Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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will, erſcheint im Allgemeinen als die Deviſe ſeiner miniſteriellen Politik, und ſicherlich hat er als Dichter auf jenem Felde der Kühnheit mehr Lanzen für die gute Sache, denn als Staatsmann, gebrochen. Wenn nur Eins von beiden ſein ſollte, war das Erſtere auch vortheilhafter. Ja, wir finden ihn einmal ſogar bei Gelegenheit des politiſch⸗kirchlichen und ſittlichen Aer⸗ gerniſſes, welches Oken's Iſis gegeben hatte, in einer Weiſe thätig, die um jeden Preis die Verwirklichung des Satzes:Ruhe iſt die erſte Bürgerpflicht her⸗ beiführen will. Mit aufrichtiger, ſchmerzlich reſignir ter Miene über die Bubenſtreiche der rückſichtsloſen

Vierte Folge.

Preſſe, aber auch zugleich mit dem Galgen der ſchärf⸗

ſten Polizeimaßregel unter dem Arm iſt hier der Miniſter Goethe der vollkommene Antipode des gro⸗ ßen Freidenkers Gotthold Ephraim Leſſing. Dieſe beinahe komiſche Situation war eine Folge der Ver⸗

hältniſſe und erſcheint jetzt 1863 viel ſchroffer, bun⸗ heit tiner Schiller ſchen Dichtung Folgendet⸗

destäglicher und mehr im Geiſte der Karlsbader Be⸗ ſchlüſſe, als ſie zu ihrer Zeit wirklich war. Im Ge⸗ gentheil blickt noch für die damaligen Zuſtände aus der Goethe'ſchen Interpretation ein gutes Stück Li⸗ beralismus vorſichtig zwiſchen den Zeilen hervor. Indeß iſt dies Gutachten über Oken nicht mehr neu.

Uebrigens wird Goethe nicht müde, die Mitſtrebenden:

mit objectivem, wohlwollendem Auge zu betrachten, und empfiehlt dem Herzog fortwährend friſche Talente und neue Kräfte der Wiſſenſchaft zur Unterſtützung.

Die ſchon erwähnten Briefe aus Italien enthal⸗

dem Material, das ſpäter zur Schilderung der italie⸗ niſchen Reiſe verbraucht wurde. Zahlreiche intereſſante Urtheile über berühmte Zeitgenoſſen und andere in Weimar lebende Capacitäten würde man vergebens ſuchen. Was man aber hauptſächlich findet, iſt ein Detailblick in die ungemein ſpeciellen Verwaltungs⸗ arbeiten, mit welchen ſich der Herzog und Goethe zu thun gemacht haben. Sie arbeiteten raſtlos an der Organiſation des Landes im Großen und Kleinen, und für wiſſenſchaftliche Fragen und Forſchungen, be ſonders in Bezug auf Landwirthſchaft, Bergbau, Che⸗ mie, Phyſik, ja endlich auf bildende Kunſt, hat es nur wenige Fürſten gegeben, die es Karl Auguſt gleich thaten. Er begünſtigte nicht nur dieſe Gebiete, er ſammelte ſich wirkliche Kenntniſſe in denſelben. Dieſe zum Realiſtiſchen ſich hinneigende Geiſtes⸗ richtung band ihn deſto enger an Goethe's Natur feſt, die ſich gleichfalls mit Neigung in jenen Sphären erging. Das idealiſtiſche Gebiet, Literatur und Aeſthe⸗ tik an und für ſich, ſobald ſie nicht an das Sociale ſich knüpften, lagen Karl Auguſt im Allgemeinen fern. Hoͤchſt augenehm wirkt in deſſen Briefen die ſich

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immer gleich bleibende wohlwollende Theilnahme für ſeinen Jugendfreund Goethe, und die einfach biedere Geſinnung, mit welcher er ſtets den geraden Weg verfolgt. In dieſer ſchlichten Gerechtigkeit ſtörten ihn auch ſchmerzliche Krankheitsplagen nicht, denen er noch mehr und viel ernſter als Goethe unterworfen war, denn in den Briefen Beider ſind von den vierziger Jahren an Unpäßlichkeiten, Brunnencuren und Bade⸗ reiſen ziemlich ſtehende Artikel.

Wenn ich ſchon erwähnte, daß die idealiſtiſch⸗ poetiſche Sphäre nicht die Karl Auguſt's war, ſo werden Sie ſich über die Wahrnehmung nicht wundern, daß ſich derſelbe wohl keineswegs rühmen konnte,

V große Sympathien und eine tiefe Erkenntniß für den

Werth und Genius aller bedeutenden poetiſchen Schö⸗ pfungen Schiller's zu haben.

So ſchreibt der Herzog an Goethe bei Gelegen⸗ Schiller hat mir ſein Stück Arbeit(Die Braut von Meſſina) gegeben. Ich habe es mit großer Aufmerkſamkeit aber nicht mit wohlbehaglichem Gefuͤhle geleſen; in⸗ deſſen verſchließe ich meinen Mund wohlbedächtig darüber. Ueber die Sache ſelbſt iſt ihm nichts zu ſagen, er reitet auf einem Steckenpferde, von dem ihn nur die Erfahrung wird abſitzen helfen; aber Eines ſollte man ihm doch einzureden ſuchen, das iſt die Reviſion der Verſe, in denen er ſeine Werke ge⸗ ſchrieben hat; denn hie und da kommen mitten im

Pathos komiſche Knittelverſe vor, dann unausſtehliche ten in ſchwächerer Zeichnung und Färbung viel von

Härten, undeutſche Worte und endlich ſolche Wort⸗ verſetzungen, die poetiſche Förmelchens bilden, deren Niederſchreibung auf Pulverhörner gar nicht unpaſ⸗ ſend geweſen wäre. Verſchiedenes dergleichen habe ich extrahirt, ich werde es Dir gelegentlich einmal mündlich vorlegen. Etwas ſehr Auffallendes wird dem Publicum nicht entgehen: die eigentlichen Haupt⸗ perſonen des Stücks ſind Stockkatholiken, der Chor aber Heiden; Letztere ſprechen von allen Göttern des Alterthums, Erſtere von der Mutter Gottes, den Hei⸗ ligen u. ſ. w. Da nun der Chor eigentlich ein Corps unter Waffen darſtellt, ſo kann man die Per⸗ ſonen deſſelben für nichts, als für bewaffnete Poeten anſprechen: eine neue Maske für die Bühne; denn die meiſtens ganz unnütze bilderreiche Schwülſtigkeit, in der dieſes Corps den Zuſchauer von einer Scene zur andern führt, und noch dazu ſehr langſam, kann unmöglich für Kriegsknechte paſſen, da die Prinzen, zu denen jene Leute gehören, ſich viel natürlicher ausdrücken. Um die läſtigen Confidents zu verban⸗ nen, iſt, dünkt mir, ein viel läſtigeres Verbannungs⸗

mittel eingetreten. Indeſſen hüte ich mich wohl, etwas

der Ausführung dieſes Stücks entgegenzuſetzen. Di⸗