Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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Ich bin es, erwiderte der Major herzklopfend,

denn er hatte nun wirklich die Sti e der Kaiſerin

erkannt.

Und ich bin die Czarin, ſagte die Dame einfach und ohne jeden Anſtrich ihrer erhabenen Würde.

Der junge Mann wollte ſich ehrfurchtsvoll ver⸗ beugen, aber ſchnell legte ſie die Hand auf ſeinen Arm und ſagte raſch:

Laſſe das, Alexis Dmitrijew, ich befehle es Dir. Vergißt Du, daß wir alle dieſe Masken ge⸗ wählt haben, um nicht erkannt zu werden? Du wirſt mich heute in Deinem Schlitten fahren; ich will aber nicht, daß Jemand aus Deinem Benehmen ſchließen könne, wer Deine Begleiterin iſt; wir werden ganz vertraulich mit einander plaudern. Gieb mir Deinen Arm; Leſtoeg wird ſogleich das Zeichen zum Beginn der Partie ertheilen.

Ehe der überraſchte junge Mann noch ein Wort erwidern konnte, wurde dieſes Signal ſchon durch

einen rauſchenden Tuſch der im Saale befindlichen

Cavallerietrompeter gegeben. Alle Gäſte wandten ſich nach den Ausgängen; meiſtentheils führte jeder Cava⸗ lier ſeine Dame am Arme. Auch der Major that, wie ihm geheißen worden, und bot der Kaiſerin ſei⸗ nen Arm, den ſie ungenirt nahm.

Nichts beluſtigt mich mehr als dieſes Incognito, ſagte ſie ſcherzend zu ihm, während er ſie die breiten Marmortreppen hinabführte.Man ſucht mich über⸗ all, und Niemand läßt ſich träumen, daß ich an Dei⸗ ner Seite mitten unter ihnen bin.

Der Major ſtammelte einige Worte, von der hohen Gnade, die ihm die Kaiſerin erzeige. Dieſe lachte laut darüber auf.

Ich will mich amuſiren, ſagte ſie,und ich glaube, es mit Dir eben ſo gut zu können als mit jedem Anderen, das iſt Alles. Uebrigens will ich heute nicht Kaiſerin ſein, am wenigſten für Dich.

Es dauerte lange, bis ſich der große Schlitten⸗ zug nach der Weiſung mehrerer Feſt-Marſchälle auf dem Fluſſe und vor dem eeäiſerlichen Schloſſe ge⸗ ſammelt hatte. Die Kaiſerin, die Niemand erkannte, und der Major erhielten ihren Platz ziemlich zu Ende des Zuges angewieſen; Erſtere lachte herzlich darüber, wie geringe Aufmerkſamkeit ihr heute von ihren eige⸗ nen Bedienten erwieſen werde.

Der Major hatte einen eleganten Schlitten und ein prächtiges ukrainiſches Dreigeſpann vor demſelben; er ſelbſt war ein höchſt gewandter Roſſe⸗ lenker.

Die Kaiſerin lobte die Pferde, und als Dmitri⸗ jew wagte, ſie ihr deshalb zum Geſchenk anzubieten,

Folge. 7

nahm ſie dieſes ohne Umſtände und ſehr huldreich als Andenken an dieſen Tag, wie ſie ſagte, an; ſie plauderte dann munter über die verſchiedenen Mas⸗ ken, machte bald harmloſe, bald hämiſche Scherze über ſie und brachte es durch ihre heitere und unbefangene Laune bald dahin, daß der Major in dieſen Ton, natürlich mit aller ſchuldigen Ehrfurcht, einzuſtimmen begann. Die Liebenswürdigkeit der Kaiſerin ließ ihn ſeine früheren Bedenken vergeſſen, die Empfindungen, die er ihr ehemals zugetragen hatte, regten ſich wieder von Neuem, und der Stolz ſchwellte ſein Herz; er hätte jetzt nicht mehr ſeinen Platz an der Seite der ſchönen Kaiſerin, die ſich ihm ſo gnädig zeigte, mit einem andern vertauſchen mögen.

Endlich ſetzte ſich der Zug, von den Klängen der rauſchenden Muſik und dem Hurrahgeſchrei des an den Flußufern verſammelten Volkes begleitet, in Be⸗ wegung. Zlitzſchnell flog er über die glatte Eisfläche fort; die in den Schlitten Sitzenden plauderten, lach⸗ tten oder vertrauten ſich ernſte, ihnen ſehr koſtbare Geheimniſſe an, wozu das trauliche Alleinſein die beſte Gelegenheit bot; die roſige Wange mancher jungen Dame glühte nicht allein in Folge der ſcharfen Kälte, und mancher feurige Blitz zuckte durch die Augenlöcher der Sammetlarven und zündete in dem Herzen des Cavaliers.

Ich hatte Dich nicht vergeſſen, Alexis Dmitri⸗ jew, ſagte die Kaiſerin zu dem Major, indem ſie ſich ſanft an ihn lehnte,ſeitdem Du mir in der Nacht, welche die Regentin Anna ſtürzte, Dein Herz und Deinen Arm geweiht hatteſt, aber Regierungsgeſchäfte, Viele, die ſich an mich drängten und die ich nicht ab⸗ weiſen durfte, kurz, Schickſal oder Zufall hielten mich bis jetzt von Dir fern. Du wirſt Dich entſinnen, daß ich ſchon damals ein beſonderes Intereſſe für Dich zeigte, als ich Dir die Bewachung des jungen Iwan anvertraute.

Die Entſchuldigung der Kaiſerin erſchien nicht ſehr glaublich, obgleich ſie in ihren Ton eine gewiſſe gefühlvolle Wärme gelegt hatte; die Nennung des Namens Iwan machte auf den Major wieder einen peinlichen Eindruck, zumal er recht gut wußte, daß dieſem unglücklichen Kinde jetzt auf Befehl der Kai⸗ ſerin das traurigſte Loos zu Theil geworden war. Dennoch fühlte er ſich von der ihm erzeigten Huld ganz hingeriſſen und verſuchte, jedes Bedenken gewalt⸗ ſam zuruckzudrängen. Welchen jungen Mann ſeines Standes würde nicht auch die Ausſicht geblendet haben, in ein ſo vertrauliches Verhältniß zu ſeiner ſchönen und mächtigen Monarchin emporzurücken?

Als der Schlittenzug nach einer kurzen Zeit ſein Ziel, die auf dem Eiſe aufgeſchlagenen Zelte, erreichte,