzügen geweſen; und was kann ich dafür, wenn Schurken zum Teufel laufen? Ich für meinen Theil habe dieſe Beſchimpfung nicht verdient.“—
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„Zeitung.
„Wie heißt du?“ fragte der König.—„Gartmann,“ war die Antwort.—„Wie lange haſt du mir gedient?“ „Dreißig Jahre, Ihro Majeſtät.“—„Er ſoll Feldwebel ſein. Führe Er ſeine feigherzigen Untergebenen bei Gele⸗ genheit gut an, damit ſie wieder zu Ehren kommen,“ ſagte Friedrich gelaſſen, ritt weg und ließ bald darauf dieſem neuen Feldwebel durch Zurückſendung eines Adjutanten ein anſehn⸗ liches Geſchenk mit Verſicherung ſeiner Gnade und Zufrie— denheit über ſein Betragen machen. 5
Als Friedrich der Große im Jahre 1758 am 25. Au⸗ guſt zu der Schlacht bei Zorndorf bei Geiſtebieſe über die Oder gegangen war, brachten die Huſaren einige Koſaken, die ſie gefangen genommen hatten, zu dem König. Dieſe Leute ſowohl als ihre Tracht waren Allen etwas Ungewöhnli⸗ ches. Der König betrachtete ſie aufmerkſam, und ſagte nach⸗ her zu dem Major von Wedell, deſſen Grenadierbataillon die Avantgarde hatte:„Seh' Er einmal, mit ſolchem infa⸗ men Krop muß ich mich ſchlagen.“
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