Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
823
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Vierte Folge.

Morgen alſo mit Tagesanbruch, ſagte der üngling,werde ich in Ihrem Hötel vorſprechen.

Ach, Sie müſſen mich da entſchuldigen, ent⸗ gegnets der Andere.Zum frühen Aufſtehen bin ich ein für alle Mal zu träge. Aber was meinen Sie dazu, wenn wir unſere Angelegenheit bis 10 oder 11 Uhr, oder lieber bis nach dem Mittagseſſen aufſchieben?

Jedes dieſer Worte fuhr wie ein Dolchſtoß in das Herz des jungen de Boufflers, weil er nur zu gut wußte, daß er um 8 Uhr auf ſeinem Platze im Jeſuitencollegium ſein mußte. Hätte ein Schlag in ſeines Gegners Geſicht die Sache gut machen können, er hätte ihn gegeben, ſo heftig war in dieſem Augen⸗ blick ſeine Leidenſchaft geſtiegen, während der Andere, der ſich an der zunehmenden Verwirrung des Jüng⸗ lings zu ergötzen ſchien, fortfuhr:

Vergeſſen Sie nur nicht Ihre Secundanten mitzubringen, mein Herr Marquis von Boufflers.

Meine Secundanten ſtotterte dieſer, als die neue Schwierigkeit vor ihm aufſtieg. Wo ſollte er ſie finden? Unter ſeinen Claſſengefährten? Schon der Gedanke daran würde ihn zum Geläͤchter des ganzen Hofes gemacht haben. Unter ſeines Vaters Freunden? Sie würden die Erſten geweſen ſein, dem Marſchall die ganze Affaire zu hinterbringen. Kurz, er war nahe daran, wahnſinnig zu werden, als ihm plötzlich eine Idee durch den Kopf fuhr, und ſeine Augen ſchoſſen Feuer, als er ausrief:

Nun, es ſei mein Herr! Morgen um 10 Uhr alſo; Ihre Secundanten werden auch die meinigen ſein! In ſich ſelbſt murmelte er hinein:Ich werde

ja wohl eine Gelegenheit finden, aus dem Collegium

herauszukommen.

Es bleibt dabei, ſagte der Herzog, indem er ſich ſehr ceremoniös verbeugte.Auf Wiederſehen, Herr Marquis. Morgen um 10 Uhr.

In dieſem Augenblicke näherte ſich ihnen die ſchöne Herzogin von St. Cerets und ſagte:Der König hat ſich zurückgezogen, meine Herren, wer von Ihnen will die Güte haben mich an meinen Wagen zu begleiten?

Die beiden Nebenbuhler ſprangen zugleich vor, aber der Herzog von Coigny trug den Sieg davon, während der junge Boufflers heftig an einen vor⸗ überſchreitenden hohen Herrn anrannte, der Niemand andres als ſein Vater war, der Marſchall ſelbſt.

Komm, Heinrich, rief der alte Marquis mit

ſo lauter Stimme, daß ſeine Beſtürzung dadurch noch

vermehrt wurde,wir müſſen nach Paris zurück. Vergiß die frühe Stunde nicht, in welcher man Dich im Collegium erwartet.

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Das Jeſuitencollegium.

Es war etwa um die eilfte Stunde am folgen⸗ den Morgen, als die Herzogin von St. Cerets, im Begriff ihre Toilette zu machen, durch einen Kammer⸗ diener benachrichtigt wurde, daß ihr junger Vetter, der Marquis von Boufflers, ſeine Aufwartung zu machen wünſchte.

Hochroth und erhitzt ſtürmte der Jüngling gleich darauf in das Zimmer.

Was giebt es, lieber Heinrich? fragte die überraſchte Herzogin,was iſt geſchehen?

Laſſen Sie mich allein mit Ihnen ſprechen, rief der faſt athemloſe Jüngling.

Die Herzogin lächelte und gab ihrer Kammer⸗ frau einen Wink ſich zu entfernen. Kaum hatte ſich die Thür hinter der Letzteren geſchloſſen, als de Bouff⸗ lers ausrief:

Retten Sie mich, Couſine, retten Sie mich!

Mein Gott! von was denn? erwiderte ſie, indem ſie ihn neben ſich auf den Divan zog und ſeine beiden Hände freundlich in die ihrigen ſchloß. Nun, Heinrich, ſoll ich es hören, was Dich um dieſe Stunde ohne Deinen Hofmeiſter zu mir füprt? Ich glaubte, Du wäreſt längſt zurück im Collegium.

Collegium? rief der Jüngling mit Unwillen. Laſſen Sie mich Ihnen erzählen, daß der Herzog von Coigny der wortbrüchigſte Edelmann iſt.

Wirklich? Was hat er ſich zu Schulden kommen laſſen?

Was er verbrochen hat? Dieſen Morgen um 10 Uhr wollte er mir ein Stelldichein geben. Es war zwiſchen uns abgemacht. Das Rendezvous ſollte in ſeinem Hötel ſtattfinden, und koͤnnen Sie es begreifen? er hat ſein Wort gebrochen!

Iſt es möglich?

Nicht wahr, Sie ſind eben ſo überraſcht als ich ſelbſt. Ich werde es überall bekannt machen, daß der Herzog von Coigny ein feiger Prahlhans iſt. Ich werde es, mit meinem Namen unterzeichnet, an die Pforten ſeines Palaſtes anheften laſſen.

Das würde ganz in der Ordnung ſein erwiderte die Herzogin, indem ſie ſich bemübte ein Lächeln zu unterdrücken.Du haſt alſo einen hefti⸗ gen Haß auf den armen Herzog geworfen?

Einen tödtlichen Haß!

Und worin beſteht die Dir angethane Beleidi⸗ gung?

Wie! hat er nicht die Unverſchämtheit Sie zu lieben?

Hat er Dir etwas davon geſagt?

Nein! Aber ich habe es ſchon manch lieben Tag vermuthet.

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