Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
53
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dierte

e rief es, als wage er die Augen nicht offen zu Baſſa auf⸗ uſchlagen.

Kai⸗Gott im Himmel! was befiehlt mir die Kai⸗ ſerin? fragte Baſſa hoffnungslos. or dieZunächſt die Diamantroſe auszuliefern, die

zaltige geſtern Abend durch den Major Alexis Dmitrijew in Ihren Beſitz übergegangen iſt, antwortete Leſtocq

din ruhig.

ni* Baſſa, die begriff, um was es ſich handle, wollte

d M leugnen, nicht ihrethalben, dazu wäre ſie zu ſtolz ge⸗

weſen, ſondern um Alexis nicht in das Verderben zu

1 ſtürzen; aber die Sprache verſagte ihr.

r SteinGeben Sie ſich nicht die Mühe uns zu täuſchen, ſie ſich die wir hier im Namen Ihrer und unſerer Kaiſerin wälzt ſtehen, fuhr der Leibarzt mit einem deutlichen An⸗

e, die fluge von Spott fort.Wir wiſſen, daß dieſe Roſe

Id rief in Ihrem Hauſe iſt, wir wiſſen ſogar genau, wo Sie

ud dieſelbe verwahren, und werden ſie uns nöthigenfalls ſcnel ſelbſt nehmen. Der Major Alexis Dmitrijew iſt be⸗ eeits verhaftet

aäeii Baſſa ſtieß einen herzbrechenden Schrei aus und 41 5 türzte mit gerungenen Händen auf den Kanzler zu. nit ſHaben Sie Erbarmen, Graf! ſchützen Sie

denfald mich! rief ſie ganz außer ſich und ſank ohnmächtig

1, demn zu ſeinen Füßen nieder.

ſie herSie ſehen, daß ſie ſchuldig iſt, ſagte der Graf

¹o voh ult zu Leſtocg, ohne die Lebloſe aufzuheben.

Pu Deer Leibarzt nickte mit dem Kopfe; die beiden nn dfficiere, die wenigſtens etwas Herz zu haben ſchie⸗

Rube ſen, ſprangen hinzu, hoben die Fürſtin auf und leg⸗ en ien ſie ſanft auf ein Sopha. Sie werden hier bleiben, bis wir zurückkehren,

dana ind ſind dafür verantwortlich, daß die Fürſtin das e Nan⸗ zimmer nicht verläßt, auch daß ſie bei ihrem Erwa⸗ einen hen keinen Verſuch macht, ſich ein Leides anzuthun, ee ſebot der Leibarzt den Officieren.

äl. 6 Dann trat er mit dem Kanzler, der hier nur als 1, ſi Kläger und Zeuge aufzutreten ſchien, wieder in das nigſen borzimmer.

hed Hiier wurde Petrowna von einigen bärtigen und

Funn tildausſehenden Koſaken bewacht, die ſie keineswegs üniſ feundſchaftlich behandelten, ſondern leiſe unter ein⸗

Soldaten ihren Toilettentiſch erbrechen, zu dem ſich der Schlüſſel nicht ſogleich fand, und nahmen das Juwelenkäſtchen heraus.

In einem Augenblicke lagen die koſtbaren Schmuck⸗ ſachen zerſtreut auf dem Tiſche und Fußboden um her, auf dem Boden des Käſtchens fand ſich die Diamantroſe der Kaiſerin, die der Kanzler heraus⸗ nahm und dem Leibarzt mit triumphirendem Lächeln zeigte.

Es würde Ihre Stellung gekoſtet haben, wenn wir ſie nicht gefunden hätten, ſagte Leſtocg lächelnd zu dem Grafen.

Beſtuſcheff zuckte mit den Achſeln.

Leſtocg nahm die Roſe an ſich und befahl dann, ſich zu der Kammerfrau wendend, die durch die bar⸗ ſche Weiſe, mit der man ihr begegnete, nicht ſehr erbaut ſchien:

Kleide ſofort Deine Gebieterin zu einer Reiſe an, Du ſelbſt wirſt ſie begleiten.

Die Herren kehrten dann in den Empfangs⸗

ſalon zurück, nachdem der übrigen auf das Höchſte beſtürzten Dienerſchaft befohlen worden war, dafür zu ſorgen, daß ein bedeckter Schlitten bereit gehal⸗ ten werde. Baſſa war aus ihrer Ohnmacht noch nicht er⸗ wacht. Leſtocq gebot, auch keine Verſuche zu ihrer Wiederherſtellung anzuſtellen, da ſich, wie er meinte, das von ſelbſt finden würde und man ſich eine un⸗ nütze Jammerſcene ſparen könne. Petrowna hüllte daher ihre lebloſe Herrin nur in einen Pelz, und darauf wurde ſie von den Koſaken in den bereits vor der Thür ſtehenden Schlitten getragen. Einer der Officiere ſetzte ſich neben ſie und ſtützte ſie in ſeinen Armen, der andere und die Kammerfrau nahmen ihnen gegenüber Platz.

Der Kanzler und Leſtocq beſtiegen einen anderen offenen Schlitten, auf dem ſie von Petersburg gekom⸗ men waren; beide Fuhrwerke wurden von etwa zwanzig berittenen Koſaken umgeben. Der kleine Zug ſetzte ſich mit größter Schnelligkeit nach Petersburg in Bewegung.

under über ſie ſcherzten und ihr abſcheuliche Geſichter ſhnitten; das Mädchen hatte Thränen in den Augen, its la mielleicht bereute ſie, als ſie ſah, was ſie angerichtet 4 hite, aber ſie konnte nicht mehr zurück und erheu⸗ zu dieſee gelte frechen Trotz.

Führe uns dahin, wo Deine bisherige Herrin 1 lalten inre Iuwelen aufbewahrt, gebot der Kanzler finſter. ſerin hat Petrowna gehorchte. Die beiden Männer drangen 4 8 das Schlaf⸗ und Toilettenzimmer der Fürſtin kgezogen; ohye Umſtände ein, ließen durch einen mitgenommenen

ris bei

Wir wollen noch erwähnen, daß derſelbe Expe⸗ ditionstrupp vorher auf die Rückkehr des Majors gewartet, ſich in dem Gebüſche verſteckt und das Pferd dadurch zum Sturze gebracht hatte, daß eine Leine von einer Seite des Weges zur andern in ge⸗ wiſſer Höhe gezogen worden war. Alexis Dmitrijew war nach ſeiner Gefangennahme auf einen andern offenen Schlitten geſetzt und unter hinreichender Be⸗ deckung nach der Feſtung von Petersburg gebracht worden, wo er zu der verzweiflungsvollen Erkenntniß ſeiner Läge in einem halbfinſteren Kerker erwachte.

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