Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
6
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6 Novellen⸗Zeitung.

3 Alexis erhielt dieſe Stelle, ſobald er als vater⸗ 8 12, oöchſtens nur ihre genaueſten Ver⸗ denn er und mutterloſe Waiſe fünfzehn Jahre alt war; durch trauten, wußten, welches Coſtüm die Kaiſerin ge⸗ exkaunt. Auszeichnung hatte er es ſchon in jugendlichem Alter V wählt habe; die verſammelte Geſellſchaft war daherUlr bis zu dem Majorsrange gebracht. Sein Eifer im vollſtändig im Unklaren darüber, ob ſie ſich bereits einfach Dienſt, die ziemlich ſorgfältige Bildung, die er ſich in ihrer Mitte befinde. Aus der ausgeſuchten Pracht Würde. zu erwerben gewußt hatte, und ſeine auffallende des Coſtüms ließ ſich dies ſchwer errathen, denn die De körperliche Schönheit, endlich ſeine Wohlhabenheit Frauen der ſtolzen und reichen Bojaren wetteiferten, beugen, empfahlen ihn überall; er vereinigte mit dem echt es in koſtbarem Diamantenſchmucke einander zuvor⸗ Arm ur ſoldatiſchen Weſen eine liebenswürdige Beſcheidenheit. zuthun. 8 Nicht allein aus Ueberzeugung, daß die Regentſchaft V Der Major hatte noch nicht zu lange auf die Ent⸗ Dir. ſeinem Vaterlande kein großes Glück verſpreche, ſon- wickelung ſeines vermutheten Abenteuers warten I wählt dern auch aus jugendlicher Schwärmerei für die müſſen, als ſich ihm eine kleine Geſtalt in dem mich h ſchöne, damals unglückliche Großfürſtin Eliſabeth, Ordenscoſtüm der Malteſerritter näherte und ihn mit nicht, hatte er ſich leicht für deren und Leſtocq's Pläne ge⸗ den Worten anredete: önne, winnen laſſen; deshalb ſehen wir ihn ein Jahr zuvorSind Sie der Major Dmitrijew? vertaul ſchon unter den Verſchworenen, welche die Regentin Alexis bejahte es; er glaubte ſowohl an der Am; L. in der Nacht des 6. December 1741 ſtürzten. Figur als Sprache ſicher den Leibarzt Leſtocq erkannt ar Par Die Großfürſtin hatte ſich damals gegen ihn zu haben. Che gerade ebenſo zuvorkommend gezeigt, wie gegen andere Der Malteſer ergriff ſeine Hand und zog ihn erwiden Officiere der Garde, die ſie für würdig befand, in mit ſich durch das Maskengedränge fort. Nach einer einen 1 ihre Pläne eingeweiht zu werden; damals hatte Alexis Weile deutete er auf eine in die faltigen Gewänder Cgarvalle Dmitrijew ſie vergöttert und ſich überſchwengliche V einer alten Römerin gekleidete Dame, die nur eine nach de Hoffnungen gemacht, jetzt dachte er ſchon bei Weitem weithinſtrahlende Brillantroſe von wunderbar ſchöner lier ſei anders, denn die Kaiſerin ſtand viel zu hoch über Arbeit in den prächtigen dunkelbraunen Locken trug; vie ihr ſeinen vermeſſenen Wünſchen, Eliſabeth hatte ſich auch ſie hatte die ſchwarze Sammetlarve vor dem nen Ar nicht mehr um den jungen Gardeofficier bekümmert, Geſichte; Hals und Arme waren entblößt und ſehr 79 und vor Allem kam der Blia, mit dem ſie an jenem ſchön und voll, übrigens mit koſtbarem Goldſchmucke ſagte ſ Abende der Revolution das ſcheldloſe, unglückliche von der ſchönſten Arbeit bedeckt, der Major konnte Marmor Kind Iwan betrachtet hatte mehr aus Alexis' ſich für überzeugt halten, daß er eine noch junge all, und Erinnerung; er hatte einer. Blick in das Herz Frau vor ſich habe. er Sei dieſer Frau gethan, und ſo w ihn ihre Schönheit Sein erſter Gedanke war natürlich an die Kai⸗ 8 auch anzog, ſchauderte er doch⸗ nlich vor ihr zurück. ſerin: Geſtalt, Haltung und Bewegungen der Rö⸗ hohen( Der Major, den ſeine Sallung und die Ein⸗ merin ſchienen ihm die der hohen Frau zu ſein. l uahte ladung der Kaiſerin zu dem heutigen Feſte berief,Gehn Sie zu dieſer Dame und reden Sie dieſelbe 8 war in ſeinem Innern ſehr unruhig. Das war nicht an, ſie wünſcht Sie heute zum Cavalier zu haben, glaude zu verwundern, denn er hatte Tags zuvor ein kleines V ſagte der Malteſer leiſe, aber in beinahe gebieteri⸗ jedem Billet erhalten, das, verſchiedenen untrüglichen An- ſchem Tone zu dem Major.Zögern Sie nicht, Sie heute zeichen zufolge, von dem Leibarzte Leſtocg kam, ob- können ein großes Glück machen. 8 gleich es nicht unterzeichnet war. Es lautete einfach: Damit war er von des Andern Seite und in zug Man wünſcht höheren Ortes, daß Sie zu der dem Gedränge der Masken verſchwunden. 1 89 3 morgen ſtattfindenden Schlittenfahrt ohne Begleiterin Alexis Dmitrijew war noch unentſchloſſen, ob er ſmun und in der Maske eines römiſchen Centurionen er⸗ dem ihm ertheilten Rathe oder Befehle folgen ſolle. und de ſcheinen. Er zweifelte nicht mehr, daß er die Kaiſerin vor ſich ds 3 Der Major hatte gehorcht, deſto unruhiger ſchlug habe; da dieſe ſich aber ſeit mehr als einem Jahre vie 1 ſein Herz. Sollten die kühnen Wünſche, die er ein⸗ gar nicht um ihn bekümmert zu haben ſchien, begann en 8 mal feurig gehegt und längſt bekämpft hatte, erfüllt er jetzt zu fürchten, daß irgend ein Unberufener ſich werden? war das Auge der Kaiſerin wirklich auf ihn einen Scherz mit ihm erlaubt haben koͤnne. ud d gefallen, der ſo tief unter ihr ſtand? Bei aller Eitel⸗ Die Römerin mußte das Zögern des nur wenige den 3 keit, die eine ſolche Vermuthung in einem jungen Schritte von ihr entfernten Centurionen bemerkt beüt

jetzt gerade auf ihn zu.. Major Alexis Dmitrijew? fragte er Sti jew n er Stimme.

Manne, deſſen Herz noch nicht gefeſſelt war, erregen haben, denn ſie k 3 mußte, fürchtete Alexis Dmitrijew die BeſtätigungBiſt Du doch mehr, als er ſie wünſchte. ſie mit gedä