Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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Strebens. Auch ihn läßt der Verfaſſer in Amerika als hospitirenden Goldgräber Schätze erwerben, wel⸗ ches gewiß für alle Romanſchreiber die bequemſte Art iſt, ihre Lieblinge zu materiellem Erfolg zu führen, da ſie recht wohl wiſſen, daß es zu langſam geht, bei uns in der Uebervölkerung auf ſolide Weiſe ein Vermögen zu erwerben. Unter Hunderten wird es Dreien zu Theil, und Zwei von dieſen erreichen darüber ein ſo beträchtliches Alter, daß ſie für einen Dichter

Novellen⸗

Jeitung.

diegene gradſinnige Intentionen und eine edle Ten⸗ denz hat.

Es befinden ſich mehrere anſprechende Charaktere in ſeinem Roman. Sie ſind oft mit gedämpften Farben gezeichnet und haben keine außerordentlichen Eigen⸗ ſchaften, daher ſie viel Wahrheit bekunden. Neben einem alten Polizeiſchreiber und einer alten Jungfer, deren Portrait man loben muß, iſt das Bild eines Berliner Komödianten, Bonvivant und harmloſen

ein unbrauchbares Meubel geworden ſind, wenn ihm mauvais sujet, vortrefflich gelungen, wenn es auch in

daran gelegen iſt, einen armen Jüngling oder an⸗ gehenden Mann von kaum dreißig Jahren ſeine Braut

der Erfindung durchaus nicht neu genannt werden kann und nur aus den landläufigen Fragmenten der

erobern zu laſſen und ihr einen reichen Hausſtand Tagesgeſchichte der Geſellſchaft zuſammengebaut wurde. zuzuführen. Sollten auch die Bräutigams über die⸗ Wenn man ſich ſomit über viele Einzelheiten ſen Zeitaufwand noch rüſtig genug bleiben, ſo werden dieſer Erzählung erfreuen und den guten Humor, der doch die Bräute darüber vom Zahn der Zeit zu be⸗ hier und da hervortritt, anerkennen muß, ſo läßt ſich denklich mitgenommen. Es müſſen alſo ſchnellere doch der Mangel an gründlicher planvoller Durch⸗ Mittel ergriffen werden, und drei zeigen ſich vorzüg⸗ arbeitung und künſtlicher Abrundung nicht überſehn. lich empfehlenswerth: eine plötzliche Erbſchaft, ein Der Verfaſſer wird offenbar von ſeiner lebendigen Lotteriegewinn oder eine kühne Speculation in Ame⸗ Erfindungskraft und recht friſchen Phantaſie verleitet, rika. Das letztere realiſirt ſich zwar in der Wirklich- zu raſch zu arbeiten und zu viel zu ſchreiben. Er keit ſehr ſelten, und die Kenner des Lebens begreifen gelangt deßwegen weder zu der nothwendigen Muße, die Gründe, jedoch man kann die Möglichkeit, in noch zu der kritiſchen Einſicht, die für die Schöpfung

Californien Gold zu finden, nicht abſtreiten und muß die Erzählung der Thatſache toleriren. So hier.

In vielen Beziehungen hat Raabe ſehr hübſche Einzelheiten dargeboten, und man muß ihm das Ge⸗ ſammtverdienſt zuerkennen, daß er Weltkenntniß, ge⸗

eines tüchtigen Romaus unerläßlich ſind.

Durch ſolche Flüchtigkeit verliert nicht nur die Ge⸗ ſammtcompoſition an Plaſtik und organiſcher Lebens⸗ kraft, es büßt auch der Dialog die gehörige Charak⸗

teriſtik und ausgeprägte Schärfe ein.

Feui

Mont-Saint-Michel.

Zwiſchen Avranches und Pontorſon, am Zuſammenfluß der Flüſſe Sée, Sélune und Coésnon und des Meeres gelegen, bildet Mont-Saint-Michel die äußerſte Grenze der Normandie und der Bretagne. Auf der andern Seite des Coésnon, welcher zu ſeinen Füßen erſtirbt, nimmt das Depar⸗ tement IIle-et-Vilaine ſeinen Anfang. Die Bretagner behaupten ſogar, der Mont⸗Saint⸗Michel gehöre ihnen, und ſie beſchuldigen den Coésnon, durch die häufigen Verände⸗ rungen ſeines Bettes ihn in die Normandie verſetzt zu haben.

Mont⸗Saint⸗Michel iſt zu gleicher Zeit das ſonder⸗ barſte und das großartigſte Monument, welches exiſtirt. Man kann ſich von ihm keine Idee machen, nicht einmal durch Gemälde, wenn man ihn nicht geſehen und von oben bis unten beſucht hat, denn er iſt nichts Bekanntem ähnlich, und wer ſich heut zu Tage einfallen laſſen wollte, etwas Aehnliches herzuſtellen, würde als ein Schwärmer betrachtet und in Charenton eingeſperrt werden.

Es war anfangs blos ein unfruchtbarer nackter Felſen,

Lleton.

ganz wie ſein Nachbar Tombelaine. Der Urſprung der Abtei verliert ſich im Dunkel der Zeiten. Der Legende gemäß ſoll der Satan, auf die Herausforderung des Erzengels Michael, ſie mit ſeinen eignen Klauen aus ſtarken, feſten Steinen er⸗ baut haben. Jedenfalls hat er ſein hölliſches Genie anſtren⸗ gen müſſen, um auf einem Felſen, der ſich einige hundert Fuß hoch über die Sandfläche erhebt, das Fundament zu einem ſolchen Kloſter zu legen.

Die Geſchichte behauptet dagegen, der heilige Aubert, Biſchof von Avranches, ſei zuerſt auf die Idee gekommen, auf dieſem Berge ein Kloſter für Stiftsherren zu erbauen. Die Gründung des Kloſters gehört aber dem Herzog Richard. Von dieſem Zeitraume an(966) beginnt die wirkliche Macht des Berges. Die Aebte, ſpäter die Prioren haben ihn allmäh⸗ lich zu dem gemacht, was er in unſern Tagen noch iſt. Ein Dutzend Mal niedergebrannt und wieder aufgebaut, iſt er nie in die Gewalt der Engländer gefallen, welche ſich wiederholt an dieſem uneinnehmbaren Felſen die Schädel einſtießen.

Die Revolution von 1789 veränderte bekanntlich die Beſtimmung des Kloſters und machte daraus ein Centralge⸗

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