Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
23
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Vierte

Der Rath der Kaiſerin war keineswegs unver⸗

Ay ſtändlich; es war eine in ſanfte Worte eingekleidete

Verbannung aus Petersburg. Die junge Fürſtin

Schlinenpats verſtand dies vollkommen, und es koſtete ſie keine

iſt beim Leegroße Mühe, auch den Grund zu errathen: die

Damen u Kaiſerin wollte ſie von dem Major Dmitrijew trennen.

Baſſa ſchoſſen die Thränen in die Augen, aber

vord ſie drängte ſie gewaltſam zurück, denn ſie wollte ſich

ieß ſih gen vor den vielen, zum Theil höhniſch lächelnden Zeu⸗ auflegen; i ginnen keine Blöße geben.

en Hof

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zogen undSie haben nur zu befeblen, Madame, ſagte die ſie i ſie mit erzwungener Faſſung.

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b rſ gRein, mein Kind, ich habe dieſen Wunſch nur narchin Ty

in Deinem Intereſſe ausgeſprochen; wann wirſt Du abreiſen?

ber NieNoch heute, Majeſtät.

9Ich hoffe Dich zum Frühjahr, von Deinem

ſagte die Kaiſerin

für

enüber.. el Uebel ganz geheilt, wiederzuſehen, Bi

bedeutungsvoll. Baſſa verbeugte ſich, nicht im Stande, ein wei⸗ ihn verſ teres Wort zu ſprechen. 3 Eine Kammerfrau trat herzu und löſte die Haare efahr gewe 2. 5 in enzißfn der Kaiſerin auf; Baſſa zog ſich zurück. Eliſabeth eus ſo ſte begann, zu einer andern Hofdame zu ſprechen. Als das Lever vorüber war, näherte die Fürſtin ſich wieder der Kaiſerin, um ihr vor Antritt ihres z Ürlaubs die Hand zu küſſen; Eliſabeth reichte ſie ihr

gevracht, eworden,

gemäͤß,

dieſe ei

.a Co hlk und kurz.

Baſſa 1 3.

befangeDu wirſt alſo noch heute reiſen? fragte ſie. E 8

Ich wünſche, daß Du nur unſere Theilnahme darin Cokoriy fehſt, wenn wir Dich ein wenig treiben.

Ich bin ſtets bereit, die Befehle meiner erha⸗ haben binen Herrin zu erfüllen, antwortete das junge Rädchen mit zitternder Stimme.

3, denn Die Kaiſerin nickte ihr anſcheinend auls wache und ging in ein Nebenzimmer. ahnte mihren Wagen und fuhr, Schmerz und Trauer im Her⸗ zen, nach ihrem Palais. Sie war überzeugt, daß ſie rem Die den Major nie wiederſehen werde, höchſtens als er⸗ llirten Geliebten der Kaiſerin. nie ſchi Als ſie zu Hauſe anlangte, meldete man ihr, Seine Excellenz eben, Ko Beſtuſcheff warte , wäht ee Rückkehr. eingen.

Baſſa machte nur flüchtig Toilette und trat dann in den Empfangsſalon, in dem ſie den Grafen, auienbamadhdenklich in einem Armſeſſel ſitzend, fand. Bei 1 lch ſührmm Eintritte ſprang er ſogleich auf und kam ihr

Der Graf mußte ihr

agel. Ihre

freundlich zu die Kaiſerin Baſſa warf ſich in eine Anklage

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Hand mit einem für ſein Alter ungewöh küßte.

Sie ſind betrübt, Fürſtin? fragte er nach einem forſchenden Blicke auf ihr Geſicht.Sollte irgend Jemand gewagt haben, Sie zu kränken?

Die Kaiſerin hat mich ſoeben aus Petersburg verbannt und mir befohlen, mich auf mein Gut

bei Oranienbaum zu begeben, erwiderte Baſſa trübe.

Der Graf erſchrak ſichtlich, denn auch er legte großen Werth auf die kaiſerliche Gnade oder Ungnade;

aber er beruhigte ſich auch ſogleich wieder, denn es fiel ihm ein, daß Eliſabeth die Fürſtin nur deshalb weggeſchickt haben könne, weil ſie deren ihrem eigenen Wünſchen widerſprechenden Einfluß auf den Major Dmitrijew fürchtete. Daraus ging allerdings die Eiferſucht der Kaiſerin hervor, und vielleicht war letztere beſſer unterrichtet als er und das Verhältniß zwiſchen Baſſa und Dmitrijew doch ernſterer Art, als er geglaubt hatte; dann konnte ihm aber die ſoge⸗ nannte Verbannung der Fürſtin nur erwünſcht ſein da ſie die beiden jungen Leute trennte; die Kaiſeritt war dann die natürliche Bundesgenoſſin ſeiner Zwecke, derenthalben er heute hauptſächlich in das Kokori-. now'ſche Palais gekommen war, und die Kaiſerin hatte ſchon oft einen Machtſpruch gethan.

Der Kanzler fragte daher, ob Baſſa nicht irgend eine ihr bewußte Veranlaſſung zu der ſcheinbaren Ungnade der hohen Frau gegeben habe, und als ſie

ſes entſchieden, wenn auch leicht erröthend, verneinte, glaubte er ſeine Vermuthung ſicher beſtätigt.

Es macht Ihnen Schmerz, Fürſtin, unſere glänzende Hauptſtadt verlaſſen. zu müſſen? fragte er theilnahmvoll.

Nein, mich feſſelt Nichts derte Baſſa unmuthig.

nlichen Feuer

an Petersburg, erwi⸗ Es kränkt mich nur tief, daß mich zu ſtrafen beabſichtigt, ohne mir vorgelegt, ohne meine Vertheidigung gehört zu haben.

Baſſa ſprach nicht die Wahrheit; ſie verließ Petersburg ungern, und zwar nur des Majors Dmi⸗ trijew wegen.

Die Abſicht, die mich hierherführte, Fürſtin,

der Herr Reichs⸗Vicekanzler Graf meinte der Kanzler mit nicht ganz zu verheimlichender bereits ſeit einer halben Stunde auf Befangenheit,wird, wenn ſie Ihre Billigung findet, alſo Wichtiges Sie der

Nothwendigkeit überheben, die Stadt zu verlaſſen; ich gebe mich ſogar der Hoffnung hin, daß die Kaiſerin, unſere erhabene Herrin, ihre Verwirk⸗ lichung mit Freuden ſehen würde.

Die Fürſtin horchte geſpannt auf; wohl geneigt geweſen,

ſie wäre ein Opfer zu bringen, wenn

ubräcmmit den achtungsvollſten Begrüßungen entgegen; ſie ſie in der Nähe Alexis Dmitrijew's hätte bleiben

d dic vtme es nicht hindern, daß ich

mpfangel

er wiederholt ihre dürfen.