Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
27
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einſchließt, wird die zweite Hälfte des Buches, Briefwechſel, finden.

Hier ſind eine Menge claſſiſcher Dichterna vertreten, und nicht nur in kurzen Billeten, auc, längeren Zuſchriften ſprechen ſich Goethe, Sc u. A. gegen Iffland oder den Grafen Brühl ar!

Aus dieſen Briefen wollen wir Einiges

So ſchreibt Schiller am 15. October 179 Iffland, als er dieſem die berühmte Trilogie Wallenſtein ſchickt:... 1

..Wallenſtein iſt eine Suite von drei St Das erſte heißt Wallenſtein's Lager, es iſt ein⸗ ſpiel in einem Act, welches 5 Viertelſtunden ſpielt und die mehrſten Figuren hat. Es iſt ein Gemälde der Wallenſtein'ſchen Armee, giebt ein Bild von Deutſch⸗ lands Zuſtande im 30jährigen Krieg, zeigt die Dispoſitionen der Regimenter für und gegen den Feldherrn und iſt beſtimmt, den Grund zu zeichnen, auf welchem die Wallenſtein'ſche Unternehmung vor⸗ geht. Man kann es zwar, wie wir in Weimar wirk lich gethan haben, für ſich allein ſpielen, da es ein Kriegs⸗ und Lagergemälde iſt und ein Ganzes für ſich ausmacht. Schicklicher aber wird es mit dem zweiten Stücke verbunden.

Dieſes zweite Stück heißt die Piccolomini, von den beiden am meiſten darin handelnden Per⸗ ſonen. Es iſt in 5 Acten, wird aber nicht viel über 2 gute Stunden ſpielen. Dies Stück enthält die ganze Expoſition des Wallenſtein und hört da auf, wo der Knoten geſchürzt iſt. Am Schluſſe hat es

einen Epilog, der den Uebergang zu dem dritten Stück bildet.

Das dritte Stück heißt Wallenſtein's Abfall

und Tod und iſt die eigentliche Tragödie. Da die Expoſition völlig geſchehen und der Knoten geſchürzt iſt, ſo iſt es von der erſten Scene an eine ununter brochen fortgehende Handlung. Es hat auch fünf Acte und wird drei kleine Stunden ſpielen. Die Decoration wird in allen drei Stücken nicht anders als zwiſchen den Acten verändert, die Decorationen für alle drei Stücke überhaupt ſo wie auch das Coſtüm kann Ihnen vorläufig zugeſendet werden. Da ich die Repräſentationen in Weimar dazu benutze, um den Stücken die mir möglichſte theatra liſche Gelenkigkeit und Lebhaftigkeit zu geben, ſo kann ich ſie nicht eher an ein anderes Theater abſenden, als bis ich jedes in Weimar habe ſpielen ſehen. In den erſten Wochen des Decembers, nicht früher, kann das dritte Stück zu Weimar gegeben ſein, und ſo könnte ich ohngefähr auf den 18. oder 20. December die ſämmtliche Suite an Sie abgehen laſſen.

Das Vorſpiel iſt in kurzen gereimten Verſen,

N

Theatès ſchlag gebrach Aus dieſen I welchen geringen Preis, gemäß, Schiller ſeine wundet kaufen mußte. Nur wenige Bühnen zahlten ahf wie die Berliner, und dieſer bot er die Arbeit vo zwei angeſtrengten Jahren um 600 Fl. an. Doch Iffland zeigte ſich nobel und gab dem Poeten noch 100 Fl. mehr, worauf Schiller mit förmlich beſchäm⸗ tter Dankbarkeit antwortete, zumal da Iffland Wallen⸗ ſtein's Lager gar nicht hatte darſtellen dürfen. Die Berliner Staatscenſur fand es nämlich bei ihrem großartig politiſchen Tiefſinn zu bedenklich, ein Stück zu erlauben, worin die Soldateska des 30 jährigen Krieges, der bekanntlich 1648 bereits beendet war, darüber verhandelte: ob ſie ihrem Führer blindlings

Gehorſam leiſten ſolle oder nicht! Im April 1800 ſchreibt Schiller abermals an Iffland:Ich überſende Ihnen hier eine neue Be⸗

V arbeitung des Macbeth für's Theater, wenn Sie da

von Gebrauch machen wollen. Die bisherigen ſind leider gar zu jämmerlich ausgefallen, und ich hielt es der Mühe werth, noch einen Verſuch zu machen, ob dieſes Stück, eins der vollkommenſten von Shake⸗ ſpeare, ſich doch noch auf dem Theater erhalten ließe.

Ich überlaſſe Ihnen das Manuſcript um 12 Dukaten; und um ſo viel Carolinen die Maria Stuart, mit der ich ſpäteſtens in ſechs Wochen fertig bin und womit ich Ehre einzulegen hoffe. Sie haben mir die Wallenſtein'ſchen Stücke, davon Ihnen das erſte nicht einmal zu gute kam, theuer bezahlt, und ich hoffe, daß Ihnen die Maria Stuart den Verluſt erſetzen ſoll. 8

In Bezug auf ſolche Preiſe wie hier die 120 Fl. für das Trauerſpiel Maria Stuart, kann das Ber⸗ liner Theater wirklich ſagen, billig dergleichen Meiſter⸗ werke gekauft zu haben, von deren Ausgiebigkeit ſeine

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