Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
55
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Als Baſſa den Geliebten erblickte, erhob ſie ſich ungeſtüm, ſtieß einen Freudenſchrei aus und ſtreckte ihm die Arme entgegen; der Feldjäger bedeutete ſie, ſich ruhig zu verhalten, und als ſie nicht auf ihn hörte, ſtieß er ſie unſanft auf ihren Sitz zurück. Dmitrijew verhüllte das Geſicht mit den Händen; er weinte.

Raſtlos ging die flüchtige Reiſe der beiden Schlitten nach Oſten hin fort über weite Schnee⸗ und Eisfelder, über Berge und gefrorene Flüſſe, mochten Wind und Kälte die Reiſenden auch faſt erſtarren und der Schnee ſeine weiße Decke über ihre Pelze breiten. Die Transporteure wechſelten kein Wort mit ihren Gefangenen, dieſe ſelbſt durften nicht mit einander ſprechen; während der kurzen Ruhe, die man ihnen ſelten gönnte, hielt man ſie von einander getrennt, und Alexis hätte einen gewaltſamen Ver⸗ ſuch, ſich Baſſa zu nähern, beinahe mit dem Leben bezahlt; man riß ihn mit Gewalt zurück und drohte,

ihn zu binden.

Welche Tantalusqualen mochten die Liebenden nicht ausſtehen! Die Rache der Kaiſerin war hart und grauſam. Nur eine Hoffnung hielt ſie noch aufrecht, daß man ihnen in dem von der civiliſirten Welt abgeſchloſſenen Verbrecherlande ihre Wiederver⸗ einigung geſtatten werde; das Gegentheil ſchien ihnen zu unmenſchlich.

Nach wochenlanger Reiſe, der Baſſa beinahe unterlag, denn die körperlichen Anſtrengungen und Seelenſchmerzen hatten das von Leſtocg prophezeite Fieber zum Ausbruche gebracht, worauf indeſſen von den Feldjägern und Stationscommandanten keine Rückſicht genommen wurde, paſſirten die Schlitten das Uralgebirge. Unmittelbar hinter demſelben trenn⸗ ten ſich ihre Wege; Baſſa ſollte nach Bereſow, Alexis nach Jeniſeisk gebracht werden. Beide Orte ſind mehr als zweihundert deutſche Meilen von einander entfernt.

Baſſa fühlte den Schmerz der Trennung nicht mehr; ſie lag ſchon ſeit zwei Tagen in Fieberphanta⸗

ſien, Alexis wurde beinahe wahnſinnig und konnte nur mit Gewalt gebändigt werden.

So hatten die Kaiſerin und Graf Beſtuſcheff ihre ſeleidigte Eitelkeit gerächt.

In der Nähe von Bereſow war damals eine ſleine Colonie für Verbannte angelegt, wenige er⸗ Färmliche Hütten, die man den ganzen Winter über lur mit Lebensgefahr verlaſſen konnte; im Sommer ſah man ſie von ſpärlich bebauten Feldern umgeben. In einer derſelben lag ein halbes Jahr nach der Berbannung der ſchönen Fürſtin Kokorinow eine ab⸗

gemagerte todesblaſſe Frau, aus deren Geſichte ein

Holge. 5⁵

verzweiflungsvolles, hoffnungsloſes Leiden ſprach. Ihre Hände umſchloſſen krampfhaft eine Brillantroſe, deren Feuerglanz inmitten dieſer augenſcheinlichen Armuth faſt fabelhaft erſchien.

Ein Mädchen von elendem Aeußeren kniete vor dem ärmlichen Lager und ſuchte der Todtkranken jede Erleichterung, die in ihren Kräften ſtand, zu ver⸗ ſchaffen; es war Petrowna, die in tiefer Reue ihre ſterbende Herrin pflegte.

Baſſa war nicht mehr zu retten; wenn ſich auch ein Arzt um ſie bekümmert hätte, was nicht geſchehen war, ſo würde er das gebrochene Herz doch nicht haben heilen können.

Sie ſtarb, die Roſe an ihre Lippen drückend, denn ſie war das einzige ſichtbare Andenken, das ſie von Alexis beſaß.

Alexis Dmitrijew's kräftige Mannesnatur bot allen körperlichen und Seelenleiden Trotz. Als die Kaiſerin Eliſabeth im Jahre 1761 ſtarb und ihr Nachfolger Peter III. viele Unglückliche aus Sibirien zurückrief, kehrte auch Alexis Dmitrijew nach Peters⸗ burg zurück. Er ſtand damals in einem Alter von ſiebenundvierzig Jahren, aber tiefe Runzeln bedeckten ſein Geſicht und ſein Haar war weiß geworden; un⸗ wandelbarer Ernſt lag auf ſeinen Zügen.

Er ſchien keinen anderen Lebenszweck mehr zu haben, als das Schickſal Baſſa's zu erforſchen, von der er in neunzehn langen Jahren kein einziges Wort gehört hatte. Die neue Kaiſerin Katharina

Mühe heraus, daß die Fürſtin ſchon im Jahre 1743 verſchieden ſei.

Als dieſe Nachricht eintraf, legte ſich Dmitrijew, dem Peter III. den Oberſtenrang verliehen hatte, ohne einen Laut der Klage oder des Schmerzes nie⸗ der, ſprach kein Wort mehr und ſtarb einige Wochen ſpäter.

Wo die Diamantroſe geblieben, iſt niemals er⸗ mittelt worden.

Pfingſtfeſt zu Mainz). (Jahr 1184.)

Holder Lenz, es ſchwelgt die Erde

In Geſang, in Blüh'n und Koſen, Schönes Frühlingsfeſt zu Mainz, Zeit der Luſt und Zeit der Roſen!

*) Aus: Gedichte von Adolf Ritter von Tſchabuſchnigg.

Dritte Auf⸗ Leipzig, F. A. Brockhaus. 1864.

lage.

unterſtützte ihn dabei, und endlich brachte man nit