Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
52
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Novellen⸗Zeitung.

je wünſche, ihm erſt ohne die Gefahren, die beide hielten ihn nieder, und eine barſche Stimme rief

liefen, angehören zu dürfen. auf den Vorſchlag einer heimlichen Flucht außer Lan⸗

Sie kam ſogar wieder ihm zu:

Du biſt im Namen unſerer allergnädigſten Kai⸗

des, den ſie ſchon einmal gemacht hatte, zurück, fügte ſerin arretirt, Alexis Dmitrijew!

ſich aber bald wieder den ſanften Vorſtellungen Alexis', daß ein ſolcher Gedanke unausführbar ſei.

Endlich riß ſich der Major von ihr los, beſtieg ſein Pferd und trat den Rückweg nach Petersburg an. Des Nachts pflegte er bei dieſen Ritten noch weniger vorſichtig zu ſein als am Tage, da die Fin⸗ ſterniß ihn um ſo eher vor Entdeckung ſchützte und die Wege ganz menſchenleer waren.

Dieſe Nacht war übrigens nicht ſehr dunkel, denn obgleich der Himmel von Wolken verhüllt war, brach ſich der Mond doch zuweilen Bahn durch ſie, und auch die weißen Schneefelder verbreiteten eine blaſſe Helligkeit.

Alexis war noch nicht eine halbe Meile weit von dem Landgute gekommen, als er in einiger Entfer⸗ nung das Wiehern eines Pferdes vernahm. Obgleich er ſich, hierdurch aufmerkſam gemacht, von ſeinen Gedanken an Baſſa losriß und ſich für alle unvor hergeſehenen Zufälle bereit machte, war er doch über⸗ zeugt, es werde ihm ein verſpäteter Bauer mit ſeinem Fuhrwerke entweder begegnen oder vor ihm fahren. Aufmerkſam nach allen Seiten um ſich ſpähend, ritt er weiter.

Eine Strecke weiter gelangte er an ein Gebüſch, das ſich etwa hundert Schritte an beiden Seiten der Landſtraße entlang zog. Am Eingange deſſelben

ſcheute ſein ſonſt ſo gehorſames Pferd, wieherte laut und wollte nicht weitergehn. Der Major fühlte eine unwillkürliche Beängſtigung; zu ſeinem Unglücke ſchämte er ſich aber derſelben und kehrte nicht um, wie es anfangs einen Augenblick lang in ſeiner Ab⸗ ſicht gelegen hatte. Er ſtieß dem Pferde die Sporen in die Weichen, und in langen, unruhigen Sätzen flog das Thier zwiſchen den unheimlichen Gebüſchen auf der großen Straße fort.

Plötzlich ſtürzte es, wie durch ein unſichtbares Hinderniß in ſeinem Laufe überraſcht,n mit großer Gewalt zu Boden und ſchleuderte dabei ſeinen Reiter einige Schritte von ſich. Obgleich Alexis keine Verwundung erlitten hatte, vernahm er, durch die Erſchütterung halb betäubt, das Folgende nur wie im Traume.

Ein gellender Pfiff ertönte durch das Wäldchen; in wenigen Secunden waren Männer zu Fuß und zu Pferde, die aus dem Gebüſche ſtürzten, auf der Straße und umringten ſowohl das Pferd als den Reiter, der eine vergebliche Anſtrengung machte, ſich vom Boden zu erheben. Mehrere kräftige Fäuſte

Von Schrecken übermannt, ſchloß der Major die

Augen und verlor die Beſinnung, die der gewaltige Sturz ſchon geſchwächt hatte.

Eine Stunde ſpäter ſaß Baſſa noch wachend in dem Empfangsſalon, in dem ſie den Abend mit dem Geliebten zugebracht hatte. Es war ſchon nach Mit⸗ ternacht, aber das junge Mädchen hatte ſich ſo tief in traurige Gedanken verſenkt, daß ſie nicht daran dachte, ſich zur Ruhe zu begeben. Ein ſchwerer Stein laſtete auf ihrem Herzen, und doch vermochte ſie ſich nicht zu erklären, welche Beſorgniß ihn dahin gewälzt habe; aber alle Troſt⸗ und Beruhigungsgründe, die ſie ſich ſelbſt anführte, erleichterten ſie nicht, und rief ſie gewaltſam lachende Hoffnungsbilder ihrer und Akexis' Zukunft zu Hülfe, ſo erbleichten ſie ſchnell wieder und ließen nur eine ſchwarze hoffnungsloſe Leere in ihrem Herzen zurück.

Wäre die junge Fürſtin nicht ſo ganz mit ſich ſelbſt beſchäftigt geweſen, ſo würde ſie jedenfalls draußen ein dumpfes Geräuſch gehört haben, denn bis dahin hatte tiefes Schweigen rings um ſie her geherrſcht. Erſt als ſich Tritte, die anſcheinend von mehreren Männern herrührten, im Vorzimmer hören ließen, in dem Petrowna noch wachen ſollte, ſchrak Baſſa zuſammen und erhob ſich ängſtlich, um auf dieſe außergewöhnliche Unterbrechung der nächtlichen Ruhe zu lauſchen.

Die Thür ihres Zimmers wurde gleich darauf haſtig geöffnet, und rückſichtslos traten mehrere Män⸗ ner ein. Die Fürſtin, die leichenblaß wurde, ſtieß einen Schrei der Angſt aus und flüchtete nach dem Fenſter, das am weiteſten von der Thür entfernt war. Ein Blick belehrte ſie, theils zu ihrem Schrecken, theils zu einiger Beruhigung, darüber, daß ſie wenigſteus- nicht von Räubern überfallen worden, daß ſie den Leibarzt der Kaiſerin, Leſtoeq, den Grafen Beſtu⸗ ſcheff und zwei ihr unbekannte Officiere in Uniform vor ſich habe.

Ihr erſter Gedanke war, daß man Alexis bei ihr ſuche; ſie dankte dem Himmel, daß er bereits nach Petersburg zurückgekehrt ſei.

Entſchuldigen Sie, Fürſtin, daß wir zu dieſer Stunde und ohne förmliche Anmeldung zu Ihnen eindringen, redete ſie Leſtocg mit ſeinem kalten, höhniſchen Geſichtsausdrucke an. uns dazu den ausdrücklichen Befehl ertheilt.

Graf Beſtuſcheff hielt ſich etwas zurückgezogen;

ſeine Mienen waren kalt und feindlich, doch ſchien

Die Kaiſerin hat

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