Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
51
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begeben hat, dann das Zeugniß mehrerer Perſonen, daß er daſelbſt alle ſeine Abende zubringt und erſt ſpät zurückkehrt, um ſeine falſche Krankenrolle fortzuſpielen; auch die Kammerfrau der Fürſtin wird dies beſtätigen und kann bezeugen, daß die beiden Unwürdigen oft in ſchonungslos ſpottender Weiſe von Eurer Majeſtät geſprochen haben; endlich, und der Kanzler hob die Stimme,daß, wovon ſich Eure Majeſtät durch eine ſchnelle und überraſchende Unterſuchung überzeugen können, eine koſtbare Brillantroſe, welche Sie die Gnade hatten, dem Major als einen Beweis Ihrer kaiſerlichen Huld zu ſchenken, ſich augenblicklich im Beſitze der Fürſtin Kokorinow, deren Eigenthum ſie ſeit geſtern Abend geworden, befindet.

Die Kaiſerin konnte einen leiſen Schrei der Ueberraſchung und des Zornes nicht unterdrücken; Graf Beſtuſcheff hatte mit zu großer Sicherheit ge ſprochen, als daß ſie ihm nicht hätte Glauben ſchen⸗ ken müſſen. Unterdrückte Wuth röthete ihr Geſicht und loderte in ihren Augen empor; ſie ließ ſich langſam und zitternd wieder auf den Divan nieder und ſtammelte:

Woher weißt Du das Alles, Beſtuſcheff? Er⸗ zähle!

Der Kanzler folgte dieſem Befehle nur zu gern; er erzählte, was er wußte, und bemühte ſich, die Schuld des Majors und der Fürſtin im ſchwärzeſten Lichte darzuſtellen, indem er manche Kleinigkeit, welche die Empfindlichkeit der Kaiſerin noch höher reizen mußte, hinzuſetzte und es ſich beſonders angelegen ſein ließ, darauf hinzudeuten, daß das Benehmen der bei⸗ den Beſchuldigten ganz geeignet ſei, Eliſabeth in den Augen ihrer Unterthanen herabzuſetzen, wenn die Ge⸗ ſchichte bekannt würde.

Der Graf hütete ſich wohl, von den Abſichten zu ſprechen, die er bisher in Bezug auf Baſſa gehegt hatte, insbeſondere von ſeinem Heirathsantrage; er

wollte die Ritte des Majors nach ihrer Villa auch

nur durch Zufall entdeckt und erſt in Folge deſſen

ſeinen Spion, um die Ehre der Kaiſerin zu wahren, nach dem Landgute der Fürſtin geſchickt und ihre Kammerfrau zum Verrathe gezwungen haben; kurz, der Kanzler wußte einen ſolchen Bericht abzuſtatten, daß er die Kaiſerin ganz für ſich einnahm. Eliſabeth war eine der Frauen, die in ihrer ge⸗ kränkten Eitelkeit am unverſöhnlichſten ſind. Als der Graf geendigt hatte, ſtand ſie auf und ging heſtig im Zimmer auf und nieder, wobei ſie nur

abgebrochene Worte ausſtieß und ſie hin und wieder V dadurch begleitete, daß ſie mit dem Fuße den Boden ſtampfte.

Das iſt abſcheulich! der Elende! mich ſo zu

Folge. 51 erniedrigen! Und dieſe Kokette, die es wagt, ihrer Kaiſerin zu ſpotten! Die Warnung, die ich ihr gab, indem ich ſie von hier fortſchickte, hat ſie nur er⸗ muthigt! Aber ich werde mich rächen! Niemand ſoll in mir die Frau oder Kaiſerin ungeſtraft beleidigen!

Plötzlich wandte ſie ſich zu dem Grafen und ſagte:

Ich danke Dir dafür, daß Du mit ſo großer Sorgfalt über die Ehre Deiner Kaiſerin gewacht haſt. Aber ich will nicht übereilt handeln, man ſoll nicht ſagen, daß Eliſabeth in der erſten Heftigkeit des Zornes ſtraft, aber man ſoll auch wiſſen, daß ſie ge⸗ recht und ſtreng zu ſtrafen verſteht. Du wirſt mir Deine Zeugen morgen früh vorſtellen; ich ſelbſt will ihre Ausſagen hören!

Der Graf verbeugte ſich und machte nur noch darauf aufmerkſam, daß die Fürſtin gewarnt werden möchte, und die Diamantroſe bei Seite bringen könne, wenn man ihre Kammerfrau auf irgend eine Weiſe von dem Landgute verſchwinden laſſe. Die Kaiſerin ſah dies ein; nach kurzer Ueberlegung er⸗ theilte ſie dem Kanzler Inſtructionen, die denſelben ganz befriedigten und die er ſich zur Ausführung zu bringen beeilte.

VII.

An demſelben Abende war der Major wieder bei ſeiner Verlobten, und Beide hatten ernſtlich über⸗ legt, wie ſich am beſten ein entſcheidender Schritt thun laſſe, um das ſchwankende und gefährliche Ver⸗ hältniß, in dem ſie noch ſtanden, zu einem feſten und öffentlichen zu geſtalten.

Alexis wußte bereits, daß die Kaiſerin einer neuen Neigung folge, und ſtützte darauf die Hoff⸗ nung, ſie werde ihm nicht mehr zürnen, wenn er ihr ſeine Liebe zu Baſſa bekenne; der letzteren lag es auch daran, ſich bald gänzlich von den Anträgen des Grafen Beſtuſcheff befreit zu ſehen. Die beiden Liebenden waren alſo derſelben Meinung, und es

handelte ſich nur noch darum, in welcher Weiſe ſie ihre Bitten an die Kaiſerin bringen ſollten, ohne dieſelbe zu erzürnen. Darüber gelangten ſie aber an dieſem Abende noch nicht zu einem beſtimmten Entſchluſſe.

Alexis brach erſt wieder zu ziemlich ſpäter Stunde

auf. Dies lag hauptſächlich daran, daß Baſſa, mochte

ſie nun das Geſpräch, das von ihrer Zukunft han⸗ delte, oder eine bange, unerklärliche Ahnung ſo auf⸗ geregt haben, ſich nur noch ſchwerer als ſonſt von dem Geliebten trennen konnte. Sie hing lange wei⸗ nend an ſeinem Halſe und hatte auf ſeine beſorgten Fragen nur die Antwort, daß ſie keine beſtimmtte Befürchtung beunru hige, daß ſie aber ſehnlicher alzs

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