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Frankreich Barre d'eau, doch jetzt bezeichnet man die Spring⸗ fluth in der Seine ebenfalls mit dem Namen Mascaret, und gerade mit dieſer Naturerſcheinung in der Seine wollen wir uns hier beſchäftigen. Der Eintritt der Fluth des Oceans in die untere Seine erzeugt zu Zeiten und unter gewiſſen Umſtänden einen Kampf unter den Gewäſſern, welcher ein großartiges Schauſpiel darbietet, das aber für die Grundbe⸗
ſitzer an den Ufern derſelben und für Schiffe, welche in dem
Augenblick, wo die furchtbare Fluth eintritt, nicht ſchwimmend ſind, oft ſehr unheilvoll wird. Man kann zwiſchen Qutille⸗
boeuf und Villequier noch jetzt die Maſtbäume mehrerer Schiffe
ſehen, welche durch die Wuth dieſer Springfluth von den Wellen verſchlungen worden ſind. vorzubeugen, welche der Mascaret oft herbeiführt, hat die Regierung ſtromabwärts von Quilleboeuf bedeutende Arbeiten ausführen laſſen, welche der Wirkung der Fluth des Oceans Halt gebieten; doch von dieſem Punkte bis Candebec übt ſie
noch ihre Verwüſtungen aus, wenn auch in einem geringern Nach Candebec und Villequier begeben
Grade als früher. ſich die Pariſer, wenn ein ſolcher Mascaret zu erwarten iſt, um ſich den Anblick dieſes Schauſpiels zu verſchaffen.
Der Mascaret zeigte ſich in Villequier am 30. Auguſt c. Morgens und Abends um 10 Uhr und am ſeiner ganzen Stärke.
10 Centimetres, die ſtärkſte im ganzen Jahr, an, und weil
nun in den franzöſiſchen Häfen die größten Fluthen andert⸗
halb Tage nach dem Neu⸗ und dem Vollmond eintreten, ſo konnte man für den 30. Auguſt ein um ſo ſchöneres Schau⸗ ſpiel vorherſehen, weil der niedrige Waſſerſtand in der Seine
das Eindringen des Oceans begünſtigen mußte. Um ſich ein Bild dieſes Schauſpiels zu verſchaffen, hatte ſich Abends
vorher der Photograph Natar mit ſeinem ganzen Apparat eingefunden, und es gelang ihm des Morgens die Erſcheinung zu photographiren, und des Abends bewunderte bei demn ſchönſten Mondenſcheine eine ſehr große Menge Neugieriger den Kampf zwiſchen den Gewäſſern der Seine und denen des Oceans, die gleich einem Katarakte in die Seine ſtürzten.
Da die Mascarets eine eben ſo großartige, wie ſeltene Erſcheinung ſind, ſo begeben ſich ſtets, ſobald eine ſolche von den Aſtronomen angekündigt iſt, ſehr viele Perſonen nach Villequier, um dieſen Kampf verborgner Kräfte der Natur in Augenſchein zu nehmen. Die Wogen werfen dann Waſſer⸗ ſtrahlen bis an die Spitze der Leuchtthürme; Waſſermaſſen richten ſich in die Höhe und drehen ſich mit einem furchtbaren Geräuſch um ſich ſelbſt. Die Steine am Quai werden fort⸗ geriſſen, und die Mauer unter demſelben wird öfters zerſtört. Die Ufer des Fluſſes mit den darauf befindlichen Pflanzun⸗ gen werden fortgeführt, und der Fluß ſteigt mit der Schnellig⸗ keit eines Stromes rückwärts nach ſeiner Quelle. Und dieſe ganze Aufregung der Gewäſſer findet bei dem ſtillſten Wetter, bei dem klarſten Himmel ſtatt. Bei dem Mascaret des Abends, wenn die Sonne am weſtlichen Horizont verſchwin⸗ det, während der Mond ſich im Oſten erhebt, ergreift den denkenden Beobachter ein ganz eigenthümliches Gefühl, wenn er daran denkt, daß dieſe ſchweigenden Geſtirne die Urſache einer ſo geräuſchvollen Kriſis ſind.
Während die Fluth des Oceans in der Regel nur un⸗ bemerkbar ſteigt und ſich nur langſam erhebt, ſieht man zur Zeit des Mascarets an den erwähnten Punkten an der Küſte „die erſte Welle unter der Form einer rollenden Waſſerwoge im Bett der Seine ankommen,deren Höhe zuweilen die der Deiche überſteigt, welche erbaut worden ſind, um die Wuth
Um den Unglücksfällen
31. Auguſt in Das Jahrbuch der Fluthen kündigte für den Vollmond am 28. Auguſt eine Fluth von 1 Metre
Novellen⸗Zeitung.
der Gewäſſer zuſammenzuhalten, und die ſofort das wei.e w Baſſin der Seine füllt, welches ſich auf der Höhe von Quille⸗; boeuf ſo erweitert, daß es zu einem wahren Meeresarme wird. Nie Ein betäubendes Getöſe kündigt dieſe großen Kriſen an. Wir ha Durch einen mäßigen, von der Seeſeite kommenden Wind i meiſten! werden ſie begünſtigt, wogegen ein heftiger Wind di Gewäſ⸗ ds Chr ent
ſer ausdehnt und die Höhe der Wogen vermindert. erehn, ob un
Dieſes Phänomen der Springfluth iſt keineswegs aus Einer ſchließlich der Seine und Garonne eigenthümlich; es erzeugt eioingſtone. ſich zu manchen Zeiten zur Fluth, in allen in den Ocean Auf ſe
einmündenden Flüſſen in deren Bett die Tiefe des Waſſers ſich ſtromaufwärts vermindert. Die Dordogne bietet eben⸗ falls davon ein bemerkenswerthes Schauſpiel dar. An der Mündung des Amazonenſtroms in Amerika iſt dieſe Naturer
dar Chrovi wohot das Schinte na Auf welch
ſcheinung unter dem Namen Prororoca, an den Ufern des ud deſſen Ganges unter dem engliſchen Namen Bore bekannt, mit wel⸗ ſon und M. chem man die Springfluth an engliſchen und ſchottiſchen ſone fürke Flüſſen wie Severn und Humber benennt. rſt glraham Quintus Curtius erzählt, Alexander der Große ſei auf Fuhlachten
V dem Indus in Oſtindien hinabgeſegelt und zu einer Zeit an ig einfachg der Mündung des Fluſſes angekommen, wo dienGewäſſer narch mit gr V keine Bewegung zeigten. Plötzlich ſtellte ſich die Springfluth eigenen Knat ein, die ganze Flotte des Eroberers wurde in Unordnung ge⸗ ſeiem Gote bracht und durcheinander geworfen, die Soldaten konnten nagica unge
ſich vor Beſtürzung gar nicht faſſen, als ſie die Schiffbrüche mitten im Lande, ein Meer in dem Baſſin eines Fluſſes ſahen.
Der Mascaret der Seine wurde erſt beſchrieben, als man den Prororoca des Amazonenfluſſes, von dem La Con⸗ damine eine ergreifende Beſchreibung gegeben hatte, ſchon längſt kannte. Bernardin de Saint⸗Pierre hat dieſes impo⸗ nirende Phänomen zuerſt erwähnt, das ſich an der Münzung. der Seine jährlich zweimal zeigt, und wobei er dem daßszn herrſchenden mythologiſchen Style gewiß die Seine einer Nymphe vergleicht, die von dem Neptun verfolgt werde
Am ſtärkſten laſſen ſich die Wirkungen des Mascare
und erinner evählt nun da Geſtalte alz ſie das! de werden bihauptet geiche doch Tpen, wele zühlte ihnen ſeines Stamn
1 unter den K zur Zeit des Frühlings⸗ und des Herbſtäquinoctium amf gworden! zweitfolgenden Tage nach dem Neu⸗ und Vollmonde wahr⸗ Aber d
nehmen, er iſt auch noch einen oder zwei Tage vor und nach dieſer Epoche furchtbar.
Ein franzöſiſches Blatt ſagt, die Urſache des Mascaret ſei in dem von Lagrange entdeckten Geſetz zu ſuchen, das ſi ſpäter durch die von dem engliſchen Ingenieur Scott Ruſſt angeſtellten Ver ſuche als richtig herausgeſtellt habe, na⸗ welchem die Fortpflanzung der Wellen ſich mit der abnehmer den Tiefe des Waſſers vermindere. Die Folge dieſes mech niſchen Geſetzes ſei, daß die erſten Wogen der Fluth, die i ihrem Laufe aufgehalten würden, ſobald ſie in ein wenige tiefes Waſſer eintreten, ſich auf einander häufen und von der folgenden, die ein tieferes Waſſer unter ſich haben, überho würden, während die folgenden dieſe wieder überſtürzte
ſiber, ohne nacht oder drnahmen 1 er ſie in us Mſſer optiſta V zücken. Er fort, ſtürg gen, nähen
In dieſer Art bilde ſich eine Art von Berg, der ſich da Beka gleich einem Katarakt herabſtürze. Wir leugnen die Richtigſ nann und keit des Geſetzes nicht, wohl aber daß es die Urſache d Hermann Mascarets ſein ſolle. Die Springfluth hat offenbar ihre den dur Grund in den,Einflüſſen des Mondes auf die Erde und i bngen 1 der Bewegung der Erde um ihre Axe, welche beiden Urſacheif blch denn vereinigt zur Zeit des Aequinoctium die Meereswogen m. Dichtun d weit größrer Heftigkeit nach der Küſte und den Mündungen ſichen 4 der Ströme treibt, als dies bei der gewöhnlichen Fluth daf duoſütli Fall iſt. Erſt dann tritt das erwähnte obige Geſetz in Wil eruitle ſamkeit, was aber nicht der Fall geweſen ſein würde, wäre uds düt die Wogen nicht mit der großen Heftigkeit herbeigeſtürzt. cen Ah C. drung 4


