Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
25
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empfahl ſich ihrem beſten Andenken, nachdem er ver⸗ ſprochen hatte, den erſten günſtigen Zeitpunkt zu be⸗ nutzen, um von der Kaiſerin ihre Zurückberufung an den Hof zu erlangen, die ja, wie er meinte, jetzt vor⸗ züglich in ſeinem Intereſſe lag.

Als er aber das Zimmer Baſſa's verlaſſen hatte, wurde ſein Geſicht doch wieder finſter, und bit⸗ terer Unmuth war in ſeinen Mienen nicht zu ver⸗ kennen. Daß die Fürſtin, der er trotz ſeiner Aeuße⸗ rungen eine noch jugendliche Leidenſchaft, und gerade eine ſinnliche, zutrug, nicht ſofort und ohne Bedenken ſeine Hand angenommen hatte, kränkte ihn tief; er war überzeugt, daß jede andere Dame des Hofes von gleichem oder noch höherem Range ſich nicht geweigert haben würde, ſeinen Namen, ſeine Macht und ſeinen Reichthum zu theilen; Baſſa hatte ſeine Eitelkeit bitter verletzt, und nur die Hoffnung, ſie werde ſpäter mit einem anderen Entſchluſſe nach Peters⸗ burg zurückkehren, hielt ihn von offenbarer Feindſchaft gegen ſie ab.

Der Kanzler hatte den Major Dmitrijew und ſein anſcheinend ſo vertrauliches Benehmen gegen Baſſa bei und nach jener Schlittenpartie nicht ver⸗ geſſen und zweifelte auch nicht mehr, daß die junge Fürſtin von dem ſchönen Manne ſehr eingenommen ſei, wenn er auch nicht daran glaubte, daß eine wahre Neigung ſo ſchnell ihr Herz ganz in Beſitz genommen haben könne. Unter anderen Umſtänden wäre es Beſtuſcheff ein Leichtes geweſen, ſich durch einen will⸗ kürlichen Streich des Officiers zu entledigen; dies erſchien aber jetzt ganz unmöglich, wenigſtens höchſt gefährlich, ſeitdem die Kaiſerin offenbar ein Auge auf ihn geworfen hatte; der Kanzler mußte es ſich ſogar angelegen ſein laſſen, ein freundſchaftliches Verhältniß zwiſchen ſich und Dmitrijew herſtellen, denn war es nicht eine alte Erfahrung am ruſſiſchen Hofe, daß der Günſtling einer Kaiſerin nur ein paar Worte zu ſprechen brauchte, um ihre treueſten und unentbehr⸗ lichſten Diener zu ſtürzen? V

Baſſa ſeufzte aus erleichterter Bruſt auf, als Graf Beſtuſcheff ſich entfernt hatte; es war ihr jetzt eigentlich lieb, daß ſie die Hauptſtadt verlaſſen und ſeine Nähe meiden konnte. Während ihre Diener⸗ ſchaft beſchäftigt war, Alles zu der ſchleunigen Abreiſe

vorzubereiten, kämpfte die Fürſtin, an ihrem Schreib⸗ tiſche ſitzend, einen ſchweren Kampf; endlich ergriff ſie entſchloſſen die Feder und ſchrieb weiter nichts als die Worte:Die Fürſtin Baſſa Kokorinow verläßt beute Abend Petersburg, um ſich auf ihr Luſtſchloß bei Oranienbaum zu begeben. Sie faltete das Dapier zierlich zuſammen und ſtegelte es mit einem Petſchaft, das nicht ihr Wappen, ſondern nur eine

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einfache Deviſe trug. Dann ſchrieb ſie die Adreſſe: An den Major Alexis Dmitrijew von der Preobra⸗ ſchenskoi'ſchen Garde und klingelte.

Ein Diener öffnete die Thür. Ueber das Ant⸗ litz Baſſa's ergoß ſich eine Purpurgluth; ſie wandte ſich ſchnell ab und ſteckte das Billetchen in den Buſen. Sie hatte ihren Entſchluß wieder geändert.

Du kannſt wieder abtreten, Jwan, ſagte ſie zögernd,ich bedarf Deiner nicht mehr.

Der alte Diener zog ſich verwundert zurück.

An demſelben Abende noch verließ die Fürſtin mit einem anſehnlichen Equipagenzuge Petersburg.

(Fortſetzung folgt.)

Nachruf an Friedrich febbel.

Ein großer Geiſt iſt himmelwärts geflohn,

Ein deutſcher Dichter ſtarb, ein ſchmerzbewährter: n Vor des allweiſen Vaters Sternenthron Stebt Friedrich Hebbel jetzt als ein Verklärter. Wohin durch's Vaterland im Morgengrauen

Sich ſturmesſchnell die Schmerzenskunde ſchwingt, Will eine Thräne ſtill den Blick umthauen,

Indeß das Herz mit ſeinem Grame ringt.

Er iſt nicht mehr, der mächtige Prophet,

Der kühn und muthig neue Bahnen ſtürmte, Der, von des Himmels ſtarkem Geiſt durchweht, Die Leidenſchaft zu grauſer Schönheit thürmte! Der uns auf's Neu' die Zuverſicht entzündet, Die Judith's Volk in jedem Leid erfüllt,

Daß ein Meſſias ſein Erſcheinen kündet,

Der uns des Drama's Himmelreich enthüllt.

Aus ſeiner Väter ödem Haideland

Zog es den Knaben fort ins Weltgetriebe; Ach, nur zu bald hat ſein Gemüth erkannt, Wie arm es iſt an Frieden und an Liebe. Er ſah die Zeit am Vorurtheile haften, Da malt' er ihr in Zügen hehr und ſtark Das blinde Wüthen ihrer Leidenſchaften, Die ſtill zerfreſſen ihres Lebens Mark.

Wie ernſt und mahnend klang Dein Dichterwort, O Friederich, gleich Sturm und Donnerrollen! Wie herzergreifend tönte der Accord, Der Deiner Harf' in ſtiller Nacht entquollen! Wie innig rührend riefſt Du uns entgegen,

Daß Du ein Pilger ohne Frieden ſeiſt,

Daß durch die Welt nach Frieden allerwegen Hinaus Dich trieb Dein ruheloſer Geiſt!