Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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erten, daß man ſchon ſo früh am Winterpalais wieder anlange. 5

Der Schlittenpartie ſollte ein glänzender Ball folgen.

Jeder Cavalier führte, nachdem die Fuhrwerke den bereitſtehenden Dienern übergeben worden, ſeine Dame in die Säle des kaiſerlichen Schloſſes.

um den ſich die ganze Verſammlung gruppirte. Die Kaiſerin erſchien am Arme Raſumoffski's und nahm auf dieſem Thronſeſſel Platz; ſie trug noch ihr altes Coſtüm als Römerin. Auf einen Wink von ihr, den raſendes Trompetengeſchmetter begleitete, demaskirte ſich Alles, wie ſie ſelbſt.

Alexis Dmitrijew blickte zuerſt auf Eliſabeth, als ſein Auge aber auf Raſumoffski, der ein ſehr ſchöner Mann war, fiel, wandte er ſich ſchnell zu ſeiner Nachbarin, die bereits die ſchwarze Sammetlarve in der Hand hielt. Er war von ihrer Schönheit überraſcht.

Die Fürſtin Baſſa Kokorinow ſtand in der friſcheſten Jugendblüthe; das neunzehnjährige Mäd⸗ chen übertraf dadurch bei Weitem die ſtolze Schönheit der Kaiſerin. Ihr Geſicht hatte das reinſte griechi⸗ ſche Profil und durchaus edle und ſanfte Züge; der Teint war blendend weiß und zart. Auf der ſtolzen Stirn thronte Verſtand, und die dunkelblauen Augen, die von langen dunkeln Wimpern beſchattet wurden, drückten ebenſo viel Güte aus als feurige Schwärme⸗ rei. Dunkelbraune üppige Locken rahmten dieſes bezaubernd ſchöne Antlitz ein.

Die ſchlanke und zartgebaute Figur der Fürſtin, die ſich ſtets ebenſo würdig als anmuthvoll trug, verdiente ebenſo viel Bewunderung.

Als der Major ſich ſchnell zu ihr umwandte, konnte es ihm nicht entgehen, daß ſie auch ihn ſo

eben aufmerkſam beobachtet hatte; ohne Zweifel war

ſie befriedigt, denn ein leichtes, ſüßes Lächeln ſchweb⸗ te auf ihren Lippen.

In Alexis' Empfindungen ging ein ſchneller Um⸗ ſchwung vor ſich. Hatte er einen Augenblick zuvor noch der Kaiſerin ſeine Bewunderung zugetragen, ſo wurde dieſelbe jetzt ausſchließlich von der Fürſtin in Anſpruch genommen; er glaubte, noch nie ein ſo

wunderbar ſchönes weibliches Weſen geſehen zu haben. Die Unterhaltung, die er bisher mit der Maskirten⸗

geführt und die ſeine ganze Theilnahme erregt hatte, erhielt jetzt einen doppelten Reiz für ihn; er mußte ſich bekennen, daß Baſſa Kokorinow in jeder Bezie⸗ hung, bis auf ihren Rang, über der Kaiſerin ſtehe, ihre ſanfte Weiblichkeit war viel anziehender als die ſchrankenlos ſich offenbarende Leidenſchaft Eliſabeth's,

In dem größten derſelben war ein Thronſeſſel aufgeſtellt,

Folge.

die dagegen beinahe niedrig erſchien; kurz, der Major würde ſeinen Platz an der Fürſtin Seite gewiß nicht freiwillig mit dem Raſumoffski's vertauſcht haben.

Die ſchöne Baſſa mochte aus ſeinen Mienen die Empfindungen, die ihn ganz beherrſchten, errathen, denn ſie erröthete und ſchlug die Augen nieder.

Iſt die Kaiſerin nicht ſchön, ſehr ſchön? fragte ſie nach einer kleinen Pauſe, in welcher der Major noch ganz in ihre Anſchauung verſunken ſchien.

Ich glaube, man ſagt wenigſtens ſo, ſtotterte der junge Mann, der ſich den Grund dieſer Frage wohl zu deuten wußte;wenn aber die roſige Gluth der Morgenſonne ſich über die Fluren ergießt, müſſen Mond und alle funkelnden Sterne erbleichen.

Und wo iſt Ihnen denn ſo eben die Sonne

aufgegangen? fragte die Fürſtin mit erzwungenem Lachen, während ſich ein noch tieferes Roth in ihre Wangen ergoß.

Sie fragen mich noch, Fürſtin, nachdem Sie ſich demaskirt haben? ſagte Alexis, die Augen, aus denen leidenſchaftliches Feuer ſtrahlte, nicht von ihr abwendend, als ob ihre Schönheit ihn vollſtändig gebannt habe.

Sehr galant, erwiderte Baſſa ſcherzend, in⸗ dem ſie den koſtbaren Fächer vor ihr Geſicht führte.

O weh, die Sonne, die kaum aufgegangen, verhüllt ſich wieder hinter einer Wolke! rief der Major.

Hüten Sie ſich, Herr Major! Man wird es Ihnen wenig Dank wiſſen, wenn Sie zu lange in die Sonne blicken.

Verbieten Sie es mir, Fürſtin?

Nein, denn ich bin überzeugt, daß Sie nicht allzuſehr von dieſer matten Sonne geblendet werden; daß eine hohe Perſon keine Neben⸗

ſ Sie dulden möchte. Sehn Sie doch, die Kaiſerin ſcheint uns zu beobachten. 22 In Baſſa's leicht vibrirendem Tone lag eine gewiſſe Unruhe, vielleicht ein bischen Bitterkeit.

Der Major ſah auf die Kaiſerin und begegnete einem ziemlich finſteren Blicke von ihr, der ſich auf ihn und die Fürſtin gefeſſelt hatte. Er fühlte, daß er die Herrſchaft über ſeine Empfindungen nicht ſorg⸗ ſam genug bewahrt habe.

zwingend, zu ſeiner Nachbarin.Ich weiß nicht, welchem Umſtande ich dieſes Glück verdanke, ich ver⸗ ſichere Sie aber, Fürſtin, daß ich das, heute Ihr

jenem vertauſchen möchte. Iſt das Ihr Ernſt, Herr Major?

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Die Kaiſerin hat mich nur einer flüchtigen Laune ewidmet, ſagte er, ſich zu vollkommener Ruhe

Cavalier geworden ſo ſein, nicht noch einmal mit

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