Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
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Vierte Holge.

Dieſe Worte, welche, kaum ausgeſprochen, das Ohr des jungen de Boufflers berührten, verſetzten ſeinem Stolze und ſeiner Liebe den Todesſtoß. Das Herz war ihm gebrochen.

Am Tage nach dieſer Kataſtrophe fuhr eine mit dem königlichen Wappen gezierte Caroſſe in den Hof des Höôtel de Boufflers, und ein hochſtehender Herr verlangte den Marſchall zu ſprechen.

Herr Marſchall! ſagte er, nachdem er einge⸗ treten war, unter einer Verbeugung,Se. Majeſtät hat von dem Unwohlſein Ihres Sohnes und von der Urſache, welche daſſelbe veranlaßte, Kenntniß genom⸗ men. Während der König den Vätern Jeſuiten eine ſcharfe Ahndung hat zugehen laſſen, bin ich von Allerhöchſtdemſelben beauftragt, Ihnen die größte Theilnahme hinſichtlich Ihres Sohnes auszuſprechen und mich nach deſſen Befinden zu erkundigen.

Der Marſchall ergriff, ohne ein Wort zu erwi dern, die Hand des Abgeordneten und führte ihn in ein inneres Gemach, deſſen Fenſter durch die herab⸗ gelaſſenen Vorhänge halb verdunkelt war. Ein Herr vom Hofe und eine ſehr ſchöne, aber bleich ausſehende Dame ſaßen neben dem Bette, auf dem eine Leiche ausgeſtreckt lag. Der Herr war der Herzog von Coigny, die Dame, in tiefe Trauer gehüllt, die Her⸗ zogin von St. Cerets; der Leſer wird errathen, wer der Todte war.

Mein Herr, ſtammelte der unglückliche Vater, haben Sie die Güte Seiner Majeſtät meinen ehr⸗ furchtsvollen Dank für ſeine Theilnahme auszu⸗ drücken und ihm zugleich zu ſagen, daß er jetzt die Gnade haben möge über die beiden Stellen eines Generalgouverneurs von Flandern und eines Gouver⸗ neurs von Lille zu verfügen! Sehen Sie, dort liegt derjenige, welcher zu meinem Nachfolger beſtimmt war; es wird nicht lange mehr dauern, ſo werde ich ihm nachfolgen.

Literariſche Briefe van Otto Banck.

Skizzen und Erinnerun⸗ Leipzig, bei Otto

Graf von Cavour. gen von William de la Rive. Purfürſt. 1863.

Sie werden hin und wieder, wie jeder nachden kende Kopf, zu der humoriſtiſch niederſchlagenden Ueber⸗ zeugung kommen, daß in unſerer Zeit der Poet nur noch die Heerde hütet, und es der Beſitzerin derſel⸗ ben, der Oeffentlichkeit, oft leid zu thun ſcheint, mit

ſeinen Schutzbefohlenen nicht auch zugleich den Hirten

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fett machen, ſchlachten und ſomit nützlich verbrauchen zu können. Das Politiſche, Sociale, Naturkundige, Culturgeſchichtliche beherrſcht die Intereſſen des moder⸗ nen Lebens und ſchreitet auf breiten Bahnen einher. Man kann es nicht tadeln, daß ſich die Welt dieſen realen Elementen der Intelligenz zuwendet, denn ſie ſucht ein neues Lebensfundament zu gewinnen, dem nachher bei der darauf aufzuerbauenden Architektur die Zierden und die Idealität nicht fehlen werden. Vor⸗ läufig hat ſie keine Muße für dieſelben.

Mehr, als es vielleicht recht und nöthig wäre, richtet ſich die Literatur nach dieſen Neigungen. Sie lehnt ſich entweder in ihren dichteriſchen Producten den materiellen Exiſtenzfragen und dem Tendenziell⸗ Hiſtoriſchen an, oder giebt in referirenden Schilde⸗ rungen nur Gegenſtände aus jenen Gebieten.

Solche Bücher, Ethnographiſches, Biographiſches, Naturgeſchichtliches oder Politiſches enthaltend, über⸗ wiegen auf dem Büchermarkt in ungeheurer Zahl, und ihr immer neues Erſcheinen beweiſt, daß ſie den Le ſern angenehm ſind.

Früher dauerte es ziemlich lange, ehe man dem Publicum die Geſchichte eines ſo eben verſtorbenen berühmten Mannes erzählte. Nicht blos Zartſinn, ſondern auch mangelhaftere Hülfsmittel und eine ſchwächere Betriebſamkeit der Literatur riefen dieſe Verzögerung hervor. Jetzt hat man auch dazu keine Zeit mehr, und daß es ſo iſt, kann man nicht ſowohl verdammen, als für ein charakteriſtiſches Wahrzeichen der Gegenwart erklären. Der Geiſt athemloſer Raſch⸗ heit führt das Steuer am Syiffe der Vorwärtsbe⸗ wegung.

Was jetzt von glänzenden Capacitäten ſtirbt, ver⸗ fällt zur Nutznießung ſofort zwei literariſchen Parteien, der der biographiſchen Romanſchriftſteller und der der wirklichen Biographen überhanpt. Die Erſteren be⸗ gnügen ſich oft, den Ruhm des großen Mannes als empfehlenswerthes Schild für die Verbreitung ihrer häufig ſehr frei phantaſtiſchen Geſchichte zu gebrauchen. Die Zahl der Letzteren, die der reinen Biographen, Anekdotenjäger, Memorabilienſchreiber und raiſonni⸗ renden Socialkritiker, pflegt dann ſehr groß zu ſein, wenn die verſtorbene Celebrität dem öffentlichen Staatsleben, der Diplomatie augehört hat.

Humboldt, Metternich, Radetzky und Andere hat⸗ ten ſich kaum in ihre Gruft zurückgezogen, als auch ihr Leben ſchon von öffentlichen Federn analyſirt und in allen möglichen Editionen bearbeitet wurde. Ja bei Vielen hat man ibr Ende keineswegs abgewartet, um dies zu thun. Früher wurden hervorragende Per⸗ ſonen zwar häufig auch ſchon bei Lebzeiten ausgehauen oder in Erz gegoſſen; jedoch ein Denkmal durch eine