Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
28
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ck, das m Tell, ein nlaßt wurde, daß i ſolches Stück, woran ich Iſes ganz grundloſe Gerücht

Romich aber auf dieſen Stoff zuerſt aufmerkſam, ſch las die Quellen, ich bekam Luſt, die Idee zu dem Stücke entwickelte ſich bei mir, und ſo wird alſo vermuthlich, wie öfters ſchon geſchehen, die Prophe⸗ zeiung eben dadurch erfüllt werden, daß ſie gemacht worden iſt.

Dies über die Entſtehung Tell's zu leſen wird Viele intereſſiren, und es dürfte noch hinzuzufügen ſein, daß es eigentlich Goethe war, der ein Epos über dieſen Stoff ſchreiben wollte, es aber aufgab, als ſich Schiller für denſelben dramatiſch erwärmte. Goethe'sHermann und Dorothea hoch in Chren, können wir doch mit dieſem Tauſch herzlich zufrie⸗ den ſein.

Auch manchen Einblick in den klein- literariſchen Skandal der Vergangenheit bietet Teichmann's Nach⸗

Heitung. 8. So ſtreiten ſich Iffland und Kotzebue und Iff⸗

ch ſehr witzig an den berühmten Schauſpieler: zuer Wohlgeboren haben mir, durch Herrn Hofrath mner, das auf dem Wiener Theater, bei Gele⸗ heit der Vermählungsfeierlichkeiten, zur Auffüh⸗ g gebrachte Stückdas Käthchen von Heilbronn der Aeußerung zurückgeben laſſen: es gefiele Ihnen t. Es thut mir leid, die Wahrheit zu ſagen, daß kein Mädchen iſt; wenn es ein Junge geweſen e, ſo würde es Eurer Wohlgeboren wahrſcheinlich

Peſſer gefallen haben.

Die Grobheit dieſer Zeilen liegt im boshaften Witz derſelben, und dieſer kann nur verſtanden werden, wenn man ins Auge faßt, was über Iffland's eroti⸗ ſchen Geſchmack für Gerüchte courſirten.

Ferner erblicken wir Tieck als einen ſehr empfind⸗ lichen jungen Dichter. Er wollte durchaus durchſetzen, daß ein Luſtſpiel unterdrückt werde, worin er ſich auf die grauſamſte Weiſe perſiflirt glaubte, und doch hatte die verſpottete Perſon mit der ſeinigen faſt gar keine Aehnlichkeit. Indeſſen verfolgte er dieſe fixe Idee bis zur Taktloſigkeit und mußte end⸗ lich von Iffland auf eine empfindliche Weiſe wie ein unzurechnungsfähiger Kranker zurechtgewieſen werden.

So bildet denn das Werk eine bunte und eben ſo unterhaltende als belehrende Lectüre über hundert öffentliche Perſönlichkeiten und künſtleriſche Thaten, die ſich um das Theater gruppiren.

Franz Dingelſtedt hat ſich das Verdienſt erwor⸗ ben, den Nachlaß geſchmackvoll zu ſichten und mit einer paſſenden Vorrede und Nachſchrift zu dem hiſto⸗ riſchen Theil zu verſehen.

Lord Elgin, Generalgouverneur von Oſtindien.

Während vielen engliſchen Staatsmännern das Glück zu Theil wird, bei voller Rüſtigkeit des Körpers und des Geiſtes ein hohes Alter zu erreichen, haben dagegen diejeni⸗ gen von ihnen, denen die glänzende Stellung als General⸗ gouverneur von Oſtindien zu Theil wird, dieſe Ehre gewöhn⸗ lich mit einem frühzeitigen Tode zu bezahlen. Von den Männern, welche dieſen eben ſo wichtigen wie hohen Poſten im Laufe dieſes Jahrhunderts bekleidet haben, iſt nur noch ein Einziger Lord Ellenborough, der vor 22 Jahren da⸗ hin geſchickt wurde am Leben, Lord Auckland iſt ſchon längſt geſtorben; eben ſo weilt Lard Hardinge nicht mehr unter den Lebenden. Ganz beſonders verderblich hat das

Feuilleton.

heiße Klima Oſtindiens ſich für die drei letzten Generalgou⸗ verneure Lord Dalhouſie, Lord Canning und Lord Elgin herausgeſtellt, die mit dem auch bereits verſtorbenen Sir Georgie Lewis und dem jetzigen Schatzkanzler Gladſtone zu gleicher Zeit in Oxford ſtudirten. Lord Dalhouſie wurde in Folge ſeiner Erkrankung durch Lord Canning erſetzt, der ebenfalls nach wenigen Jahren um Abberufung von ſeinem Poſten und um die Ernennung eines Nachfol⸗ gers bitten mußte, doch Beide kehrten nur nach Europa zurück, um kurze Zeit nachher aus dem Leben zu ſcheiden. Am 27. November traf in London die eben ſo unerwartete, wie ſchmerzliche Nachricht aus Bombay ein, daß der 52 Jahr alte Generalgouverneur Lord Elgin, der erſt im vorigen Jahre Lord Canning dort erſetzte, in Folge einer gefährli-

d und Kleiſt, und Letzterer ſchreibt ſehr grob und